Heiße Rhythmen und kalter Schnee
Gerald konnte es kaum glauben, seit dem die Trommel geschlagen wurde, war alles voller Orks. An der Stelle, an der seine Gefährten vorher standen, waren sie plötzlich aufgetaucht. Drei Orks die mit ihre massiven Leibern bei jedem Schritt die Blut getränkte Erde erbeben ließen. Ihm war klar, dass es jetzt nur noch eine Möglichkeit gab, nämlich der Kampf ums nackte Überleben und er würde kämpfen. So war die Situation zumindest aus Geralds Sicht. Währenddessen gelang es Gieselhold, Gamrik und Geron dem Einfluss der Trommel weitgehend zu widerstehen. Auch in ihrem Blickfeld flackerten kurzzeitig die Visionen von Blut und Leid auf, doch diese wurden immer wieder unterbrochen von der Realität. Das Trommeln musste alle Anwesenden verzaubert haben, in Wahrheit war auf der Lichtung nur Menschen und zwei Goblins. Diese Erkenntnis blieb Olko, Leudara und Gerald leider verschlossen. Sie griffen ihre Begleiter mit erhobenen Fäusten an. Um ihre Kameraden nicht verletzen zu müssen beschlossen Gamrik, Gieselhold und Geron einen strategischen Rückzug einzulegen. Sie rannten in unterschiedlichen Richtungen in den angrenzenden Wald. Gieselhold wurde dabei von Leudara verfolgt. Geron schaffte es, dass Gerald und Olko ihn verfolgten, sodass Gamrik genügend Zeit hatte die Goblins im Auge zu behalten. Brutsch, der die Trommel geschlagen hatte, verließ gerade zusammen mit Jääni den Platz. Gamrik konnte ihnen ein Stück in den Wald folgen, doch durch Magie wahren ihre Schritte so beschleunigt worden, dass er unmöglich mithalten konnte. Als er sich dann zurück auf die Lichtung begab stellte er erfreut fest, dass die Wirkung des Trommelns nachgelassen hatte. Verwirrt standen alle in der Lichtung herum und halfen sich gegenseitig wieder auf die Beine.
Nach einiger Zeit nahm die Verwirrung der Menschen wieder ab und es wurde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Sowohl die Trommel als auch das Gold waren vorhanden. Lediglich der Honigtopf, welcher im Rahmen des rituellen Verkaufs von den Festumer für einen Batzen gekauft wurde, war verschwunden. Alle Anwesenden waren sich sehr schnell einig, dass das Verhalten der zwei Goblins Konsequenzen nach sich ziehen muss. Timskie veranlasste darauf hin, dass ein Kopfgeld von je 40 Dukaten auf die zwei Goblins ausgeschrieben wurde. Dieser Kundgabe unterstützten die Norbarden und boten Timskie an die Hälfte der Summe zu übernehmen. Hier hörte aber die Unterstützung der Norbarden nicht auf, Tuminka bot außerdem noch eine magische Unterstützung an. Da der Honigtopf sehr lange im Besitz der Norbardensippe war, könne sie ermöglicht die Richtung festzustellen und grob abschätzen in welcher Entfernung in der dieser sich gerade befinde. In dieser angespannten Situation war der Gruppe klar, dass die meisten Bronnjaren und Norbarden die Goblins eher tot als lebendig sehen wollten. Würden sie nach ihnen suchen, würde es keine gerechte Verhandlung für die beiden geben. Die Goblins würden an Ort und Stelle erschlagen werden. Das hätte zwar keinerlei Folgen für das Zusammenleben der Goblins und Menschen hier im Bornland, aber so mancher verklärter Mensch könnte das anders sehen. Aus diesem Grund meldete sich die Gruppe um die Verfolgung aufzunehmen. Ihr genauer Auftrag lautete die Goblins zu finden und sie nach Festum bei den Gardisten abzugeben. Dort sollen sie unter Gewahrsam gestellt werden, bis eine Verhandlung stattfinden kann. Olko bot sich ebenfalls an, die Gruppe zu begleiten, da wenigstens er sich für die Situation verantwortlich fühlt, die Goblins verursacht haben und er zusätzlich tief erschüttert ist wie unzivilisiert sich die Goblins verhalten haben. Zur Erinnerung: Nur wegen seinem Fehler, wurde Jääni aus Festum von der festumer Goblinmutter ins tiefe Bornland verbannt. Für Leudara war es eine Selbstverständlichkeit die Verfolgung dieser Verbrecher, auch wenn es nur Goblins sind, aufzunehmen. Zusätzlich stellt ihre Anwesenheit die beste Möglichkeit dar, die Länder der anderen Bronnjaren unbehindert durchqueren zu können. Da uns unsere norbardische Auftraggeberin für unsere Mission die Kaleschka zur Verfügung gestellt hat, nutzten wir dies – nach Rücksprache mit Marija – für die Verfolgung der Goblins. Alles in Allem bestand der Suchtrupp also aus Marija der Fahrerin, Leudara, Tuminka die uns als Kompass diente, Olko der laut eigener Aussage „an allem Schuld war“ und uns vier. Nachdem das also beschlossen war, lies Timskie das Lager abbrechen. Die Trommel wurde zurückgeholt und es gab jetzt keinen Grund mehr hier am See zu verweilen. Das wirklich niemand im Lager Bedenken äußerte, den in Lebensgefahr schwebenden Arauken zu transportieren, sagte einiges über den Charakter der Lagerbewohner aus oder besser der Helden, den keiner hat sich bezüglich Arauken erkundigt...
Nach kurzer Prüfung der Aufrüstung zog auch der Suchtrupp los um die Goblins zu finden. Zusätzlich zur Kaleschka wurden auch noch zwei Pferde bereitgestellt, auf denen Gamrik und Leudara ritten. Während der Fahrt hatte die Gruppe auch Zeit sich mit Tuminka zu unterhalten. Die große Frage, warum die Goblins das Gold liegen ließen um den Honig zu stehlen, musste zumindest einmal gestellt werden. Nach kurzem zögern gab Tuminka zu, dass der Honigtopf schon sehr lange im Besitz der Norbarden war und dadurch eine gewisse „Beziehung“ bestünde, die sie nun nachspüren könne. Dieser wertvolle Honigtopf wurde von den Norbarden gewählt, um den konkreten aber auch imaginären Wert des Handels ebenbürtig zu sein. Weite Informationen konnte und wollte sie nicht Preis geben...falls da noch welche wären.
Die Reise durch das verschneite Bornland führte uns über den Grund einiger Bronnjaren. Wie zu erwarten war, ließen sie uns ohne weitere Behinderung durchfahren sobald sie mit der Rondrageweihten gesprochen hatten. Unter anderem bestätigten dies auch immer wieder, dass Goblins gesichtet wurden, die sich ungewöhnlich verhalten würden. Also scheinen wir auf der richtigen Spur zu sein.