Praios Gunst und Kampfeskunst (27. Peraine - 01. Ingrimm)

Am frühen Morgen des 27. Peraine 1039 BF, als die ersten Sonnenstrahlen kaum den dunstigen Schleier über den Feldern Norburgs durchbrachen, saß Gamrik über einem Brief. Er schrieb an Manka Riiba, die Goblin-Chefin von Jäänni, die in Festum lebte. Seine Worte waren getragen von Zweifel, Hoffnung und Not: War es wahr, dass Jäänni in ihrer Mission gesandt worden war, um bei den Insignien zu helfen? Und wusste sie, als Chefin von Jääni vielleicht mehr darüber, wie sich das Bluten der Zeichen verhindern ließ? Doch die Antworten würden nicht sofort kommen. Gamrik wandte sich dem Blauen Buch zu, das ihm bislang nur Fragmente offenbarte. Auch heute zeigte es sich verschlossen, seine Seiten unverändert, als läge ein Bann auf ihnen. Doch das Buch antwortete anders: Ein kalter Hauch, ein dumpfes Unbehagen legte sich auf Gamriks Seele – als ob er beobachtet würde, oder als ob das Buch selbst ihn studierte.

 Spieler: Christian (GM), Christoph, Holger, Sascha (Berichterstatter)

 Die Pilzstätte – Der Misthaufen und das vergiftete Erdreich

Die Gefährten – Gamrik, Gieselhold, und Gerald – zogen los, um einen Ort zu untersuchen, der unter den Bewohnern bereits gemieden wurde: den Misthaufen am Rande des Lagers. Ziel war es, dort das Blut der Insignie zu entsorgen und zugleich dem seltsamen Pilzbefall nachzugehen.

Gerald, mit seinem schützenden Imkeranzug gerüstet, wagte sich näher. Die abgeschnittenen Pilze waren in voller Zahl nachgewachsen – und neue Fruchtkörper sprossen aus dem Mist, als hätte die Fäulnis selbst einen Hunger. Der gesamte Ort war durchtränkt von einer magischen Aura. Geralds magisches Gespür bestätigte: Die Erde war durchzogen von Magie, nicht nur am Haufen, sondern im gesamten Gebiet. 

Auch das Blut selbst, das Gerald aus dem Eimer goss, war magisch verseucht. Zwar zeigte es beim Ausschütten keine unmittelbare Reaktion, doch es war, als tropfe flüssige Zauberkraft ins Nest eines schlafenden Ungetüms.

Währenddessen entdeckte Gieselhold im Boden die Umrisse eines Gesichts – keine Täuschung, keine Einbildung. Ein uraltes, im Erdreich liegendes Antlitz, wie aus Lehm geformt. Gamrik sah es ebenfalls. Etwas Uraltes ruhte dort unten – oder regte es sich?

Morgenbesprechung – Erkenntnis und Warnung

Die Ergebnisse der professionellen magischen Analyse wurden den JourFix-Teilnehmern aka Heeresrat offenbart. Es wurde bestätigt, dass elementare Magie des Humus aus dem Boden hervorbrach. Diese Energie war es, die sich bis in das Lager ausbreitete, möglicherweise sogar verantwortlich für die Schlafstörungen der Soldaten.

Die Kraft schien sich an einem Punkt besonders zu konzentrieren: am Misthaufen. Man empfahl, das Gebiet zu sperren, und gab zwei mögliche Lösungen:

Die Initiation zerstören, die dieses Gleichgewicht gestört hatte oder das Gebiet durch heiliges Feuer reinigen, um die magische Kraft auszubrennen.

Der Ruf nach göttlicher Ordnung – Antimagie oder Flamme

Gamrik schlug vor, das Feldlager zu verlegen – doch der Aufbruch des Heeres stand in sechs Tagen bevor, und Zeit war kostbar. Gerald plädierte für antimagische Sprüche. Man ließ Bisminka kommen. Sie erläuterte, dass sowohl Antimagie als auch göttliches Wirken infrage kämen – insbesondere durch die Praioskirche, die sich auf die Reinigung von Magie spezialisiert hatte. 

Die Entscheidung fiel: Die Priester Praios' sollten sich der Angelegenheit annehmen. Die Gruppe zog nach der Besprechung zum Praios-Tempel. Im Tempel der Sonne war nur wenig Betrieb. Die Gruppe sprach mit einem Geweihten Praios' und trug ihre Erkenntnisse vor. Gerald argumentierte mit Nachdruck: Eine solche magische Störung könne den bevorstehenden Feldzug gefährden – und somit die Ordnung selbst unterwandern.

Der Geweihte erkannte die Dringlichkeit. Er versprach, am folgenden Tag zur Mittagsstunde ein Ritual zu vollziehen, um die Stätte zu reinigen. Die Gruppe willigte ein, sich bei den Vorbereitungen einzubringen. 

Das Ritual der Reinigung

Das Ritual wurde wie versprochen zur Mittagszeit des 28. Peraine vollzogen. Unter Sonnengesang, heiligen Bannformeln und mit Weihrauch und Feuer wurde der Ort geweiht. Die Erde bebte leise. Die Pilze verkohlten, verdorrten, zerfielen zu Staub. Die unnatürliche Präsenz wich. Das Blut hatte aufgehört zu fließen. Ein erster Sieg.

Der Krieger des Drachenkampfs

Am Tag darauf, den 29. Peraine, ist im Heeresrat ein Krieger zu Gast: Helmjew von Hinzk, ein erfahrener Streiter mit der Sonderfertigkeit Drachenkampftaktik. Mit zwei Gefährten bot er an, seine Kampftechniken zu teilen – eine Hommage an die verstorbene Gudanja, die im Drachenkampf ihr Leben ließ.

Gamrik schlug vor, dass auch das Heer von diesem Wissen profitieren könne. Zunächst stieß er auf Ablehnung – die Bronnjaren sahen darin eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, da - Status quo - die Aufklärung keinerlei Drachenbeteiligung identifizieren konnte. Doch nach hitziger Diskussion obsiegt "die Vernunft" aka die unfehlbare Heldenmeinung: Die Ausbildung wird drei Tage dauern. Daher, d.h. nur aus diesem Grund, verzögert sich der Aufbruch des Heeres um weitere drei Tagen auf den 04. Ingerimm. Skeptiker würden spekulieren, dass dieser Zeitgewinn vom Korsmal-Bund genutzt wird...

Eine alte Verbündete und neue Erkenntnisse

Die Ausbildung war am 01. Ingerimm abgeschlossen. Am Mittag traf die Rondrageweihte Leudara im Lager ein. Sie wirkte erschöpft, doch freute sich über das Wiedersehen. Die Gruppe speiste mit ihr und verabredete ein Gespräch für den Abend.

Am Abend in ihrem Zelt fragte Gamrik  Leudara was sie über Graqualos wisse. Leudara berichtete, dass dieser ein Anveraner des Kor sei – ein dunkler Prophet, der den Korssamen bringt. Theaterritter uns somit auch der Korsmal-Bund, verehren ihn, denn durch den Samen können sie eine tiefere Verbindung zu Kor eingehen.

Auch über das Blaue Buch wurde gesprochen. Leudara kannte nur die Fassung des ??? mit dem Roten Kelch. Die Erwähnung eines Purpurkelches irritierte sie – denn die Farbe Purpur ist in der Kirche der Zwölfe verpönt, ein Symbol für Machtmissbrauch und verbotene Pfade. 

Die Tage der Vorbereitung und eine Botschaft an Jäänni

Während das Heer sich auf den bevorstehenden Aufbruch vorbereitete und die letzten Ausbildungen der Soldaten abgeschlossen wurden, suchte Gerald den Kontakt zu Jäänni, der goblinischen Magiebegabten, deren Wege sich schon mehrfach mit jenen der Gruppe gekreuzt hatten.

Er fragte, wie sie während des Feldzuges erreichbar sei, falls sich Fragen oder dringende Entwicklungen ergäben. Denn das Band, das sie alle verband, war aus mehr als nur Zufall gewoben. Jäänni meint dazu nur "don't call us, we call you"...oder mit anderen Wort: "Wird schwierig...".

Besonders jedoch brannte Gerald eine Frage auf der Seele: Wo lag Wjassuula? Oder anders: Wie wird dieser Ort heute genannt? Denn wie ein Schatten lag der Name auf den Mysterien, die sich ihnen offenbarten. Gerald bat Jäänni, alles mitzuteilen, was sie über den Ort wisse – seien es Legenden, Goblingeschichten oder Warnungen, die sich von Generation zu Generation getragen hatten. In Summe kann Gerald nur erfahren, dass Wjassuula die Hauptstadt des gloreichen Goblingroßreiches war. In der Schlacht von Wjassuula wurde sie im Jahre 243 BF von den Theaterrittern größtenteils zerstört. Bezüglich des Ortes wo Wjassuula heute läge kann sie keine genaue Angaben machen.