Im Osten nichts Neues (26. Ingerimm 18:00 - 26. Ingerimm 21:00)

Während die Helden hinunter ins Tal reiten, fällt ihnen der ungewöhnliche Aufbau des Lagers auf. Damit ist nicht die Teilung des Lagers gemeint, sondern das dieses wie ein Ring aufgebaut ist, während das Zentrum des Lagerringes leer ist, nun ja, von ein paar überwucherten Hütten mal abgesehen.

Während die Helden Richtung des Zeltes der Adelsmarschallin reiten, wird die Spaltung umso deutlicher. Während die „Begrüßung“ im Bronnjaren Lager mehr oder minder normal ausfällt, ist das Söldnerlager ungewöhnlich leer und es herrscht eine absolute miese Stimmung.

Spieler: Christian (GM), Holger (Berichterstatter), Christoph, Sascha

Auch die Häuser der Dörfer, welche die Helden passieren, passen nicht so richtig ins Bild, es wirkt als wären einzelne Bereiche erst kürzlich versumpft und/oder mit diversen Gewächsen dicht umrankt. Teils kämpfen die Bewohner noch um ihre Häuser, legen Planken durch die versumpften Gebiete, teils hat man aufgegeben und die Häuser verlassen oder sich mit der Situation einfach abgefunden. Zudem wird der Rankenbewuchs laut Geralds Geist von „Rankenputzern“, kleine grüne Feenwesen geputzt.

Auf dem Weg zur Adelsmarschallin, biegt die Kaleschka Richtung des Lagerbereichst, in dem der Tross des Heerzugs, zu dem sich auch Norbardensippe Jantareffs zählen, ab. Auch der Söldnertrupp um Wulfen verlässt die Helden, um mit dem Zahlmeister des Heerzuges, Vito Sivelling - auch...zumindest in Norburg..."der Schänkenkönig" genannt - über die vertraglichen Bedingungen der Unterstützung zu verhandeln.

Am Zelt der Adelsmarschallin werden die Helden von Tsadan empfangen, der – verpackt in beiläufigen Gesprächston – die Helden zu den letzten beiden Wochen versucht auszufragen. Beim Rapport mit der Adelsmarschallin erzählen die Helden was ihnen in den letzten beiden Wochen so widerfahren ist, einschließlich ihres Versagens bei Burg Ilmenstein inkl. des Verlusts des Schildes, des blauen Buchs, der Umtriebe des Korsmalsbund und dem Fund der Klingen des Nordens.

Die Adelsmarschallin und Tsadan berichten ihrerseits über die Situation im Lager, mit der aktuellen Moral im Lager als Kernproblem, hauptsächlich mit Bronnjaren und Söldnern, oder der Einstellung „Ehre gegen Geld“.
Die Treiber/Rädelsführer des Ganzen sind hauptsächlich

  • Jarle Winroff, Sprecher Söldner, Kor Anhänger von „Guten Kampf“)
  • Wolfhold von Timpenbroich, Bronnjare, Koranhänger, verteufelt „Gutes Gold“ als ehrlos
  • Vanjescha, Rondrageweihte, gegen unnötiges Blutvergießen,

Wobei gilt

  • Gutes Gold: Geld für Kampfkraft
  • Guter Kampf: Ausdruck von göttlichen Willen, Blut muss vergossen werden
  • Sohn (Kor) muss der Mutter (Rondra) gehorchen
  • Alte Animositäten kommen nach und nach hoch

Als die Helden über die Schwerter des Nordens berichten und alle übergeben, hellt sich die Miene der Adelsmarschallin auf, sie erkennt darin, die Möglichkeit ihren Heerzug weiter zusammenzuhalten, noch ein paar Tage durchhalten zu lassen bis das Ganze hoffentlich vorbei ist. Nach Gamriks Meinung der komplett falsche Ansatz, seiner Meinung nach zögert man damit nur das unvermeidliche hinaus: den Zusammenbruch des Heerzugs. Bereits zu Ende bevor das Ganze überhaupt angefangen hat. Wie sich auch in der anschließenden Diskussion zeigt, wie denn die Schwerter genutzt oder gar verteilt werden sollen: Standesdünkel, politische Manöver, Seilschaften, usw.. Man einigt sich mehr oder weniger darauf, die Schwerter zu ca. 4/5 nach Leistung im Heerzug und 1/5 nach politischer Strategie zu verteilen. Gamrik soll das Ganze bei seiner Ansprache am nächste Morgen verkünden.

Nachdem der Rapport bei der Adelsmarschallin vorbei ist, hören sich die Helden selbst im Lager um, um sich ein eigenes Bild zu machen. Neben den allgemein fast greifbaren Animositäten, erfahren die Helden, dass der Bereich in der Mitte des Lagerrings magisch aktiv ist, und der Zutritt verboten ist. Was aber einzelne Pagen, Knappen oder Trosskinder eher als Aufforderung ansehen. Und wie zu erwarten, muss Gerald sich das Ganze ansehen, er würde auch am liebsten mit den Rankenstreichlern kommunizieren, laut seinem Geist verschwinden diese aber sobald er (der Geist) auftaucht. Auch die noch hier lebenden Menschen verhalten sich seltsam, während einige ganz normal ihrem Tagwerk nachgehen, sieht Gerald auch eine alte Frau in dem trüben, brackigen Sumpfwasser stehen, in die Ferne blickend und immer wieder wasserschöpfend murmelnd „Das Wasser Gibt uns. Die Amme nährt uns.“ Während Gerald die Amme betrachtet, bemerkt er auch eine Veränderung des Sumpfes um sich, um den Planken auf denen er gerade steht. Bläschen steigen aus dem Sumpfwasser auf. Gerald – aller Gefahr zum trotz und wider besseren Wissens - beugt sich vor und blickt ins Wasser. Während er noch angestrengt und suchend versucht etwas zu erkennen, springt ihm aus dem Wasser ein widerlich stinkendes und schleimiges Etwas ins Gesicht und klammert sich fest. Panisch reist sich Gerald das Ding vom Gesicht. War Gerald schnell genug, oder wächst in Gerald jetzt ein Monster heran, das Bald aus seiner Brust herausbrechen wird. Während das Ding wieder im Wasser versinkt, sieht Gerald auch seine Laterne verlöschen und mit einem letzten Blub versinken.

Nachdem Abendessen mit Wulfens Trupp, besuchen die Helden Leudara. Vor Leudaras Zelt treffen die Helden auf Vanjescha aus Sirngalvis und Jarle, die ebenfalls auf dem Weg zu Leudara sind. Leudara ist sichtlich erfreut die Helden zu sehen, aber hat kaum Kraft genug die Helden überhaupt zu begrüßen. Und auch Nadjescha würde die Helden am liebsten sofort nach der Begrüßung wieder hinausschicken.

Im Gespräch wird Gamrik schnell klar, dass Leudara von einem tiefen innerlichen Konflikt fast zerrissen wird. Das ihr Zustand nicht auf ein körperliches sondern ein seelischen Leiden zurückzuführen sei. Sie braucht dringend Seelsorgerische Unterstützung. So gern sich Gamrik auch ihr gerne Helfen würde, das Schicksal lässt ihm dazu wieder mal keine Zeit. Außerdem hat Gamrik noch nie jemanden helfen können, keinem Olko, niemanden auf Korswandt, warum sollte das bei Leudara anders sein.

Die Helden sind schon fast aus dem Zelt draußen, da ruft Leudara Gerald zurück. So schwach Leudara auch ist, versucht sie Gerald zu helfen, der eine tiefe innere Verletzung mit sich trägt, aber Leudara ist der festen Überzeugung, das Rondra noch viel mit ihm vor hat. Gerald soll sich seiner nicht schämen.

Beim verlassen des Zeltes, erhascht Gerald einen kurzen Blick auf einen kleinen dunklen Schatten der durch Leudaras Zelt huscht und hinter einer Kiste verschwindet. Aber als er nachschaut, findet Gerald nichts. Lapidarer Kommentar von Geralds Geist: Überall sind im Lager, in den Dörfern, in dem Sumpf viele Feenwesen unterwegs, nur hier nicht.