Na toll – das Buch ist weg und wir sitzen im Dreck

Überfallen von einem weiblichen Perldrachenreiter, der das blaue Buch entwendet, die Efferdgeweihte und den Leibeigenen tötet und die beiden Schiffe vernichtet, bleiben die Helden in Deckung. Ein Kampf gegen eine Drachen ist für sie aussichtslos. Die Drachenritterin verhöhnt die Helden (und auch Alatzer), dass sie garnicht wissen welchen wertvollen Schatz sie in Händen gehalten haben. Der ganze Hohn gipfelt in der Forderung, dass die Helden sich vor ihr in den Dreck schmeißen und sie huldigen sollen. Was auch Geron, Geron und Gieselhold machen. Gamrik und Graf Alatzer, die sich im Schutz der Burgmauerruinen versteckt halten, entgehen dieser Schmach...

Spieler: Christian (GM), Holger, Christoph

Nachdem der Drache weg ist, begraben die Helden zusammen mit Graf Alatzer die beiden Toten zur letzten Ruhe und schlagen ihr Nachtlager im alten Holzlager der Burg auf.

Im abendlichen Lagerfeuergespräche mit Graf Alatzer wird viel über die Rasse der Goblins, ihrer Kultur, ihrer Magie und der Legenden rund um Goblins diskutiert. Graf Alatzer ist davon überzeugt, dass die heutigen Goblinstämme nur ein blasser Abklatsch des einstigen Goblinsreiches und Goblinkultur vor rund 1000 Jahren darstellen muss. Die Goblins selber kennen keine Geschichtsschreibung, doch in den Legenden und Aufzeichnungen früherer Hochkulturen werden sie bereits erwähnt, sodass man annehmen kann, dass sie zu den ersten Kulturschaffenden des Kontinents gehörten. Und neben den Menschen sind die Goblins zudem die zahlenmäßig größte Spezies und haben sich fast überall in Aventurien verbreitet. In der Roten und Schwarzen Sichel, in der Grünen Ebene und in einigen anderen Gegenden Nord- und Mittelaventuriens leben sie noch in Stämmen, ansonsten findet man sie entweder als Mitglieder von Räuberbanden oder in Städten wie Uhdenberg und Festum, wo sie mit Menschen zusammenleben. Nur in Südaventurien sind sie eher selten.

Über die Geschichte der Goblins kommt man auch zu den den Sagen und Legenden die sich um den Niedergang Pilkamms ranken ins Gespräch. Angeblich – oder besser gesagt „wie“ die Sage vom Gierigen Marschall im Festenland erzählt wird – hat Gerbald von Ruckenau, der damalige Marschall der Theaterritter vor ca. 800 Jahren einen Frevel gegen Peraine begangen. Der Krieg gegen die Goblins waren nach Jahrhunderten vorbei, die Goblins geschlagen und Gerbald begann Wohlstand und die Wirtschaft aufzubauen. Er entsandte Händler in die gesamte bekannte Welt um die wertvollsten Güter und Waren ins Bornland zu schaffen. Einer der Händler, der die Schrecken einer Hungersnot in einer der Städte die er anfuhr sah, sah in einer Schiffsladung Reis das wertvollste Gut. Er kaufte vom Geld der Theaterritter eine ganze Schiffsladung. Zurück in Pilkamm war Gerbald alles andere erfreut. Wutentbrannt lies er den Händler hängen und die Ladung Reis in den Hafen von Pilkamm schütten. Dieser Frevel erzürnte Peraine, worauf sie den Reis wachsen lies. Dies führte dazu das der Hafen von Pilkamm in wenigen Tagen zuwucherte und versandete. In Ermangelung eines Hafens und des Engpasses in der Versorgung wurde Pilkamm schließlich aufgegeben.

Eine andere Geschichte besagt, das es eine Art Schnellreisepunkte der Goblins im Bornland gibt/gegeben hat und das Vierhaupt in Hinterbruch zeugt davon. Alatzers Theorie zufolge, speichert das Vierhaupt Magie und erhält dadurch magisch ein Wegenetz. Am Vierhaupt in Hinterbruch ist das nach Pilkamm gewandte Gesicht zerschlagen, was dann wahrscheinlich den Dammweg von Hinterbruch nach Pilkamm verfallen lies. Alatzer ist der Ansicht, das beide Ereignisse zum Niedergang Pilkamms beigetragen haben.

Am nächsten Tag, den 18. Firun 1039 BF, sind die Helden bereit für den Weg durch das Sumpfland, bekannt als die Große Mosse. Bepackt mit soviel Holz wie möglich, denn trockenes Holz wird es im Sumpf nicht geben, klettern die Helden über die geborstene Brücke von der Burg in das ebenfalls komplett zerfallene und geplünderte Dorf und folgen den Überresten des Dammweges Richtung Norden nach Hinterbruch. Schon im Dorf können die Helden seltsamerweise sehen, dass hier Reis wächst. Gerald, der sich das näher anschaut, ist davon überzeugt, dass diese Art hier gar nicht wachsen dürfte. Egal, alles andere wird ignoriert. Man muss schnell zurück kommen.

In der ersten Nacht hier in der feuchtkalten Mosse, das eigenen Feuer ist bereits am verglimmen und es hat gerade für eine kleine einfache Mahlzeit gereicht, entdeckt Gieselhold während seiner Wache einen weiteren Feuerschein, weiter voraus im Norden, wahrscheinlich auch auf dem Dammweg. Vermutlich die Goblins, deren Spuren die Helden überall auf dem zerfallenen Dammweg, den man dank Graf Alatzers Ortskenntnis folgt, gesehen hat. Die Goblins haben jedenfalls mehr Holz dabei, denn das Feuer brennt heller und länger...vermutlich. Gieselhold und Gamrik verwerfen den Plan den Goblins einen Besuch abzustatten, Gieselhold würde zwar hinkommen, aber auf keinen Fall zurück.

Gamrik wird während seiner Wache auf ein geisterhaftes Leuchten im Süden auf dem Dammweg aufmerksam. Eines der vielen Irrlichter denkt sich Gamrik und ignoriert es erst einmal. Aber die Erscheinung kommt näher und entpuppt sich als ein Wagenzug aus vier vollbeladenen Wagen, Rittern als Begleitschutz, und eine Schar vermutlich Leibeigene hinterher.

Kurz bevor die Geistererscheinung die Helden erreicht weckt Gamrik Gieselhold. Gemeinsam erwarten sie den Wagenzug – und das dieser einfach durch sie hindurch fährt. Weit gefehlt, kurz vor dem Lager hält der führende Ritter in strahlender Vollrüstung an und spricht die Helden an. Anhand der Wappen erkennen die Helden das Haus Ruckenau, Haus Ilmentstein und das horasische Haus Beilunk. Formal korrekt stellt sich Gamrik dem Marschall vor, was diesen wohlwollend zu stimmen scheint. Sein Adjutant – im Lauf des Gesprächs stellt sich heraus, dass es sich um Istvan von Ilmenstein handelt – ist nicht so freundlich, da er die Helden als dahergelaufene Streuner sieht. Bogumil von Berlînghan, auch ein Adjutant, scheint den Helden gegenüber freundlicher zu sein. Und Turonia von Beilunk, offensichtlich eine Magierin und auch Adjutant, scheint auch keine Vorbehalte den Helden gegenüber zu haben.

Im Gespräch können die Helden einen Eindruck aus der damaligen Zeit erhaschen und was von den alten Geschichten tatsächlich war ist. Letztendlich bittet Gerbald die Helden seinen Schädel im Sumpf zu suchen und zur letzten Ruhe zu betten, um den Fluch, der auf ihnen allen Lastet, zu brechen.

Im Zuge der anschließenden Diskussion bietet Gerbald nur um einen einfachen Segen im Sumpf, sein Adjutant von Berlînghan insistiert ein ordentliches Begräbnis mit allen Ehren in Pilkamm und Ilmenstein zieht den Nutzen der Helden generell in Frage, da es ja nur Streuner sind. Schließlich werden alle Bedenken seiner Adjutanten von Gerbald zur Seite gewischt. Nach all den Jahrhunderten des Geisterzuges durch die Mosse ist er voller Reue und bekennt sein frevelhaftes Verhalten.

Auf die Frage, ober tatsächlich den Reis ins Hafenbecken kippen lies, antwortet Gerbald lyrisch „Von Korn und Sand bezwungen. Doch unser ist das Land und eine neue Festung wird von unserer Macht künden.“

Als das Gespräch auf das damals rote, heute blaue Buch kommt, meint sich seine Adjutantin, die Magierin von Beilunk: Hütet es Gut, es weckt warme Erinnerungen, Ihr könnt viel daraus lernen.

Letztendlich willigen die Helden ein, den Schädel zu bergen und zur letzten Ruhe zu betten, und der Geisterzug führt die Helden zu dem Sumpfloch indem alle ihr nasses Grab gefunden haben. Auf die Frage, warum man vom Dammweg abgebogen ist, kam als Antwort lapidar: „Eine Abkürzung...“

Nach kurzer Diskussion taucht Gieselhold im sumpfigen Teich nach den Überresten. Seltsamerweise empfindet er kein Problem mit der Kälte des Wassers, obwohl er nackt taucht. Nach dem ersten Tauchgang nimmt Gieselhold den Gwen Petryl Stein von Gamrik, um sich halbwegs in der Dunkelheit unter Wasser orientieren zu können. Bei seinen Tauchgängen holt Gieselhold folgendes aus dem Wasser:

  1. eine alte verranzte Lederjacke
  2. einen menschlichen Knochen
  3. einen Pokal
  4. einen Hirschfänger. Edelsteinbesetzt
  5. einen Ring
  6. einen Schädel

Als Gieselhold mit dem Schädel auftaucht, geht ein Raunen durch die Geisterschar. Gerbald bittet erneut darum, seinen Schädel stellvertretend für alle an einem trockenen Platz hier in der Großen Mosse, gebettet zwischen Reisgras zur letzten Ruhe zu betten. Auf der Suche nach einem trockenen Platz findet die Helden auch ein paar Büschel Reisgras, das seltsamerweise auch hier wächst (Gerald schüttelt ungläubig und unbewußt den Kopf).

Als Segensrede bittet Gamrik Peraine um Gnade für dieses Seelen, da sie ihren Frevel eingesehen haben und zu tiefst bereuen. Er bittet Rondra um die Aufnahme der Seelen in ihr Reich und zuletzt Boron um ein sicheres Geleit der Seelen durch sein Reich in die Hallen der Rondra. Zum Abschluss pflanzt Gamrik auch einen Reispflänzchen auf die letzte Ruhestätte des Schädel.

Offensichtlich wurde alles richtig gemacht, mit einem letzten Seufzer verschwindet der Wagenzug und nur Gerbald bleibt zurück und wartet offensichtlich auf etwas.

Auf die Frage, ob noch was fehle, verneint er und sagt alles ist richtig so.

Trotzdem wartet er.

Schließlich fragt Gamrik, ob er etwas über den geflügelten Reiter und des Drachen bzw. seiner Herkunft weiß. Was Gerbald leider verneint.

Als Gamrik Gerbald fragt, wieso man das rote bzw. blaue Buch nicht lesen könne, meint dieser nur, dass es selbstverständlich von einem Blutsiegel geschützt wäre, welches jedem der es berührt Schaden zufügt und dessen Schwerthand unbrauchbar mache. Jeder Geweihte der Rondra könne das Siegel durch eine allgemein bekannte kermale Handlung aufheben. Jetzt müssten die Helden es nur  noch (wieder) finden…

Nachdem die Helden keine weiteren Fragen an diesen einzigartigen Zeitzeugen aus der Theaterritterzeit mehr haben verblasst auch Gerbalds Geist mit einem letzten Abschiedsgruß und zurückbleibt – sein Schwert. Das sich sofort unser Lootgoblin schnappt und einsackt.