Erstmal Tantchens Manriischa’s Hilfe ablehnen
Am späten Vormittag betrat die Gruppe die Küche im Haus von Familie Erdpelz. Dort erblickten wir zum ersten Mal die Goblindame Manriischa, die auch wir Tantchen Manriischa nennen dürfen. Ihr besonderer Schmuck, den auch Tantchen Alwiischa trägt, wiesen beide deutlich als Goblin-Schamanen aus.
Spieler: Holger, Sascha (Berichterstatter), Christoph (verspätet), Christian (GM)
Wichtige Personen:
- Tantchen Manriischa: Unklar, welche Position sie bei den Goblins hat, aber Tantchen Alwiischa behandelt sie mit großem Respekt...und Manriischa ist allen sehr sympathisch
- Tantchen Alwiischa: Sippenführerin (und damit Schamanin) der Sippe Erdpelz
- Groink: Botenjunge/Stadtführer der Gruppe, Goblin-Teenager
Jetzt verstanden Gerald warum Groink so einen Respekt vor ihr hatte. Tantchen Manriischa, die uns aufforderte Platz zu nehmen, sitzt uns gegenüber in dem großen Ohrsessel in dem normalerweise Tantchen Alwiischa sitzt. Und die Goblinkinder, die normalerweise hier in der Küche bei Tantchen Alwiischa herum wuseln, drücken sich neugierig draußen vor dem Fenster die Nasen platt. Dieses Verhalten erinnerte Gerald an seine Jugend, auch er hatte immer Versucht bei den Verhandlungen seines Vaters mit dabei zu sein.
Das leichte schmunzeln auf Geralds Lippen sollte ihm aber bald vergehen, da Manriischa nun zu sprechen begann.
Die schlimmen Morde in der Gemeinde der Goblins haben ihre Schützlinge doch sehr verunsichert und Manriischa bittet uns exklusive an diesem Fall zu arbeiten. Dies soll nicht unser schaden sein, da im Gegenzug sich um die Aufklärung des Mordfalls Albin Sewerski kümmern würde.
Gamrik, dem dieses Gemauschel in Festum immer mehr gegen den Strich geht, fragt sie daraufhin warum sie als ehrliche Bürgerin nicht den Mörder ausliefert. Gamrik versichert ihr, dass die Gruppe auch ohne dieses Abkommen die Mordfälle der Goblins weiter bearbeiten.
Manriischa, die ihre festumer Wurzeln nicht ablegen kann, meinte einfach nur eine Hand wäscht die andere und außerdem verliert die Gruppe den Status als Sonderermittler sobald der Mord an Sewerski geklärt ist. Gerade dieser Status sei es gewesen warum die Goblindame auf uns aufmerksam geworden ist. Der Respekt den die Bürger vor diesem Titel haben sollte ausreichend sein, um uns Zugang zu Orten zu gewähren die den Goblins verschlossen bleiben. Laut Manriischa ist die Gemeinschaft der Goblins zwar in Festum integriert, oft werden sie aber nur als Bürger zweiter Klasse angesehen. Die Stadtwache ist überlastet und hat einfach nicht die Zeit die Morde aufzuklären. Für Gamrik hört sich das nach nur nach „quid pro quo“ an.
Um aber trotzdem ihren guten Willen zu zeigen geht sie in Vorleistung und erklärt, dass bis jetzt die Erkenntnisse vorliegen, dass Albin durch zwei angeheuerte Seeleute ermordet wurde. Die Seeleute sind zwar noch in der selben Nacht aus Festum geflohen. Der Drahtzieher scheint aber hier in Festum zu sein. Sie gehe davon aus, dass sie final diesen zusammen mit einem Zeugen uns in einer Woche ausliefern könne.
Sympathische alte Dame hin oder her, Geschäft ist Geschäft und diese Zusage ist Gamrik viel zu wenig. Nicht nur dass die Goblins anscheinend den Verantwortlichen noch gar nicht haben, sondern auch weil er genug hat von der Vorgehensweise der – aus seiner Sicht – unter der Hand vereinbarten Geschäfte. Mit dankenden Worten lehnt er im Namen der Gruppe das Angebot erst mal ab, bittet aber auch noch um eine Bedenkzeit falls wires uns doch anders überlegen.
Mit den Worten „Wir sehen uns wieder“ verabschiedet uns die Schamanin und lässt uns ziehen. Den Nachmittag verbringt die Gruppe damit nochmal einige offene Fragen im Mordfall Sewerski zu klären.
Gerald macht sich auf und hört sich in unter den Händlern um. Zur Person Albin Sewerski kommt nur raus, dasser immer ehrliche Geschäfte gemacht und sein Vermögen legal erworben hat. Ansonsten sei er ein sehr unbedeutender Händler gewesen.
Gamrik konnte im Borontempel mit dem Verantwortlichen für den Leichnam sprechen. Dieser versicherte, dass es sich bei diesem Todesfall zweifellos um einen Mord gehandelt hatte.
Derweil hört sich Gieselhold in der Unterwelt etwas um. Der Name Albin Sewerski ist dort zwar verschwommen bekannt. Da sei angeblich auf seinen Kopf ein Blutschlägerjob ausgeschrieben gewesen. Wer und ob dieser Auftrag je angenommen wurde konnte jedoch nicht geklärt werden.
Zu guter Letzt wollten Gerald und Gamrik noch Deschda befragen. Leider war es schon sehr spät und die Gauklertruppe ist bereits weiter gezogen. Der dortige Angestellte an der Bar wusste nur das die Gruppe morgen im Wirtshaus Reichhofsadler auftreten wolle, wann genau wusste er aber nicht. Zusätzlich zu dieser Information bot der Barkeeper Gamrik noch eine wertvolle Reliquie von der Travia-Heiligen Sankta Comatasia an für sage und schreibe günstige 20 Dukaten an, ein Schnäppchen. Das Anrufen der Heilige Sankta Comatasia würde für eine gute Verdauung sorgen und eine Reliquie dazu kann das ganze nur noch zuverlässiger machen. Da Gamrik dieses Angebot aber suspekt vorkam stimmt er dem Geschäft zu und – da er so viel Geld nicht bei sich führe – verabredet er sich mit dem Barkeeper nach Dienstschluss hinter der Gaststätte um das Geschäft dann zum Abschluss zu bringen. Nachdem man sich verschwörerisch verabschiedet hat, berichtete Gamrik lediglich Gumba davon ohne ins Detail zugehen. Zum vereinbarten Treffen geht Gamrik nicht.
Nach diesem teilweise sehr ernüchterndem Tag braucht die Gruppe erst mal Ruhe und ging ins Bett.
Einer nicht all zu langen und mäßig erholsame Nacht später trafen sich alle wieder zum Frühstück. Nach kurzer Zeit gesellte sich auch Groink dazu. Leider hatte er keine Zeit das hervorragende Frühstück zu genießen, da er von Weibel Maatsen die Aufgabe bekommen hatte, uns zu bitten so schnell wie möglich zu ihm zu kommen.
Dort angekommen wurden wir mit einer lautstarken Schimpftirade empfangen. Geralds erster Gedanke war, dass es schon wieder ein gutes Beispiel für die festumer Wankelmütigkeit ist. Nach einigen Geschrei und vielen Spucketröpfchen später hatte sich Maatsen soweit beruhigt, dass wir uns seine Vorwürfe zumindest anhören konnten. In der vergangenen Nacht wurde der von den Sonderermittlern nicht befragte Peddar, der einzige Zeuge im Mordfall Albin Sewerski, zusammengeschlagen. Jetzt liegt dieser unter ärztlicher Beobachtung im Krankenbett. Glücklicherweise ist der schwer verletzte Peddar noch bei Bewusstsein und konnte bereits seine Aussage zu Protokoll geben. Auf seinen täglichen Nachhauseweg vom "Riff der verdorrende Kehlen" wurde er von einer Unbekannten angesprochen. Diese muskulöse Person richtete Peddar freundliche Grüße von „Gieselhold und den Mondkindern“ aus, bevor sie Peddar mit weiteren Personen vermöbelt hatte.
Weibel Maatsen ist außer sich vor Wut, dass „seine“ Sonderermittler Handlanger der Mondkindern seien. Er hat das Gefühl, dass die Helden sein Vertrauen missbraucht hätten. Auch nach der Beteuerung von Gieselhold, das wir nichts mit den Mondkindern zu tun haben, war Maatsen nicht vollständig überzeugt. Es wurde das Ultimatum vom Weibel ausgesprochen, dass jetzt Taten, z.B. eine schnelle und erfolgreiche Aufklärung des Sewerski-Mordes, überzeugen müssen, ob die Helden Mondkinderhandlanger sind oder nicht. Nachdem jetzt alles gesagt wurde, verließen wir die Wache um uns ungestört unterhalten zu können.
Gieselhold, der bereits bei der Ankunft in Festum Informationen über die Mondkinder aufgeschnappt hatte, erzählte uns um wen es genau ging: Die Mondkinder gehören zu den gefährlichsten und einflussreichsten Verbrecherbanden Festums. Sie kümmern sich um alles von Politik, über Diebstahl bis hin zum Mord. Da wir nicht mit einer solchen Gruppe in Verbindung gebracht werden wollen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig als das Angebot von Manriischa anzunehmen.
Im Haus der Familie Erdpelz angekommen, konnten wir Tantchen Manriischa leider nicht antreffen. Wie gewohnt saß Tantchen Alwiischa umschwirrt von Goblinkindern in der Küche in ihrem Ohrsessel. Es wird gerade das Mittagsessen gekocht und die ersten sind auch schon da zum Essen. Dies hinderte sie nicht daran uns einen Platz und ein Getränk anzubieten.
Während wir tranken und Tantchen Alwiischa informieren, dass wir das Angebot von Tantchen Manriischa annehmen würden, setzte sich ein Goblingardist neben uns an den Tisch. Der junge Goblin ist ein Mitglied der Stadtwache und er hat die Aufgabe bekommen uns im Auge zu behalten. In der Hoffnung das dieser Gardist mehr über die kriminelle Szene in der Kanalisation weiß, fragte ihn Gerald darüber aus. Leider fiel auch hier die Antwort wieder sehr ernüchternd aus, er verwies uns auf die zuständigen Bluuga-Paalas Kiisa Erdpelz und Jolmele Erdpelz. Die zwei Frauen stehen in der Familie direkt unter Tantchen Alwiischa.
Nachdem die Gruppe das Haus verlassen hat, trennten sich ihre Wege noch einmal. Jeder von ihnen wollte noch ein paar offene Punkte klären, bevor sie sich ausschließlich um den Goblin-Fall kümmern müssen.
Gieselhold hört sich im Untergrund etwas um. Er kann aufschnappen, dass die Mondkinder Peddar nicht verprügelt hätten und dass auch ihnen nicht bekannt wäre wer es gewesen wäre.
Gerald wollte sich noch mit einem Anwohner Ilmeroff unterhalten, da auch sein Namen in den bisherigen Ermittlungen um den Sewerski-Mord in einem Nebensatz aufgetaucht ist und Gerald bisher noch keine Zeit dafür gefunden hatte. Ilmeroff schien aber nicht zuhause zu sein, zumindest machte niemand auf. Unverrichteter Dinge vor der Tür stehend beobachtet Gerald die Kinder, die im „Park“ auf der anderen Straßenseite spielen. Vielleicht wissen die ja was zum Ilmeroff. Die Kinder erzählen, dass Ilmeroff ein blöder Mann sei und Kinder nicht mag und – genauso wie Albin Sewerski – sie schimpft, wenn sie auch in seinem Garden spielen. Das Hauptquartier der Kinderschar scheint das Haus neben der Familie Sewerski zu sein. Gerald beschließt da mal nachzufragen. Frau Oberanski ist eine von tsagesegnete Frau, ihre zwölf Kinder (plus deren Freunde) halten sie immer sehr auf Trab. So ist es auch nicht verwunderlich das sie nicht viel von der Mordnacht mitbekommen hatte.
Um wenigstens eine sinnvolle Information zu kriegen machte sich Gerald auf den Weg zum Wirtshaus Reichshofadler. Hier will er klären wann die Gaukler ihren Auftritt haben.
Zu guter Letzt wollte Gamrik seinen Charme spielen lassen. Durch die Betörung einer ganzen Gruppe von Gardistinnen, die gegenüber der Hauptwache gerade Mittagspause machen, wollte Gamrik etwas über den Adligen erfahren, der Timski wegen dem Sewerski-Mordfall unter Druck setzt. Der Mann mit dem gewissen Etwas hat es natürlich geschafft. Nicht nur hat er dessen Namen erfahren, Ilma Persanzig (was wir auch schon wussten...), sondern auch das vermeintliche Motiv hierfür gab es noch oben drauf: Persanzigs Sohn ist seit ein paar Monaten auf hoher See verschollen. Persanzig hat sich in die Idee verrannt, dass sein Sohn sich für diese Reise mit den billigen Kopien der nautischen Geräten von Vinsalter Manufactur Zechin Olivaris ausgestattet hätte und sieht in Albin Sewerski einen Vermittler für diesen Schrott. Durch Aufklärung dieses Mordes hofft er den Schuldigen für das Unglück seines Sohnes zu finden. Die Gardistinnen haben aber Zweifel, dass „der Edle Persanzig“ in Anbetracht seiner "Trauer" überhaupt zu vernünftigen Gedankengängen noch fähig sei. Mann verabschiedet sich mit einem "bis zum nächsten Mal" inklusive ein paar zugesteckter "Telefonnummern" so manch attraktiver Gardistin. Geht doch...