Ankunft im Lager der Festumer Delegation
Harden ist und bleibt geprägt von der Ausbildungskaserne. Überall Soldaten, Soldatenverhalten und Schnee. Und es schneit und schneit und schneit. Einziger „Lichtblick“ ist „Der Zinnbecher“, die einzige Kneipe – abgesehen vom Bordell – hier in Harden. Diese rauchverhangene Trinkhalle ist zu jeder Tages und Nachtzeit gut von Soldaten frequentiert. Einzig Geron, der im großen und ganzen mit dem Gebräuchen von den Soldaten vertraut ist, kann sich in diesem Ambiente gut bewegen.
Spieler: Sascha, Udo (Berichterstatter), Christoph, Holger, Christian (GM)
Und wieder mal stellt sich die Frage „was tun wir?“. Einerseits sind wir durch die Wolfsjagd ziemlich erschöpft...ok...korrekter wäre „durch das Gejagt-werden“...wir wollen die Opfer-Täter-Rollen nicht unnötig vertauschen. Andererseits zu diversen Thema gibt es noch etwas in Erfahrung zu bringen. Und wir wurden gewarnt zur Gräfin zu gehen.
Geron geht mit Gerald zu Maria um heraus zu finden wann es morgen los geht und Gieselhold will herausfinden ob hier in Harden bekannt ist, wie es an der Hartener Seenplatte zu geht.
Nach ein paar Gesprächen findet Gieselhold heraus, dass Gardehauptmann Timski mit dem Festumer Tross an den Seen angekommen sei und im Lager einen gewisse „Kampfessstimmung“ herrsche.
Am nächsten Tag werden wir um 7 Uhr geweckt, da wir diesmal in der Kutsche schlafen! Wir montieren an die Kaleschka die festen Kufen, da ab hier mit einer dicken und dauerhaften Schneedeck zu rechnen ist.
Gieselhold geht nochmal in die Stadt, um herauszufinden welchen Weg wir nehmen müssen! Der Weg wird ihm ganz gut beschrieben, leider sind keine Karten zu bekommen bzw. die, welche man bekommen kann, sind eher ein „Kritzel Kratzel“ und von ungünstiger Qualität. Ca. 15km von Harden entfernt sei das Lage am See zu finden.
Geron nimmt auf dem Kutschbock neben Maria Platz. Und – Überraschung – es schneit und es geht ein kräftiger Wind. Wird wieder kalt werden auf dem Kutschbock. Also, auf geht’s in Richtung Hartener Seenplatte. Geron und Maria sind dick eingepackt und trotzdem frieren sie ziemlich! In der Kaleschka ist es Warm und es ist dort sehr angenehm.
Irgendwann, so – gefühlt auf halben Weg zur Seenplatte – sehen wir in einiger Entfernung zwei große Gestalten die sich wild gebären. Beim Annähern können wir erkennen , dass es doch drei Gestalten sind: Zwei Bären, welche eine gerüstete Frau angreifen!
Uns ist klar , dass wir der Frau Hilfe leisten müssen! Geron hat aufs Dach der Kaleschka, ruft den anderen zu sich zu bewaffnen und für einen dynamisch Absprung vorzubereiten. Dank der Kufen driftet Marja mit der Kaleschka elegant in einer Kurve so nahe am Kampfes vorbei, dass die Helden gekonnt abspringen können und Marja weiterfahren kann und dabei versucht die aufgebrachten Pferde (immerhin toben da zwei Bornbären herum) wieder unter Kontrolle zu bekommen. Nur unser Magier, Olko, stürzt in den weichen Schnee und muss sich erst mal wieder aufrappeln, den Schnee aus dem Gesicht wischend und sich dann orientieren.
Erst jetzt ist zu erkenn, dass es sich bei der Frau um eine Rondrageweihte handelt . Und diese nicht alleine ist: Zwei weitere – wie es scheint verletzte - Personen liegen im Schnee im Rücken der Rondrageweihten. Gamrik macht seinen Bogen Schussbereit und alle anderen ziehen ihre Waffen! Wir stürmen den Dreien zur Hilfe.
Geron greift den ersten Bären an und es gelingt ihm mit einem Wuchtschlag mit einem großartigem Treffer! Der Bär fährt herum und die Wut ist ihm ins Gesicht geschrieben! Seine Augen werden Rot und er gerät in einen Blutrausch. Auch die anderen Gefährten mischen sich in den Kampf ein! Der Kampf tobt hin und her und auch wir müssen einiges einstecken, nur gut das unsere Rüstung so manchen Schaden abmildert! Gamrik gelingt ein grandioser Treffer auf den zweiten Bären welcher die Flucht ergreift, aber nicht sehr weit kommt. Nach einigen weiteren Treffern flieht jetzt der zweite Bär in Richtung Olko. Die Rondrageweihte befiehlt den Knappen den Bären nicht entkommen zu lassen. Wir rennen auch hinterher. Schließlich ist auch der zweite Bär tot.
Die geretteten stellen sich uns vor. Es handelt sich bei der Rondrageweihte um die „Knappin der Rondra Leudara von Firunen“. Ihre beiden Begleiter sind der Knappe Semkin von Irberod-Karktriven und Knappe Arbin von Drachenzwinge.
Leudara und ihre Begleiter bieten an, uns mit ins Festumer Lager zu begleiten. Das Bärenfleisch und die Bärenfelle werden mitgenommen. Denn die beiden Knappen hatten den Auftrag für das Lager zu jagen. Glücklicherweise begleitete Leudara von Firunen die beiden ausnahmsweise. Sie meinte, dass Rondra ihr da so einen Wink gegeben habe, dass die Beiden heute Hilfe benötigen würden.
Während des Weges wird es plötzlich lauter: Semkin von Irberod-Karkriwen, Knappe (und damit in Ausbildung) von Schitze Jadvige von Krabbwitzkoje-Sirsinkis und Sohn von Schitze Wassjew von Irberod-Karkrwen, hat mit seinem - nennen wir es einmal - "von oben herab"-Verhalten gegenüber dem Gemeinen Gerald Fuxfell, dessen Ehre beleidigt.
Leudara von Firunen hat daraufhin Semkin aufgefordert Gerald die Möglichkeit für Satisfaktion zu geben in dem er, Semkin, ihn zu einem Ehrenduell herausfordere (Wie Gamrik im Nachgang dann uns allen erklärte wäre es umgekehrt deutlich schwieriger, da Gerald - zu diesem Zeitpunkt - keinen Leumundszeugen hätte, der ihn – per se – als ehrenhaften Menschen bestätigt). Dieser Bitte ist Semkin nachgekommen.
Gerald hat diese Ehrenduellforderung grundsätzlich abgelehnt.
Auf die Frage Leudaras, ob Gerald keine Ehre hätte, die er verteidigen wolle hat er sich auf das Recht berufen, dass an seiner statt jemand anderes das Ehrenduell durchführe und dass er Bürger Festums sei und er daher nicht der Gerichtsbarkeit des zuständigen lokalen Bronnjaren unterliege. Auf die Frage Leudaras, ob er nicht Manns genug sei seine Ehre selber zu verteidigen, weigerte sich Gerald mit diversen weiteren Verweisen weiterhin.
Die Rondrageweihte und die beiden Knappen sind sehr stark irritiert. Die drei haben Geralds Können im Kampf gegen die Bären beobachtet und - aus ihrer Sicht – ist Gerald sehr wohl im Stande ein Duell „auf Augenhöhe“ durchzuführen. Gerald „nur“ als "ehrlosen Pfeffersack" abzutun ist für die drei schwierig. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Gerald halt nicht will...oder – noch viel schlimmer – er hat sich bewusst durch seine Weigerung entschieden Semkin – indirekt – extra zu beleidigen.
Gamrik weiß auf Grund seines Rechtswissen, dass Ehrenduelle, "abgegeben", d.h. an einen (bezahlten) Profi, werden können. Und diese "Abgeben" ist bei den Bronnjaren nicht gerne gesehen und eine sehr seltene Ausnahme. Selbst Greise lassen sich diese Recht nicht nehmen, auch wenn – in so einem Fall – von vornherein klar ist, wie das Ergebnis lauten wird. Auch erinnert sich Gamrik an eine Szene in Festum, dass Bronnjaren beim Thema „Ehre“ sehr feinfühlig sind (Zitat des Bronnjaren beim Streit: "...wenn man sich mal mehr auf die Ehre eines Mannes/Frau nicht mehr verlassen kann..."). Jetzt ist es aber zu spät. Gerald hat eine Beleidigungstrommelfeuer abgegeben, dass alles Volltreffer waren.
Wir erreichen endlich das Lager der Festumer Delegation. Das Bärenfleisch und die Felle der Bären geben wir ab. Am Küchenzelt beobachten wird, dass die Jagdbeute sehr präzise erfasst und mit den hiesigen Jagdrechteinhaber abgerechnet wird.
Was auch sofort auffällt ist, dass Gerald von allen gemieden wird. Seine Weigerung für seine Ehre nicht einzutreten hat offensichtlich ganz schnell die Runde gemacht.
Das Lager ist sehr groß – wie schätzen ca. 300 Personen – und es bietet auf den ersten Blick alles was das Herz begehrt. Einige Namen der wichtigeren Zeltlagerbewohner können wir aufschnappen: Schitze Jadvine von Karabbutke, Sersinki Arlin und Schitze Friedebald von Sladerheim-Schallegrund.
Im Zentrum des Zeltlagers ist ein besonders großes Zelt aufgebaut. In ihm befindet sich neben dem (mobilen) Altar der Rondra auch ein großer Kartentisch und viele Bänke. Hinzu kommt „in einer Ecke“ ein Separee, in dem anscheinend die Rondrageweihte ihre Unterkunft hat.
Wir gehen zu Timpskis Zelt um uns mit ihm zu unterhalten. Er geht mit uns in große Zentralzelt wo auch Jaruslaw, der anscheinend für alle Bronnjaren des Lagers spricht, dazukommt. Geron kann Timpski und Jaruslaw davon überzeugen keinen offenen Konflikt zu beginnen. Natürlich gibt es im Lager auch mehrere Meinungen. Die einen wollen Verhandeln , die anderen wollen eine feindliche Übernahme.
Das Verhältnis von der Rondrageweihten zu Timpski würde Geron als schwierig beschrieben.
Olko erkundigt sich in der Zwischenzeit nach den Gefangenen und findet diese auch hinter dem Zelt von Jaruslaw. Die Goblins sind an einen Pfahl mit einer Halskette angeben und sitzen zusätzlich in einem Käfig. in der Nähe ist ein großer grauer Hund so angebunden, so das er gerade noch außer Reichweite der Gefangenen ist. Jeder, der sich nähert, wird angeknurrt. An eine einfache Befreiung der Goblins ist nicht zu denken. Unabhängig von den Rechtlichen Fragen, die sich bei einer Unterstützung bei der Flucht ergäbe.
Jeder, der an den Goblins vorbeigeht, macht sich über diese lustig, bewirft oder bespuckt sie.
Auch Olko hört, dass es heute Abend ca. 19:00 Uhr – wie üblich – einen Kampf ums Essen zwischen dem Hund und den Goblins geben soll.