Oktober 26, 2025

Das Gewicht der Entscheidungen (26. Ingerimm, 21:00 – 27. Ingerimm, morgens)

Wir, Gamrik und ich, Gieselhold, diskutierten lange darüber, wer auf die Liste der Würdigen für ein Schwert des Nordens gesetzt werden sollte. Einig waren wir uns darin, dass die Auserwählten es verdienen mussten. Gleichzeitig war allen klar: Auch politische Überlegungen spielten eine Rolle. Jede heilige Klinge, die vergeben wurde, sollte den Heereszug stärken – nicht nur als Symbol, sondern als strategischer Vorteil.

Spieler: Holger, Christoph (Berichterstatter), Christian (GM)

Nach langer Überlegung einigten wir uns schließlich auf folgende Personen: Leudara, Gewinja von Ilmenstein, Baernja von Ilumin, Helmjew von zu Hinz und Kuns, Raffaela Cavallo, Gandressch Holzfuß, Gilm Mosshold, Malmodir Gertaning, Lrike Gerberow, Jarle Winroff, Tyrael ya Trequona und Amaryllis Flarngau. Jede und jeder von ihnen hatte eine Verbindung zu den Ereignissen hier – sei es als Zeuge, als Mitstreiter oder stiller Beobachter.

Als die Entscheidung gefallen war, begann Gamrik mit den Vorbereitungen für seine Rede, die er am kommenden Morgen im Auftrag der Frau Adelsmarschals halten sollte. Ich hingegen machte mich nochmals auf den Weg ins Lager der Norbarden, um Fetanka nach den Feenwesen zu befragen – ihren Eigenheiten, ihrer Verbindung zu den Orten der Macht, und warum ihr Fehlen Anlass zur Sorge geben konnte. Ergebnis: eher ernüchternd. Fetanka kannte nur Grundsätzliches. Sie warnte mich eindringlich vor den kleinen Wesen: man solle sich stets mit ihnen gutstellen. Ein Feenwesen, einmal verärgert, vergisst nie; es lebte länger als wir Menschen, und – so ihre düstere Andeutung – meine Kinder oder Kindeskinder könnten noch unter den Folgen meines unüberlegten Handels leiden müssen.

Unzufrieden mit dem Ergebnis zog ich mich zurück ins Bett, während Gamrik noch über seine Rede brütete.

Es war der 27. Ingerimm 1039 BF. Regen hatte über Nacht eingesetzt und lag nun wie ein grauer Schleier über dem Lager. Nasse Planen glänzten im schwachen Licht, das durch die Wolkendecke drang.

Im Versorgungszelt, wo wir Helden unser Frühstück einnahmen, sahen wir die Rondrageweihte Vanjescha fröhlicher, als wir erwartet hatten. Wir vermuteten, dass dies mit Leudaras Gesundheitszustand zusammenhing, und beschlossen, sie zu begleiten, um uns selbst ein Bild zu machen.

Bei Leudara angekommen, bot sich uns ein erfreuliches Bild: Gestern noch schien sie eine lebende Leiche, ausgezehrt und blass, heute schon strahlten ihre Wangen in einem sanften Rot. Noch schwach, aber mit einem Willen, der verriet, dass sie jederzeit aufspringen und das Zepter der Ereignisse wieder selbst in die Hand nehmen könnte. Man konnte fast sehen, wie der Kampfgeist in ihr zurückkehrte – ganz langsam und leise, aber unübersehbar. Was genau diese erstaunliche Wendung bewirkt hatte, blieb uns ein Rätsel. War es der schwarze Schatten, den Gerald in der vergangenen Nacht gesehen hatte, der wie ein stilles Übel über Leudara schwebte und nun weg ist? Oder verbarg sich hinter ihrem plötzlichen Aufblühen etwas anderes, Unerklärliches, das wir noch nicht zu fassen vermochten?

Nach einem kurzen Gespräch – kaum fünf Minuten – machten wir uns auf den Weg zum Jour Fix des Heereszuges, der regelmäßigen Besprechung der führenden Persönlichkeiten.

Hier berichteten wir, dass wir die legendären Schwerter des Nordens gefunden hatten. Wir legten auch unseren Vorschlag für die kommende Verleihung vor. Die Adelsmarschallin bat alle Anwesenden, binnen einer Stunde Vorschläge für potenzielle Träger vorzulegen. Sie behielt sich vor, das letzte Wort über die Vergabe der heiligen Klingen zu haben. Nach dem Abschluss des Heerzugs würde entschieden, wem die Klingen offiziell verliehen werden. Alle stimmten zu und zogen sich zurück, um zu überlegen, wer auf die Liste sollte.

Nach dem Jour Fix kümmerten wir uns darum, dass auf einer Lanze ein rotes Tuch gehisst wurde – das vereinbarte Signal für die Kommunikation mit den Goblins, ein Zeichen, dass es Zeit war, die nächste Verbindung aufzunehmen.

Anschließend gingen wir direkt zum Zelt der Adelsmarschallin Nadjescha. Sie begrüßte uns freundlich und dankte für unsere Unterstützung. Dann verkündete sie, dass jeder von uns eine heilige Klinge erhalten würde, und wies auf einen Tisch, auf dem die Schwerter für jeden bereitlagen.

Bis auf mich – Gieselhold – stimmten alle zu, dass die Klingen später am Tag offiziell und öffentlich verliehen werden sollten. Außerdem bat uns Nadjescha, Leudara mitzuteilen, dass auch sie eine Klinge im Namen des Reiches erhalten würde. Wir erklärten uns bereit, dies zu tun.

Als wir aus dem Zelt traten, fiel ein warmer Sonnenstrahl auf uns, als wolle Praios selbst grüßen und uns daran erinnern, das Richtige zu tun.