Ein Verteidiger beginnt seine Arbeit

Es war ein Tag (der 28. Firun 1039 BF) wie jeder andere im Bornland als sich Gamrik, Gieselhold und Gerald im Erdgeschoss des Bergrieds des Klosters im Audienzzimmer des Abt-Barons Jelomir von Korswandt versammelten, um sich dort über die bevorstehende Verhandlung von Fetanka mit den Abt-Baron abzustimmen.

Spieler: Christoph, Sascha (Berichterstatter), Holger, Christian (GM)

Gamrik hatte die ehrenvolle Aufgabe übernommen, als Verteidiger für Fetanka aufzutreten. Während sie über die Strategie für die Verhandlung diskutierten, kam Gamrik ins Grübeln. Sollte er dem Abt-Baron von seiner adligen Abstammung erzählen? Es war eine schwierige Entscheidung, die Vor- aber auch Nachteile mit sich führen konnte. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Gamrik jedoch dagegen, seine adeligen Herkunft zu erwähnen.

Nach Rücksprache mit Gamrik, setzt der Abt-Baron den Beginn der Verhandlung – und damit den erste Verhandlungstag - für übermorgen, den 30. Firun 1039 BF, an und Gamrik wird sich des Drucks, der auf ihm lastete, immer mehr bewusst. Er wusste, dass er sein Bestes geben musste, um Fetankas Unschuld zu beweisen und sie auch nach Recht und Ordnung und – hoffentlich auch – gerecht zu verteidigen.

An dieser Stelle der wichtige Hinweis für den unkundigen Leser und Laien: Auch im Bornland basiert das Rechtssystem auf der Offensichtlichkeit, dass – erstens – nur Schuldiger angeklagt werden und – zweitens – die Götter, allen voran Praios, uns dazu verpflichten alles dafür zu tun die Unschuld einwandfrei vor den Göttern beweisen … wie überall in Aventurien.

Nach der Besprechung wünschte Gamrik zu Fetanka geführt zu werden, um sich mit ihr auf die bevorstehende Verhandlung vorzubereiten. Gerald und Gieselhold schickte er zu den Norbarden, um ihnen die aktuelle Situation zu erklären.

Es war immer noch früher Vormittag, als Bruder Rochnow Gamrik zu seiner Klientin ihre Zelle der Nervenheilanstalt oder – wie Bruder Rochnow nicht müde wird liebevoll zu korrigieren – des Sanatoriums führte. Der Weg führt sie in den Keller des Bergfrieds. Bruder Rochnow erklärt, dass dort im Gelass die Zellen für die besonderes kritischen Fälle sind. Der Weg führt durch den düsteren Gang, in denen die Schreie der Insassen widerhallten und eine unheimliche Atmosphäre erschufen.

Doch Gamrik ließ sich von dieser Atmosphäre nicht einschüchtern und betrat, nachdem Bruder Rochnow die Zelle aufgesperrt hatte, diese. Mit einer Entschuldigung schloss Bruder Rochnow die Zellentür wieder hinter Gamrik. In der Zelle wartete Fetanka.

Er erklärte ihr, dass er ihr Verteidiger sei und versprach, alles in seiner Macht stehende zu tun, um ihre Unschuld zu beweisen. Gamrik hatte den Verdacht, dass die Anklage gegen Fetanka auf einem nicht genehmigten magischen Ritual basierte, das auf dem Grund des Barons stattgefunden haben soll...genauer darüber nachgedacht: Würde ein Praiosgeweihter die Möglichkeit der Genehmigung eines magischen Ritual überhaupt eines Gedanken würdigen...

Die Anklage schien äußerst schwach zu sein, und er beschloss, sich später die genaue Anklageschrift durchzulesen.

Fetanka versicherte Gamrik, dass das Trommeln auf der toten Esche, das ihr zur Last gelegt wurde, kein Ritual gewesen sei. Gamrik glaubt ihr. Sie erklärt ihm auch, dass es durchaus Rituale gibt, bei denen derartiges Trommeln durchgeführt werde. Das bedeutet, dass es für einen kundigen Beobachter tatsächlich der Eindruck entstehen könnte, dass es sich bei dem Trommeln um ein Ritual gehandelt habe.

Nach diesem kurzen Gespräch rief Gamrik wieder nach Bruder Rochnow, der ihn, nach der kurzer Wartezeit des aufwändigen Aufschliessens, dann auch aus der Zelle lies. Danach forderte er Bruder Rochnow auf, ihm die Anklageschrift zu übergeben. Bruder Rochnow meinte er könne dies nicht, aber Bruder Stane, der Scriptor der Sanatoriumsbibliothek und Schriftführer des Baron-Abts, dazu könne sicherlich weiterhelfen.

Gemeinsam begaben sie in den dritten Stock des Burgfrieds, in dem sich auch die Bibliothek befindet. Nachdem Bruder Rochnow an der massiven Tür angeklopft haben, wird Gamrik auch von Bruder Stane hereingebeten. Bruder Stane ist ein kleiner Mann in seinen mittleren Vierzigern, der einen markanten Schnurrbart trug. Mit geschickten Händen holte Bruder Stane die Unterlagen von seinem Schreibtisch. Doch bevor er Gamrik die Akte übergab, entfernte er noch seine privaten Notizen zu diesem Fall aus der Mappe. Auf Nachfrage von Gamrik, was er da entfernt habe, zeigt Bruder Stane ihm selbstverständlich seine Notizen, auf der er „Anklageschrift in Wachsmappe umordnen“ lesen kann, als ein rein Verwaltungstechnischer Anweisung, die nichts mit dem Inhalt der Schrift zu tun hat.

Gamrik begann die Akte zu studieren und sich auf die bevorstehende Verhandlung vorzubereiten. Die Anklage war in einer geschwungenen Handschrift geschrieben. Dies stand im starken Kontrast zum objektiven Inhalt der Unterlagen:

Klageschrift der Judikative der Baronie Korswandt, Kloster Korswandt, den 27. Firun 1039 BF

… viel formales juristische Bla-Bla und Gedöns …

Zuständigkeit: Das Vergehen wurde im Gebiet der Baronie Korswandt begangen. Daher wird die Zuständigkeit von Baron-Abt Jelomir von Korswandt festgestellt.
Am 27. Firun 1039 BF wird Baron-Abt Baron-Abt Jelomir von Korswandt, entsprechend seiner Pflicht, zum vorsitzender Richter des Verfahrens eingesetzt.

… weiteres formales juristische Bla-Bla und Gedöns …

Angeklagte: Fetanka Jantareff, amtierende Zibilja der Nordardensippe Jantareff, aktueller Aufenthalt: Burg Korswandt, Zelle 9b
Verteidiger: Gamrik Holzhausen, Abt-Baron Jelomir von Korswandt hat seine Qualifikation geprüft und bestätigt.

… noch mehr formales juristische Bla-Bla und Gedöns …

Zur Sachlage:

Fetanka Jantareff, amtierende Zibilja der Nordardensippe Jantareff verhexte durch rituelle gefährliche magische Handlungen mehrmalig nachweislich folgende Insassen der Kloster Sanatorium Korswandt:
- Tirulf von Ask Jarlak: 18. Firun (vor dem Morgengebet), 23. Firun (während der 2. Nachtwache)
- Travine Cosbrietzki zu Sirmgalvis: 18. Firun (nach dem Frühstücks), 23. Firun (kurz nach dem Abendessen), 26. Firun (während des Abendgebets), 27. Firun (während der Vormittagsvisite)
- Therinja III. von Ilmenstein: 23. Firun (kurz nach dem Abendgebet), 26. Firun (während der Nachmittasvisite), 26. Firun (während der 2. Nachtwache)
- Alinja von Dallenthin: 20. Firun (vor dem Morgengebet)
- Paale von Grotzkin-Hintersjepengurken: 23. Firun (während der 3. Nachtwache), 26. Firun (spät nach dem Abendessen)
- Neesdan von Schlüsselfels-Dornacker: 26. Firun (beim Wachwechsel zur 4. Nachtwache)
- Rowena von Hummergarben zu Ahrholt: 27. Firun (später während der Vormittagsvisite), 27. Firun (zu Beginn der Nachmittagsvisite)
Zu den Ereignissen wurden das jeweilige zuständigen medizinisch Personal gerufen, die dann eine eine Besessenheit diagnostizierten.

… ein bisschen formales juristische Bla-Bla und Gedöns …

Ermittlungen haben ergeben, dass am 26. Firun 1038 BF im Laufe des frühen Vormittags die Norbardensippe Jantareff vor Ort eintraf und ihr Lager am Dorf Korswandt errichteten.
Status quo liegt keine Anmeldung der Norbardensippe Jantareff beim Baron-Abt, noch bei dem zuständigen Schulzen bezüglich ihres Aufenthaltes vor.

… gefolgt von formales juristische Bla-Bla rund um die Tatsache, dass sich die Norbarden aktuell widerrechtlich verhalten und heftige Bestrafungen riskieren sobald der Baron-Abt darauf wert legt dem nachzugehen …

Parallel zur Ankunft der Norbardensippe Jantareff nahmen signifikant die Ereignisse der Besessenheit zu.

… und wieder formales juristische Bla-Bla und Gedöns …

Am 27. Firun 2039 BF, vor dem Abendgebet, wurde von
Baron-Abt Jelomir von Korswandt,
Sonnenlegionär Ilbin Dübelholz, Sonnenlegionär Marissja Gemmenthaler, Sonnenlegionär Garamold Goldenbacher, Sonnenlegionär Raul Meeltheuer, Sonnenlegionär Galvin Gathris, Sonnenlegionär Nadjescha Elmsjen
am Fuße der Blutklippe auf der Lichtung mit der toten Esche, in unmittelbarer Nähe des Klosters und – ins Besondere – des Gelass,
Fetanka Jantareff, amtierende Zibilja der Norbardensippe Jantareff
und in Begleitung mehrerer Personen, bei der Ausführung eines unheiligen Rituals beobachtet.
Anwesend bei der Durchführung des Ritual und – wie sich nach einer Befragung der Personen herausgestellt hat – Begleiter der Angeklagten, waren
Gamrik Holzhausen, Gerald Fuxfell, Geron Waisenmacher und Guri Jantareff.
Eine Fortführung des Ritual wurde durch die Verhaftung von Fetanka Jantareff durch die Sonnenlegionäre Ilbin Dübelholz und Sonnenlegionär Raul Meeltheuer verhindert. Die Verhaftete befolgte die Anweisungen der Exekutiven und leistete keinen Widerstand.
Nachdem das in unmittelbarer Nähe des Kloster durchgeführten Rituals unterbrochen wurde, ist kein Fall von Besessenheit mehr aufgetreten. Damit ist der offensichtlich Zusammenhang logisch nachgewiesen.

… das formales juristische Bla-Bla und Gedöns will nicht enden …

Der Strafantrag wurde form- und fristgerecht gestellt.

Nachdem Gamrik die trockene Anklageschrift durchgearbeitet hatte, überflog er noch den Anhang. Es war ein Gutachten des Abt-Barons zu den Besessenheit der Patienten:

Gutachten zu den Beobachtungen der diversen Besessenheit im Kloster Korswandt

.… jetzt formales medizinisches Bla-Bla und Gedöns …

Besessenheit bezeichnet das „Inbesitzgenommensein“ eines Lebewesens durch das  „Einfahren“ eines übernatürlichen Wesens oder Kraft, das sich durch einen ausgeprägten Erregungszustand im Wirtskörper zeigt. Die Verhaltens- und Bewusstseinsänderung wird in der nachfolgenden Aufzählung beschrieben.

… formales medizinisches Bla-Bla und Gedöns ohne Ende …

Im Wesentlichen konnten folgende typische Reihenfolge und Art der Symptome der Besessenheit bei den Patienten beobachtet werden:
1. Phase der Annäherung: Der Patient wird unruhig, schnauft, grunzt und stöhnt gequält.
2. Phase des Einfahren: Sein Körper bäumt sich auf und nimmt ein untypisches, dem medizinischen Personal gegenüber hochmütiges Verhalten an. Der Patient vermeidet direkten Augenkontakt zu jeder Person und starrt ins Leere.
3. Phase des Agieren: Patient ist ansprechbar. In dieser Phase ist keinerlei Persönlichkeit des Patienten zu erkennen. Im Regelfall gab der Patient Laute von sich, möglicherweise eine fremde Sprache.
4. Phase des Ausfahren: In vielen Fällen scheint der Patient eine Pose der Verkündung einzunehmen, etwas zu Verkünden, erstarrt dann. In allen Fällen fällt der Patient dann in Ohnmacht.
Allen gemein ist, dass nachdem der Patient wieder zu Bewusstsein gekommen ist, er sich an nichts erinnern kann.

Dass man auch mit formalem juristischen oder auch medizinischen Bla-Bla und Gedöns foltern kann war sich Gamrik nicht bewusst. Vielleicht stellt dies eine neue Dimension der Selbstkasteiung im Leben von Praionten dar, die ihm neu ist…oder sein Hirn ist in der Zwischenzeit zu Brei geworden.

Apropos Hirnbrei: Als Gamrik das Gutachten betrachtete lies ihn ein Gedanke nicht mehr los. Der erste Vorfall von Besessenheit fand in den frühen Morgenstunden des 18. Firun statt. Am 17. Firun fand das Massaker von Hinterbruch statt. Aber – wenn man es genau betrachtet – erst in der Nacht vom 17. auf den 18. Firun. Dann in der Nacht vom 18. auf den 19. Firun auch noch die Begegnung mit der Geisterkarawane, die zwar schon Jahrhunderte in der Mosse unterwegs ist. Aber dass diese gerade uns in dieser Nacht begegnet, ist vielleicht schon zu viel Zufall gewesen. Könnte es da Zusammenhänge geben? Auch dass in der Anklageschrift kein mögliches Motiv zu finden war, ist Gamrik aufgefallen. Das passt aber dazu, dass ins Besondere Praioten Spekulationen ablehnen. Gamrik muss sich mehr, wie er in seiner juristischen Ausbildung immer wieder eingetrichtert bekomme hat, auf den Beweis der Unschuld Fetanka konzentrieren. Mit fantastischen Alternativen der Realität würde er weder vor einem „normalen“ Richter und erst recht nicht vor einem Richter, der auch noch Praiosgeweihten ist, weit kommen. Das wäre kontraproduktiv. Und Fetanka hat ihm gegenüber ja zugegeben, dass das Trommeln ein Ritual hätte sein können. Wer könnte ein Gegengutachten erstellen, in dem steht, dass Fetanka kein Ritual durchgeführt hat...

Aus diesen Gedanken wurde Gamrik je herausgerissen als ihm Bruder Stane aus der Bibliothek drängte. Es war Zeit für das Mittagsgebet und danach gab es das Mittagessen. Gamrik beschloss am Mittagstisch auf die Rückkehr von Gieselhold und Gamrik zu warten.

In der gleichen Zeit:

Es war ein aufregender Tag für Gieselhold und Gerald, als sie das Audienzzimmer verließen und sich auf den Weg zu den Norbarden machten. Auf dem Hof des Klosters, tritt plötzlich ein Mann ihnen in den Weg. Er war ca. 55 Jahre alt, hatte eine Glatze, war einäugig und trug einen Vollbart. Seine muskulöse Erscheinung ließ darauf schließen, dass er kein gewöhnlicher Mann war. Er stellte sich als Marschall Gerbald von Ruckenau vor und fragte die beiden, ob sie seinen Schatz aus dem Sumpf jetzt geborgen hätten. Er hätte diesen gerne jetzt überreicht.

Als Gieselhold und Gerald den Namen Ruckenau hörten, erkannten sie ihn als einen der Geister aus dem Sumpf wieder. Doch das konnte nicht sein, der Mann sieht dem Marschall ähnlich, ziemlich ähnlich sogar. Ist er es wirklich? Nur jetzt menschlich und kein Geist mehr? War dieser Mann besessen oder ein Insasse des Sanatoriums? Besessenheit vom Geist des Marschals würde zumindestens erklären woher er das weiß von dem er spricht. Gieselhold und Gerald denken, dass er nicht den Schädel, sondern das Schwert, dass der Geist ihnen „fallen gelassen hat“ bevor dieser verschwand.

Bevor Gieselhold es herausholen konnte, um es Ruckenau zu geben, kommt ein Mönch über den Hof gerannt und unterbricht das Gespräch. Er entschuldigt, dass die beiden von Junker Neesdan von Schlüsselfels-Dornacker belästigt wurden. Gleichzeitig nimmer der Mönch den Junkter an den Arm und geleitet diesen – mit sanften Druck – zum Mittagsgebet in den Burgfried.

Beim Gehen wendet sich Ruckenau nochmals verstohlen den Helden zu und raunt ihnen zu, dass dies seine Geheimidentität hier sei. Die beiden sollen bezüglich der Abstimmung des weiteren Vorgehens nach dem Mittagessen zu ihm in seine Unterkunft kommen.

Diese unerwartete Wendung ließ Gieselhold und Gerald neugierig zurück. Sie fragten sich, welche weiteren Geheimnisse noch kommen würden, während sie ihren Weg zu den Norbarden fortsetzten.

Nach einem kurzen Weg am Dorf Korswandt vorbei erreichten Gieselhold und Gerald endlich Wagenburg der Norbardensippe und wurden zur  Dascha, der Muhme, vorgelassen. Mit besorgten Mienen berichteten Gieselhold und Gerald davon, dass in nur zwei Tagen die Verhandlung gegen Fetanka stattfinden sollte. Die Grundstimmung war von Misstrauen und Skepsis geprägt, denn die Norbarden hatten den Bronnjaren bisher wenig Vertrauen entgegengebracht. Einziger Lichtblick ihrerseits war, dass Gamrik die Verteidigung übernommen hatte.

Dennoch waren die Norbarden entschlossen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihre Zibilja zu befreien. Sie waren bereit, jeden Preis zu zahlen, um ihre Verbundenheit und Loyalität zu beweisen. Denn in den Augen der Norbarden war die Gemeinschaft unerschütterlich und der Zusammenhalt unendlich stark. Diesen Zusammenhalt stellten sie gleich unter Beweis als sie Gieselhold und Gerald „Schmiermittel“, u.a. Proviant und weitere Kleinigkeiten, mitgaben, damit die beiden dies einsetzen, um Fetanka Annehmlichkeiten und Hilfe auf typisch norbardischer „kreativen“ Art und Weise zukommen lassen zu können. Außerdem will gut die Hälfte der Sippe bei der öffentlichen Verhandlung dabei sein. Dascha selbst wird dies aber nicht tun, ihr Platz ist bei der Sippe. Und sie beton, dass ihre Gesetze nicht die der Bronnjaren seien.

Nachdem das geklärt war, begaben sich Gieselhold und Gerald zurück auf den Weg zur Klosterburg. Sie würden genau rechtzeitig zum Mittagsessen eintreffen.

Beim Mittagstisch trafen Gieselhold und Gerald wieder auf Gamrik. Doch nicht nur sie waren anwesend, sondern auch die gefangene Fetanka, bewacht von zwei tapferen Sonnenlegionären. Sogar die Insassen des Sanatoriums und das fürsorgliche Pflegepersonal hatten bereits Platz genommen.

Bei der Unterhaltung der Gruppe offenbarte Gamrik seinen Gefährten, dass das Massaker in Hinterbruch am Tag vor dem erste Vorfall der Besessenheit stattfand. Diese Information ließ Gerald nachdenklich werden.

Er äußerte seine Theorie, dass die Besessenen möglicherweise von den Geistern der Goblins kommen könnte.

Wobei, wenn er darüber nachdenkt, ist im aktuell unklar, wie er auf die Idee kommt. Davon hat er noch nie etwas gehört oder gar gelesen. Geister von Goblins? Oder gar genau die (!) Goblingeister? Irgendwie ist es schon absurd, dass er auf so einen Gedanken gekommen ist. Aber im Fall der Fälle wäre er zumindestens hier im Sanatorium schon mal richtig aufgehoben.

Immerhin stammte das Vierhaupt von hier aus der Gegend.

Wobei, wenn er so darüber nachdenkt, ist im aktuell unklar, wie er auf die Idee kommt. Davon hat er noch nie etwas gehört oder gar gelesen. Und Graf Alatzer, der als der (!) Goblin-Experte weit und breit gilt, hat dazu weder Informationen vorliegen bzw. den Helden nie von so was erzählt, falls er welche hätte. Irgendwie ist es schon absurd, dass er auf so einen Gedanken gekommen ist. Aber im Fall der Fälle wäre er zumindestens hier im Sanatorium schon mal richtig aufgehoben.

Einzig, dass die Goblins im Bornland einst die vorherrschende Kultur waren scheint auf stabileren spekulativen Beinen zu stehen. Die Theaterritter haben von den Goblins das Land befreit. Und dieser Befreiungskrieg hat mehrere Jahrzehnte gedauert. Und der Elf hat von einer bemerkenswerten Goblinkultur berichtet. Und Fetanka angedeutet, dass sie im Seffer Manich der Jantareff Dinge über Goblins gelesen hätte, die zu den heutigen Bild der Goblins nicht passen.

Und wenn Gerald schon mal dabei ist seine Gedanken ganz weit Kreise ziehen zu lassen, dann würde dies sowohl die unbekannte Sprache als auch das ungewöhnliche Verhalten erklären…

Gerade als Gerald seinen Gedanken ausformuliert hatte, stand plötzlich eine brünette, zierliche Patientin am Nachbartisch auf und fing an zu röcheln und zu stöhnen. Ihr Körper bäumte sich auf und sie nahm eine arrogante Haltung an. Sie fing an in einer den Helden unbekannten Sprache zu reden, die niemand verstand. Das Verhalten der Frau wirkte auf die Helden männlich und gleichzeitig verwirrend. Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Patientin um Therinja III. von Ilmenstein handelte. In diesem Moment versuchte Gamrik, die Patientin mit goblinischen Schimpfwörter, die er in Festum aufgeschnappt hat, anzusprechen, um die Theorie zu bestätigen. Zu seiner Freude schien sie ihn zu verstehen, denn sie hielt inne, wand sich im zu und schien ihm antworten zu wollen. Doch bevor sie etwas sagen konnte, fiel sie plötzlich in Ohnmacht.

Glücklicherweise war Gamrik schnell genug, um sie aufzufangen und sicher in seinen Armen zu halten. Ganz fasziniert von der wunderschönen Frau, die er gerade in den Armen halten durfte, nahm er im Hintergrund eine Stimme wahr, die sagte: "Oh, noch jemand, der Goblinisch sprechen kann." Es schien, als hätte jemand bemerkt, dass Gamrik versucht hatte, mit der Patientin in dieser Sprache zu kommunizieren.

Wer hatte erkannt, dass er Goblinisch gesprochen hatte?

Würde man ihn verdächtigen etwas mit der Besessenheit zu tun zu haben?

Steckten wirklich die schwarzen Ritter hinter der Besessenheit der Patienten?

Wieso kommt er gerade jetzt auf die Schwarzen Ritter?

Welchen Grund hätten sie dazu?

Oder war dies vielleicht nur eine unerwartete Nebenwirkung?

Und von was?

Wie sollten sie das alles nur Beweisen?

Um Fetankas Unschuld zu bestätigen?

Viele Fragen galt es zu klären, doch zumindest auf eine dieser Fragen sollte Gamrik bald eine Antwort bekommen. Die Gedanken in Gamriks Kopf fangen an zu schwirren.