Das Wandern ist des Heldens Lust: Episode 743 – ein Traum in weiß

01. Phex 1039 BF

Wetter: kühl, nur -10°, sonnenklar, fast schon T-Shirt Wetter

Da der Chef der Ragaschoffs, Alriksej die Karte abgenommen hat, brechen die Helden so schnell wie möglich auf, in der Hoffnung, die Ragaschoffs einholen und zur Rede stellen zu können.

Während wir in der Dämmerung die Straße entlang eilen, quatscht Gieselhold mit Alriksej, wie er denn sich den vorstellt den Weg von Irberod nach Firunen zu reisen. Alriksej Idee war, die Schleichwege der Norbarden am Süden und Osten entlang des Bornwalds zu nutzen, was sich jetzt aber so ohne Karte als schwieriger erweisen dürfte.

Spieler: Holger (Berichterstatter), Sascha, Christoph, Christian (GM)

Als man wieder einmal um eine Biegung der Straße „eilt“...

Out of Character, kurz OOC - was die Spieler hören): Der Meister erklärt den Spielern lang und breit, das sie nichts gegen das anstehende Event unternehmen können.

OOC - was der Meister sagte: Vorsichtig! Ihr seit hier im Bornland, d.h. in einer waldigen, bergiger und verschneiten Landschaft unterwegs. Schnell mal in die Büsche springen um sich zu Verstecken ist eher ein den Berg hinabpurzeln oder sich mühsam einen Anstieg hinaufkämpfen. Und euer Wahrnehmungshorizont ist eher bei maximal 100 Meter. Ins Besondere, wenn ihr „schnell“ reisen wollt ist das alles andere als „easy peacy“. Es ist kein sanftes Hügel auf Hügel ab mit kilometerweiter Sichtweite in alle Himmelsrichtungen. Und nein, auch SCs können nicht durch Berge und Bäume schauen...

Also: ... als man wieder einmal um eine Biegung der Straße iin vollem Verfolgungstempo bricht, treffen die Helden um Alriksej unerwartet auf eine mobile Kontrollstation der Scholle Notjeseb-Drachenschwinge (OOC: die haben bestimmt auch eine EM anstehen…), welche von der Schitze Maria von Bertjatson-Drachenschwinge und deren Knappen und ein paar Soldaten – allesamt natürlich bewaffnet – bemannt ist. Motiviert sei diese Kontrollstation auf Grund von „Unregelmäßigkeiten“ auf öffentlichen Straßen, deren Sicherheit in der Zuständigkeit der Schitzen stehe. „Man wolle sichergehen, dass ortsfremde Reisende – auf Grund von fehlender Ortskenntnisse – nicht ungewollt sich verlaufen würde“, so die Kontrolleure.

Jeder muss sich ausweisen, dann warten und dann auch noch kontrolliert werden. Hinzu kommt, dass Ware verzollt (zum Glück haben wir keine…) werden.

Norbarden – vor allem diejenigen, die ohne ihre Sippe unterwegs sind – müssen zudem das Formular A38b ausfüllen, ein Schreiber kann gegen Gebühr bereitgestellt werden. Beim Namen Jantareff werden dann alle hellhörig und das Ganze fängt nochmal von Vorne an. Gamrik, als Festumer Bürger, gibt sich als Leumund für Alriksej aus (Leumund, nicht Bürge!). Eine Diskussion ob ein Festumer Pfeffersack hier etwas gelten bricht zum Glück nicht aus. Die Schitze scheint (glücklicherweise?) etwas langsamer zu sein, denn in den Augen der Umstehenden kann man deutlich erkennen, dass derartige Ansichten auch hier vorhanden sind.

Während die Helden die Prozedur über sich ergehen lassen, können sie durch die Bäume, ca. 50 Meter Luftlinie auf der anderen Seite des Tals durch das ein Bergbach sich frisst, und etwa 150m weiter die Straße entlang, zwischen den Bäumen hindurch eine weitere Kontrollstation erkennen. An dieser werden anscheinend gerade die Ragaschoffs gefilzt. Leider fällt den Helden zu spät ein, dass man ja die Ragaschoffs-Norbarden sicherlich hätte aufhalten lassen können...

Es stellt sich heraus, dass die zweite Kontrollstation der Ausreisekontrolle aus der Scholle Notjeseb-Drachenschwinge dient. Ein Hoch auf die präzise Bürokratie. Und natürlich wird alles formal und Praiosgerecht durchgeführt: „Was zu Verzollen?“, „Wie war der Aufenthalt in unserem schönen Land?“, „Irgendwelche Waren verkauft? Oder eingekauft?“, „Wollen sie noch ein Andenken erwerben?“, „noch eine schöne angenehme Reise!“.

Als die Helden den zweiten Kontrollpunkt endlich hinter sich lassen können, erkennen sie mit einem Schulterblick, dass ein Ritter mit – vermutlich – ihrem Knappen und zwei Packpferden an der erste Kontrollstation ankommt.

(OOC: war bestimmt ein wichtiger Hinweis, denn uns wurde ja in Salderkeim u.a. auch dies Frau Ritter vorgestellt… → also vergessen wir das).

Am Abend treffen die Helden in der Stadt Drachenzwinge ein, welche bereits zur Grafschaft Irberod gehört.

Derweil schimpft Geron, der nach wie vor das Blaue Buch transportiert, darüber wie unbequem dieses zu bewachen oder gar damit zu schlafen ist. Und Geron sieht tatsächlich ziemlich übermüdet und grummelig zu sein. Gerald übernimmt selbstlos die Verwahrung des Buches, das Blitzen in seinen Augenwinkeln als er das Buch in der Hand hält bemerkt niemand.

Die Helden mieten sich in einem Gasthaus „Ritter und Drache“ ein und teilen sich nach dem Abendessen auf:

Gieselhold macht sich auf die Suche nach den Ragaschoffs und findet diese außerhalb der Mauern auf der Norbardenwiese, wo sie sich bei einer anderen Norbardensippe „untergemietet“ haben. Sprich sie bewohnen ein eigenes Zelt in der Wagenburg und ihre Ochsen sind – markiert – bei denen der Sippe untergebracht. Markierungen könnten schnell verloren gehen, frohlockt Gieselhold. Gieselhold findet schnell einen „einfachen“ Weg hinaus und hinein in die Stadt und beschließt den Ragaschoffs in der Nacht einen Besuch abzustatten, am besten um die Karte zu beschaffen, minimal aber die Markierungen an den Hörnern der Ochsen zu entfernen. Als sich die Ragaschoffs zu Bett begeben und friedlich schlummern, sieht Gieselhold seine Gelegenheit kommen und durchwühlt das Zelt sowie die schlafenden Norbarden auf der Suche nach der Karte und findet sie…nicht. Nebenbei erblickt er bei seiner Suche durch den Zelteingang draußen in der Mitte der Wagenburg ein Bach über den sich eine kleine Brücke spannt. Das war, als er sich in das Lager schlich, noch nicht da. Auf der Brücke steht ein kleines Männchen und sieht zu Gieselhold herüber, ihm direkt in die Augen. Instinktiv verschmilzt Gieselhold noch mehr mit den Schatten hier im dunklen Zelt, aber als er das Zelt verlässt steht das Männchen auf einmal vor ihm. Gieselhold versucht das Männchen zu ignorieren, aber es folgt ihm einfach und ihm immer „gut gemeinte Ratschläge gibt“. Frustriert, das er die Karte nicht finden konnte, ist er der festen Überzeugung, dass das plappernde Männchen es ihm unmöglich macht die Ochsen zu demarkieren. Bis auf einmal das Männchen Gieselhold einen Vertrag unter die Nase hält: Gegen Überlassung seines Erstgeborenen (sein erstes Kind a.d.R.) bietet er ihm Unterstützung bei seiner Suche an. Gieselhold verhandelt und zögert bis es dem Männchen (Kobold) zu bunt wird und sich verdrückt, nicht ohne ordentlich Radau zu machen, was die Wachen auf den Plan ruft. Nachdem der Radau aber bei der Wagenburg stattfindet und nicht bei den Ochsen, nutzt Gieselhold die Gunst der Stunde und entfernt die Markierung an den Ochsen und macht sich aus dem Staub, immer noch über die merkwürdige Begegnung nachzugrübeln.

Gamrik bleibt nach dem Essen im Gastraum und schaut sich um, auf der Suche nach irgendwas um ihm den Abend zu versüßen. Wie er die kalten, nassen und vor allem einsamen Straßen des Bornlands hasst. Ihm wird immer klarer, wieso hier im Bornland Geselligkeit, Zusammenhalt und Vertrauen sehr groß geschrieben wird. Besonderes das Konstrukt „Schwitzhütte“ als Gegenpool zu Kalt, Nass und Einsam hat schon so seine Berechtigung. Irgendwo hat er mal gehört, dass dort die großen und bedeutsamen Geschäfte abgeschlossen werden würden...unverhofft wird Gamrik aus seinen Gedanken gerissen, als seine Augen auf vier sehr attraktiven und kecken Aussichten fallen, die paarweise einen Anhänger umschmeicheln. Die dazugehörigen beiden rothaarigen Schrankmägde, offenbar Zwillinge, scheinen amüsiert zu sein. Den komischen Mann, der auf die Personen an seinem Nachbartisch einredet, ignoriert er geflissentlich (OOC: war wichtig, deswegen ignorieren!). Erstmal einen ordentliche almadischen Rotwein, dann sehen wir weiter. Zu seiner Überraschung wird er nach seiner Bestellung und einem „angemessenen Trinkgeld“ in eine Art VIP Bereich des Gasthauses eingelassen, mit allerlei anderweitigen Annehmlichkeiten, zusätzlich zu dem guten Roten. Genau das was Gamrik jetzt braucht, um das Bornland für ein paar Stunden vergessen zu können, egal zu welchen Preis.

Gerald zeiht sich nach dem Essen auf das Zimmer zurück und widmet sich dem Blauen Buch. Er beginnt mit seiner wissenschaftlichen Procedere der magischen Analyse. Aber mit seinem zweiten Gesicht oder Regenbogenblick nimmt er das Buch auf eine andere Art wahr: er erkennt bestimmte magische Strukturen, die sich um das Buch winden aber irgendwie nicht richtig zu passen scheinen. Wenn er das Buch durchblättert, erscheinen ihm einzelnen Seiten, rein weiß wie unbeschrieben, chaotisch durcheinanderwirbelnde Zeichen oder komplett schwarz...wobei schwarz eher im Sinne von da ist etwas, das jegliches Licht verschluckt zu verstehen ist. Es gibt sogar Seiten die physikalisch gar nicht existieren. Eine Schrift kann er oftmals erkennen oder gar nicht erkennen, beidem gemein ist, dass Gerald diese Schriften bzw. nicht-Schriften nicht lesen kann. Etwas verwirrt beendet Gerald seinen kurzen Ausflug mit seiner speziellen Sicht, nur um festzustellen, dass bereits mehr als eine halbe Stunde vergangen ist. Geralds Neugier ist entfacht, verbissen versucht er irgendeine Reaktion von dem Buch zu erhalten, er experimentiert mit Blut (das aus dem Kloster, oder seinem eigenen), nutzt Spielgel, was auch immer er zur manuellen magischen Analyse weiß. Während er alle seine Versuche durchprobiert, keimt ihn ihm der Wunsch nach einem guten Krug Rauchbier, vor allem da ihm seine sieben Kinder mal in Frieden lassen. Eigentlich der ideale Zeitpunkt seine seine Füße hochzulegen und sich von seiner geliebten Frau das Fell durchkneten zu lassen. Moment, Gerald schüttelt sich. Bier? Kinder? Frau? Fell? Was zum….

Geron verdrückt sich ebenfalls nach dem Essen auf sein Zimmer, mit dem einfachen Ziel zu schlafen, was auch ohne den Backstein von Buch hervorragend klappt.

Am kommenden Morgen, den 2. Phex 1039 BF, sind Geron voll ausgeschlafen, Gamrik voll entspannt (zwar etwas müde von den Anstrengungen, aber das ist eher positiv zu sehen) während Gieselhold und Gerald übermüdet und schlecht gelaunt zum Frühstück geschlichen kommen. Gerald faselt etwas von einem immer wiederkehrenden Traum in dem er einem vierbeinigen Ungetüm mit Stachelschwanz

Beim Verlassen von Drachenzwinge, sieht man einen Aufruhr im Norbardenlager, ein größere Anzahl an Norbarden ist wohl in eine hitzige Debatte verwickelt. „Da geht’s bestimmt um Ochsen“, grinst Gieselhold.

2. Phax 1039 BF, Abends, Ankunft in Irberod, am Fluss Westerbach, Südlich des Bornwalds

Als die Helden ankommen, erblicken sie reges Treiben, offenbar wird die Festwiese vor den Toren der Stadt für den anstehenden Wettbewerb vorbereitet. Am Tor erkundigen sich die Helden nach den Formalitäten des Wettkampfes und werden für weitere Informationen und Teilnahme an das Grafenhaus verwiesen. Wohin sich die Helden mit Alriksej umgehend begeben.

Dort angelangt, treffen die Helden auf eine alte Bekannte: Leudara von Firunen. Auch Leudara ist erfreut die Helden wiederzusehen und man vereinbart sich am folgenden Tag, nach dem offiziellen ersten Wettbewerb, auf „ein Bierchen...oder auch zwei“ zu treffen und über die Vergangenheit und was seit dem so passiert ist zu philosophieren. Doch bis dahin muss Leudara ihre offizielle Aufgabe als Schiedsrichter des Wettbewerbs wahrnehmen. Und schon ist man wieder bei den Formalitäten des „Wettbewerb zu Ehren der Donnernden Leuin“:

  • Teilnehmer: Alriksej Jantareff
  • Nachweis, dass die Zugtiere vom Teilnehmer gestellt werden: 4 Ochsen (vorgeführt und bestätigt, verbleiben bis zum Ende des Wettbewerbes auf der von Hirten bewachten und betreuten Pferch vor der Stadt)
  • Nachweise, dass der Teilnehmer über die notwendigen Barmittel für den Erwerb eines Fuhrwerkes verfügt: 20 Batzen (vorgezeigt und bestätigt)
  • (optional) Gegengezeichnet durch einen Zeuge: Gamrik Holzhausen
  • Regelwerk zum Wettbewerb den Teilnehmer eigenhändig übergeben durch: Leudara von Firunen

Die Helden erfahren, dass Alriksej der zweite gemeldete Teilnehmer ist. Der erste ist Fabius ter Frauting, (der Seekadett aus Festum, den die Helden daaaamals bei dem Hilfpolizistendienst für den Umzug auch kennenlernen konnten) mit seinen kaum zu kontrollierenden zwölf Schlittenhunden.