Auf dem Weg zum Haus von Ilmenhof
Spieler: Sascha (Berichterstatter), Christoph, Christian (GM)
Es war bereits früher Abend als sich die Gruppe im Wirtshaus wieder zusammen fand. Bei einem frühen Abendessen erzählte Gamrik den Anderen von seinen Erlebnissen mit einem Unbekannten, dessen Identität Gamrik aktuell noch nicht nennen kann, um nicht dessen Vertrauen zu verspielen (Die Spieler wissen, dass die Informationsquelle ein der Goblin Urmen, Onkel von Groink). Danach berichtete Gieselhold Gamrik über die Vorkommnisse beim roten Chor. Bei der süßen Nachspeise wurden dann Pläne geschmiedet welche offenen Punkte noch an diesem Abend geklärt werden müssen.
Gieselhold will sich in den gängigen Spelunken der Gegend über Ilmeroff informieren während Gerald nochmal bei dessen Haus vorbeigehen möchte, um zu kontrollieren ob jemand abends Zuhause ist. Gieselhold und Gerald machten sich gleichzeitig auf den Weg und trennten sich kurz vor dem Gerberviertel.
Der erste – und irgendwie dann auch der einzige Stop – auf Gieselholds Tour war eine zwielichtige Kneipe an der Grenze zum Gerberviertel. Schon als Gieselhold den Schankraum betrat wusste er, dass dies der perfekte Ort war um mit der Unterwelt in Kontakt zu treten. Der düstere Raum war erfüllt von dem leisen Gemurmel der Gäste, die alle versuchten sich möglichst leise zu unterhalten. Um die Gäste besser beobachten zu können ging Gieselhold erst mal an die Theke, um sich ein kühles Getränk zu bestellen. Bevor er seine Bestellung aufgeben konnte, näherte sich eine unbekannte Frau von der Seite. Sie stellte sich neben Gieselhold und sagte zum Wirt:
„Gieselhold hier nimmt ein Glas eiskalte Milch“.
Gieselhold dreht sich zu der Frau um und bemerkte, dass die Kneipe komplett verstummt war. Selbst dem Wirt war diese Situation nicht geheuer, er stellte das Glas mit Milch vor Gieselhold ab und verkündete lautstark, dass er für die nächsten Minuten in den Keller müsse, um die Biervorräte zu prüfen. Wenn jemand etwas von ihm wolle, sollte man nach ihm rufen.
In dieser Situation richtete die durchtrainierte Frau das Wort direkt an Gieselhold. „Was macht den der Herr Sonderermittler in diesem Etablissement?“
Vor der Antwort nahm Gieselhold erst mal einen Schluck Milch und musterte währenddessen die durchtrainierte und durchaus attraktive Frau. Leider gab es keine Auffälligkeiten an ihrem Äußeren, die Vermutung dass sie den Mondkindern angehörte konnte er aber trotzdem nicht ablegen.
„Ich trinke ein Glas Milch. Wie kann ich ihnen behilflich sein?“ antwortete Gieselhold der Unbekannten und prostete ihr mit einem Kopfnicken zu.
„Informationen , ich möchte wissen welche Schritte sie als nächstes durchführen“ Antwortete sie mit einer Stimme die klar machte, dass ein Nein als Antwort nicht zulässig war. Nach einer kurzen Inspektion der übrigen Geste um die Situation genauer bewerten zu können, bemerkte Gieselhold, dass es in der Kneipe noch zehn weitere Gäste gab. Diese behielten ihn genau im Auge und hatten sicherlich bereits eine Hand auf ihre Waffen gelegt. Er wusste wenn er ihr jetzt nicht die Wahrheit sagen würde, würde er diese Nacht nicht überleben. „Wir versuchen einen Mörder zu überführen und deshalb suche ich nach Informationen über einen Verdächtigen.“
Die scharfen Augen der Unbekannten beobachteten ihn, studierten jede kleinste Bewegung seines Körpers. Diese Antwort schien ihr wohl ausreichend, doch bevor sie darauf reagierte flüsterte ihr einer der anderen Gäste etwas zu.
Zur gleichen Zeit im Gerberviertel bog Gerald gerade auf die Straße ab, an dessen Ende das Haus von Ilmeroff stand. Als er ein paar Meter auf der Straße gegangen war, bemerkte er plötzlich eine Gruppe von drei Schlägern die ihn anstarrten und auf ihn mit geballten Fäusten zuging. Auch der Rückweg wurde ihm versperrt, da ihm auch hier drei Schläger entgegen kamen. Gerald versuchte sich zu verstecken und bog deshalb in eine enge Seitengasse ab. Leider gab es hier keine Möglichkeit sich zu verbergen. In diesem Moment wurde ihm plötzlich klar, dass er einen großen Fehler gemacht hatte. Die Logik gebietet sich in der Masse zu verstecken, sein Instinkt aber hatte ihn vor der Gefahr flüchten lassen, in eine Gasse ohne Versteck. Die sechs Schläger folgten ihm in kurzen Abstand in die Gasse. Seine schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt als er die Gasse durchquert hatte und auf der anderen Seite nur einen Hinterhof ohne Fluchtmöglichkeiten und drei weiteren Schlägern vorfand. In diesem Moment wusste er, das ihm nur noch ein Wunder retten konnte. Mit einem kurzes Stoßgebet auf den Lippen „Phex hilf“ versuchte Gerald den Schlägern auszuweichen. Auch wenn er einige erste Schlägen und Tritten entgehen konnte, so reihte doch nur ein guter Griff um ihn auf den Boden zu werfen. Von da an traten sie alle auf ihn ein. Sich krümmend vor Schmerzen glaubte er, dass jetzt alles zu Ende sei und er konnte nur noch darauf hoffen einen Platz am Sternenhimmel zu bekommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die in Wahrheit wohl eher 10 Sekunden wahren, hörten die Schläger plötzlich auf zu treten.
Was Gerald nicht mitbekommen hatte, auf den Dächern nahe des Hinterhofes waren drei Unbekannte, welche auf die Schläger mit Armbrüste zielten und mindestens einer hatte auch geschossen. Zusätzlich zu diesen Schützen befanden sich auch noch weitere Unbekannte, die die Schläger im Schach hielten. In dieser Situation übernahm schon wieder der Instinkt Geralds handeln und er floh so schnell wie möglich aus dem Hinterhof. Beim Verlassen der Gasse hörte er zwar noch wie die Schläger mit den Ungekannten stritten, warum diese sich einmischen würden, auf die Antwort wollte er aber nicht mehr warten. Verborgen in den Schatten lief Gerald so schnell es sein lädierter Körper zuließ zurück ins Wirtshaus.
Während Gerald auf dem Heimweg war sah Gieselhold wie ein Unbekannter seiner Gesprächspartnerin etwas zuflüsterte. Sienickte kaum merklich und der Flüsterer verschwindet wieder in den Schatten der Kneipe.
Die Unbekannte richtete nun wieder das Wort an Gieselhold „Du solltest zurück ins Wirtshaus gehen, einem deiner Begleiter wurde Aufgelauert“.
„Keine Sorge meine Leute konnten das Schlimmste verhindern, er lebt noch und ist jetzt auf dem Weg zurück ins Wirtshaus“ mit diesen Worten streckte sie Gieselhold ein Kärtchen entgegen. Als er das Papierstück entgegen nahm richtete sie noch ein letztes Mal das Wort an ihn „Wenn ihr eure nächsten Schritte geplant habt, komm vorbei und bestelle ein Glas Milch, so weiß ich das du mit mir reden möchtest“. Mit diesen Worten verabschiedete sich die Unbekannte. Kaum war sie in den Schatten verschwunden begann auch schon wieder das Gemurmel der anderen Gäste. Auf dem Weg zurück zum Wirtshaus sah sich Gieselhold das Papier genauer an. Auf dieser stand in rosa Lettern nur eine Adresse ansonsten war sie leer. Aber dieser angenehme Geruch...deutlich parfürmiert.
Gerald war als erster zurück im Wirtshaus. Sein blutiges Auftreten hat den Herrn des Hauses gleich auf den Plan gerufen. Gerald bat um einen Arzt und zog sich zurück auf sein Zimmer. Kurze Zeit später kam auch schon der Arzt vorbei, dieser behandelte die Wunden so gut es ihm möglich war. Nachdem alles gereinigt und verbunden war verabschiedete sich der Arzt und Gieselhold betrat das Zimmer. Dieser erkundigte sich wie es Gerald ergangen ist und die zwei tauschen sich über die Vorkommnisse des Abends aus.
Um seine Heilung zu beschleunigen griff Gerald auf seinen Vorrat an getrockneten Wirselkraut zurück. Diese vermische er mit heißem Wasser, um die Einnehme zu erleichtern. Während dieser Zubereitung organisierte Gieselhold eine Stadtplan um die Adresse auf dem Papier der Unbekannte ausfindig zu machen. Auf dem Plan war nur zu erkennen das es sich um ein großes Haus handelt, weitere Informationen konnten nicht aus der Karte entnommen werden. Nach einem so ereignisreichen Abend verabschiedeten sich die Gruppe voneinander und gingen auf ihre Zimmer.
Am nächsten Morgen fühlte sich Gerald schon viel besser, der erholsame Schlaf und sein Kraut hatten in vollständig geheilt und er konnte ohne Einschränkungen auf den neuen Tag blicken. Am Frühstückstisch trafen sich die Gruppe mit Groink. Um den neuen Tag gut nutzen zu können bat Gerald Groink nochmal einen Termin mit den Bluuga-Paalas der Erdpelze zu vereinbaren, falls dies möglich wäre. Um Groink genügend Zeit für die Suche nach den Blugga-Paalas zu geben verabredeten wir uns mit im um 12 Uhr vor dem Haus der Erdpelze.
Um nicht untätig bis zum Mittag herumzusitzen wollte sich die Gruppe um den Fall des verschwundenen Goblins Jukuul kümmern, vielleicht könnte man ihn auch noch retten. Die erste Anlaufstelle war deshalb die Wache im Gerberviertel. Die Gardisten Stane Bogoris und Uriel von Gradnochsjepengurken hatten für uns aber schlechte Neuigkeiten. Diese berichteten, dass der Goblin in seinem Haus tot aufgefunden wurde. Es war offensichtlichwieder ein Unfall. Der Goblin schien auf seiner Leiter ausgerutscht zu sein, da er auf einer der oberen Sprossen plötzlich seine Fußnägel kauen wollte. Zumindest war die Leiche vor einer Leiter gefunden worden mit einen Fuß in seinem Mund. Die Blutlache, in welcher die Leiche gefunden wurde, ließ nur diesen Schluss zu. Die Leiche wurde bereits abtransportiert, da es sich um ein Unfall handelte. Wir liesen uns von den Gardisten den Weg zu Juukuls Haus erklären, um den vermeidlichen Tatort unter die Lupe zu nehmen. Auf dem Weg zum Haus erkannte Gerald, dass sie verfolgt und beobachtet wurden. Zum ersten Mal in Geralds Leben war er über diese Erkenntnis erleichtert, da er vermutete dass es die gleichen Leute waren, welche ihn am Tag zuvor gerettet hatten. Am Haus des Goblins angekommen fiel der Gruppe als erstes auf, dass die Haustüre eingetreten wurde. Das kleine Häuschen, welches durch Stelzen 20 Finger in die Luft gehoben wurde, hatte eine kleinen vertrockneten Rasenfläche und einen Pflanzgarten. Anders als bei den meisten Tatorten, gab es hier keinen direkten Zugang zur Kanalisation. Das Innere des Hauses, welches man im Normalfall nur über die Treppenstufen bei der Eingangstüre erreichen konnte, war ein großes Einzelzimmer. Beim Betreten fiel Gieselhold sofort auf, dass das Blut überall hin gespritzt ist, nur die Leiter war Blutstropfen frei. Da die Leiche laut Blutfleck direkt neben der Leiter lag müssten dort eigentlich einige Tropfen zu finden sein. Anscheinend wurde die Leiter erst nach den „Unfalltot“ an die Wand gelehnt. Um sicherzustellen, dass es hier nicht um einen Raubmord ging, untersuchte Gieselhold die Inneneinrichtung. Sowohl das Geld, die Kleidung als auch die religiösen Talismane des Goblins waren im Haus zu finden. Auf den ersten Blick schien nichts gestohlen zu sein. Weitere Hinweise wurden in diesem Haus nicht gefunden.
Da es jetzt schon fast Mittag war machte sich die Gruppe auf den Weg zum Haus der Erdpelze. Dort angekommen teilte uns der bereits wartende Groink mit, dass die Bluuga-Paalas gleich kommen würden, im Augenblick müssen sich die Goblindamen noch um das Problem der streikenden Männer kümmern. Nach ca. 30 Minuten erschienen Jolmelle und war bereit mit uns zu sprechen.
Als erstes wollte Gerald wissen ob es sich bei Juukul ebenfalls um einen Erdpelz handelte, der in der Kanalisation arbeitet. Dies bejahte sie. Der zweite Grund für dieses treffen war die Klärung ob uns die Bluuga-Paalas nochmal durch die Kanalisation führen könnten. Auf die Frage nach dem warum erzählte Gerald ihr die Geschichte die Gamrik über Ilmeroff erzählt hatte.
Außerdem hatte Gerald gleich noch eine dritte bitte, zusätzlich zur Führung durch die Kanalisation hätte Gerald gerne noch ein paar zusätzliche Kämpfer dabei. Zum Einen als Zeugen falls die Gruppe etwas wichtiges in Ilmeroffs Haus finden würde, zum Anderen als zusätzliche Schlagkraft, da Gerald der Hinterhalt vom Vortag noch immer in den Knochen steckte. Seine Vermutung war, dass die neun Schläger von Ilmeroff beauftragt wurden, da sie ihnen zu nahe gekommen waren. Bei neun Schlägern können wir wirklich jede Hilfe brauchen. Überraschenderweise bot Jolmelle sich und ihre Mit-Bluga-Paala als Zeugen und Kampfunterstützung an. Im Schlepptau der beiden Bluuga-Paalas ging es schon kurze Zeit später in die Kanalisation. Die Gruppe wurde mit Laternen durch die Kanalisation zum Eingang in Ilmeroffs Haus geführt. Während dieser Wanderung hatte die Gruppe häufiger das Gefühl beobachtet zu werden.
Schon als Gerald vor dem Rohr stand, welche in den Keller des Hauses führte, spürte er wie sich seinen Fuchssinn meldete. Dieses Unangenehme Gefühl das ihn davor warnte, dass irgendwo in der Nähe eine Falle versteckt ist. Gieselhold und Gerald fanden die Bärenfalle, welche im Keller genau unterhalb des Kanalisationseinganges versteckt wurde, sehr schnell. Mit vorsichtigen Bewegungen wurde die Falle aus dem Weg geschoben und die Gruppe befand sich in einem kleinen Kabuff. Von dort aus gab es nur einen Weg wie die Gruppe weiter gehen konnte.
Genau gegenüber befand sich ein weiterer Durchgang in der Wand, welcher von der gegenüberliegenden Seite durch Holzfässer versperrt wurde. Mit einer vorsichtigen Bewegung wurden die Fässer zur Seite geschoben. Dieser Raum bestand neben den Holzfässern noch aus einem Strohbett, einem Waschbecken, einem Tisch mit Stühlen und einer verschlossenen Kiste. Gieselhold, der einer solchen Einladung nicht widerstehen konnte, öffnete die Truhe und entdeckte auf einem Haufen sauber zusammengelegte Kleidung und darunter einen Sextanten. Ansonsten gab es in diesem Raum nichts wichtiges zu sehen. Die Fässer waren leer, das Strohbett nicht gemacht und das Waschbecken funktionierte. Neben dem Waschbereich befand sich eine Türe, welche in einen anderen Raum führte. Gieselhold versuchte diese zu öffnen nur um zu erkennen das diese Türe gar nicht verschlossen war. Kurz konzentrierte sich Gieselhold auf alle Geräusche. Er konnte keine aus dem Raum hinter der Türe wahrnehmen. So bestätigt öffnet Gieselhold die Tür und geht den nächsten Raum.
Management-Zusammenfassung:
- Gieselhold bekommt in einer Kneipe ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann
- Gerald wird verprügelt
- Neuer Unfall/Mord an Goblin und Tatort begutachten
- Durch die Kanalisation in Ilmeroffs Haus
- Durchsuchen der ersten Kellerräume in Ilmeroffs Haus