Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt – und das auch in High Heels
Als die ersten Strahlen der Sonne den Festumer Hafen erreichten, verließ das Schiff den Ankerplatz. An Bord hatte die Mannschaft alles im Griff und auch der Wind schien uns wohlgesonnen. Die starke Brise trug das Schiff mit hoher Geschwindigkeit nach Neersand. Dieser Umstand wurde vermutlich durch den Efferdgeweiten ausgelöst, der ebenfalls an Bord verweilte.
Unsere Auftraggeberin hatte für diese Reise weder Kosten noch Mühen gescheut, um uns schnellstmöglich an unseren Zielort zu bringen. Nach einem langen Tag mit (für uns Landratten) starken Seegang fuhr das Schiff ohne Probleme im Neersander Hafen ein.
Als die Mannschaft die letzten Schritte unternahm das Schiff am Hafen zu befestigen hatte die Gruppe Zeit sich die Stadt etwas anzusehen. Als erstes fiel Gerald die starke militärische Präsenz innerhalb der Stadt auf. Die Hälfte der Leute, welche man vom Schiff aus erkennen konnte, schienen Soldaten zu sein. Der militärische Eindruck wurde durch die dominante Präsenz der bornländischen Kriegerakademie sowie der dicken Stadtmauer die das Stadtbild prägten, noch verstärkt. Neben diesen Bauwerken konnte man auch den Efferdtempel vom Hafen aus erkennen. Dieser sollte unser erstes Ziel werden.
Am Tempel angekommen, der von weitem wie ein Schiff aussah, wurden wir am Tor abgefangen. Um Einlass in den Tempel zu bekommen, mussten wir dem Torwächter mitteilen, dass wir mit der Geweihten Sulja Elmasjen reden wollen. Der Einlass wurde uns gewährt und nach einem kurzen Aufenthalt im Warteraum wurden wir zu ihr gebracht. Die Geweihte, welche von unserem Erscheinen überrascht zu sein schien, begrüßte uns freundlich.
Gamrik versuchte bezüglich unseres Auftrags mit der Geweihten Sulja zu besprechen, ohne dabei den Namen unserer Auftraggeberin zu nennen. An Hand der Körpersprache der Geweihten konnten wir erkennen, dass sie immer angespannter wurde, als Gamrik immer mehr Details bezüglich des diskreten Auftrags den wir hätten preis gab. Es war deutlich zu erkenn, dass sie sich überrumpelt und unter Druck gesetzt fühlte, so als wollten wir sie erpressen oder bedrohen...Da bemerkt Gamrik, dass wir beobachtet wurden und die Anzahl der „Beobachter“ nicht zur zunahm sondern auch waffentechnisch signifikant ausgerüstet waren.
Schließlich griff die Tempelwachen ein und separierte uns von der deutlich verängstigten Sulja, entwaffente uns und führte uns – unter schwerer Bewachung – zum Vernehmung zum stellvertretenden Tempelvorsteher Jaakon Juchski. Um die Situation zu entspannen, beschlossen wir mit offenen Karten jetzt zu spielen und sobald wir den Namen Surjeloff ins Spiel brachten – Überraschung! - entspannte sich die Situation merklich.
Mit dem Hinweis, das nächste mal doch gleich unsere Legitimation zu benennen, schickte der nun weniger angespannte Jaakon die schwer gerüsteten Tempelwachen wieder weg. Zusammen mit weiterhin noch eingeschüchterten Sulja besprachen wir das weitere Vorgehen für die Reise zum Magier Thezmar Alatzer.
Es wurde vereinbart, dass die Gruppe am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder am Tempel sein sollte. Dort würden neben der Geweihten auch die Reiseführerin Schitze Salwinja von Elkenacker, ihres Zeichens Ritterin des Widderordens, auf uns warten. Außerdem würden noch zwei identische Bündel vorbereitet. Das Erste würde das eingeschlagene blaue Buch enthalten und das Zweite sollte einen Lockvogel darstellen, falls wir überfallen werden. Nachdem das alles geklärt war, verabschiedete sich die Gruppe, um nach einer Unterkunft für die Nacht zu suchen. Man hatte vor die Nacht in einer gewärmten „Umgebung“ zu verbringen.
Zurück auf den Straßen tauchte Gieselhold erst mal allein in die Gassen der Stadt ein, um nach Informationen zu suchen. Er erkundigte sich über den Magier Thezmar Alatzer und seine aktuellen Projekte. Wirklich interessantes gab es aber nicht zu erfahren, die meisten Informationen gab es über seine letzte Buchveröffentlichung. Sein Werk wurde von dem uns bekannten Magier Alwin K. Wippflügler, Professior an der Magierakedemie in Festum und Lehrmeister unseres Freundes Olko Knaak, kritisch hinterfragt...man könnte auch sagen „verrissen“. Der Name Alatzer wurde aber nicht in Verbindung mit einem blauen Buch gebracht. Diese Information schien bisher noch geheim oder vielleicht in den Gassen der Stadt noch nicht angekommen zu sein.
Gamrik und Gerald machten sich unterdessen auf, um ein Zimmer für die Nacht zu suchen. Auf dem Weg zur Herberge kamen wir an einem Straßenhändler, der aus seinem Bauchladen selbstgemalte Göttinnen- und Heiligenbilder verkauft, vorbei. Dieser wurde gerade von zwei betrunkenen Frauen belästigt, die gerade darum stritten, welches der Heiligenbilder besser zu ihnen passen würden. Leider kamen es bei den beiden nicht gut an, als der Händler gestehen musste kein Bild von Ghioro zu haben. Ungünstigerweise schlug der Händler dann ein Rondrabild vor, was den beiden nicht gefiel und daher – betrunken wie sie waren – dies dann zum Anlass nahmen ihm ihre Meinung handgreiflich zu darzulegen.
Mit viel Witz und Charme konnte Gamrik die Situation lockern und verschaffte sich somit auch ein Bett inklusive doppelter wärmender Unterstützung für diese Nacht. Gerald ging darauf hin allein zur Herberge um zumindest für die restlichen Gruppenmitglieder eine Übernachtung zu Organisieren.
Kurz vor der Herberge stieß Gieselhold wieder zu Gerald. In dem Moment rannte ein kleines Mädchen mit den Worten „Biestinger! Biestinger! Am Walsachufer. Kommt schnell...“ vorbei. Sie schien voller Begeisterung alle Anwohner über dieses freudige Ereignis informieren zu wollen.
Gieselhold und Gerald priorisierten die Organisation von einer Schlafmöglichkeit höher ein, als diese – so schien es - besondere Ereignis in Neerdsand auch mitzuerleben. Danach schauten sich Gieselhold und Gerald nochmal am Walsachufer um. Hier gab es gerade einen großen Tumult, da fünf Kinder im Wasser ertrunken waren. Die Stadtwache war schon zugegen und untersuchte die Sachlage. Im Gespräch mit eine paar Anwohnern – und vermutlich auch Augenzeugen – erführen wir heraus, dass diese tragische Ereignis leider deswegen so ungünstige verlaufen zu sein scheint, weil keiner mutiger und wagemutiger Held anwesend war, der den Kindern hätte helfen können. Bei dieser Situation konnten wir nicht mehr viel ausrichten, darum gingen wir schlafen.
Am nächsten Morgen trafen sich alle Gruppenmitglieder um 7 Uhr am Efferdtempel.
Dort begegneten wir neben Sulja auch zum ersten Mal Salwinja. Eine junge, fesche, freundliche und lebensfrohe Ritterin in Vollrüstung, was bei dieser kalten Jahreszeit schon ungewöhnlich war...ins Besondere wenn man bedenkt, dass im Festumer Lager viele der Schitzen in Vollrüstung zu schlafen schienen...und Leudara auch...und viele der Soldaten, denen wir auch bei unserer Goblinjagt durchs Bornland begegnet sind auch, aber ihre mindestens 15 Finger hohen Absätze an den Fersen ihrer Schuhe ließen ihr Erscheinungsbild noch surrealer auf uns wirken. Da unsere Reise zu Fuß gehen sollte, war ihr Schuhwerk schon sehr ungewöhnlich. Nach einer Rückfrage von Gerald erklärte sie aber, dass sie in einem Kampfstiel trainiert wurde, der ihr nicht nur das Gehen in der Schneelandschaft ermöglichte, sondern auch den Absatz als Waffe einzusetzen. Es handelt sich dabei um einen sehr beliebten Kampfstiel aller weiblichen Ritter des Widderordens.
Nachdem das geklärt war, begannen die Vorbereitungen für unseren Aufbruch. Das Buch wurde gut bei Sulja versteckt, während die Fälschung Gerald anvertraut wurde. Dieser packte es so ein, dass es zwar nicht offensichtlich war, aber doch gut zu erkennen, falls man danach suchte. So ausgestattet ging es los.
Der Reiseplan von Salwinja sah vor das wir heute bis Pusperelken marschieren würden. Dieser Plan beinhaltete auch einige kurze Stopps an den hiesigen Höfen, die immer wieder am Wegesrand liegen. Salwinja nimmt den Aufgabe des Widderordens, Beschützerin der Bewohner zu sein, sehr ernst. Die Gelegenheit sich bei den Anreinern der Strasse bezüglich ihres Wohlbefindens zu erkundigen wolle sie nicht vergehen lassen. Auch Sulja begrüßte diese Unterbrechungen, das sie auch den einzelnen Höfen ihre Aufwartung machen wollte, um mit Segnungen den Bewohnern zu helfen. Und – so stellten wir schnell fest – als Nebeneffekt konnten wir uns auch aufwärmen und die Freundlichkeit der Leute kennenlernen. Gerald stellte erfreut fest, dass der Geweihten das Wohlbefinden der gläubigen Menschen sehr am Herzen lag, ein Verhalten von dem sich so manch eine andere Geweihte eine Scheibe abschneiden könnte.
Während der Reise und den Unterbrechungen hatten alle auch Zeit sich zu unterhalten. Salwinja erzählte Gamrik von ihrem Leben im Widderorden. Eine der Aufgaben des Ordens war der Kontakt mit den Feenwesen, eine Aufgabe die sie in letzter Zeit immer wieder vor großen Herausforderungen stellte. Der tragische Vorfall von letzter Nacht, der fünf Kindern das Leben kostete war ein solches Beispiel. Die Kinder starben, weil sie versuchten einen Biestinger zu berühren. Laut Volksglauben soll das der Person Glück bringen. Solche und weitere Vorfälle gab es in letzter Zeit zu häufig.
Diese Unterhaltung wurde je unterbrochen als plötzlich Hilferufe rechts aus dem Moor, durch das uns die Straße seit einiger Zeit führte, zu uns drangen. Die Schreie kamen aus einer hölzernen Fischerhütte, welche etwas abseits der Straße in der Moorlandschaft nahe am See gebaut war.Salwinja schien hier keinen Hinterhalt zu vermuten, da sie auf der Stelle loslief, um der Person zu helfen.
Schon von weitem war zu erkennen, dass die Fischerhütte schräg stand und dass sie immer tiefer in den Untergrund versank. Gamrik und Gieselhold eilten daraufhin Salwinja so schnell sie konnten nach, um ihr zu helfen.
An der Hütte angekommen sah Gamrik mit geschulten Blick schnell fest, dass durch das feuchte Klima der tragende Balken morsch geworden und letztendlich zusammengebrochen ist. Die Hilferufe kamen von einem Mann, der unter dem Balken eingeklemmt wurde. Gamrik, Gieselhold und Salwinja taten ihr Bestes, um den Mann zu helfen. Mit vereinter Kraft schafften es die Drei den Mann unter dem Balken hervorzuziehen und vor dem sicheren Tod im Wasser zu retten. Während draußen vor der Hütte Salwinja, die große Probleme hatte auf dem sumpfigen Untergrund voranzukommen, sich langsam auf das Haus zubewegt. Gerald, der bemerkte, dass Salwinja zurückgefallen ist, blieb bei der Geweihten und dem Buch, da er sie nicht unbeobachtet lassen wollte.
Plötzlich nahm Gerald neben dem Ächzen, Stöhnen, Fluchen und panischen Hilferufen, dass aus der Hütte drang, ein Geräusch war, das dazu nicht passte. Als er durch die Nebenschwaden seinen Blick schweifen läßt sieht er die Verursacher: Sumpfranzen! Eine Horde dieser Affen griff uns hinterrücks mit Steinen an.
Wichtige Punkte für die Helden:
- Die Gruppe bricht zusammen mit einer Efferdgeweihten und dem blauen Buch unter der Führung einer Ritterin vom Widderorden auf.
- Neersand hat Probleme durch Feensichtungen.
- Eine morsche Fischerhütte in der Mosse droht in den See zu rutschen und dessen Bewohner schwebt in Lebensgefahr.
- Die Geweihte, und damit auch letztendlich die Gruppe, wird von wilden Sumpfranzen angegriffen als sie vom Weg abweichen und den Bewohner der Hütte retten wollen.