Januar 12, 2025

Abrechnung und Totenzug in und nach Firunen (25. Phex – 26. Phex 1039 BF)

Nach dem Kampf hat sich unser Santöter...äh...Sanitäter Gieselhold erst mal die Verletzungen aller angeschaut und sich auch um eine fachgerechte Versorgung gekümmert (Notiz: QS: Gerald 5, Gamrik 2, Gudanja 5, Salwinja 5, Geron unverletzt, Gieselhold unverletzt).

Spieler: Holger, Sascha, Udo, Christoph (Berichterstatter), Christian (GM)

Die Ausnahme stellt nur Alriksej, der die meisten Armbrustbolzen „gefressen“ hatte, da. Man könnte fast den Eindruck haben, die schwarzen Ritter wollten ihn – gemäß des Todesurteils – tatsächlich töten. Pech für ihn und gleichzeitig Glück für alle anderen, die damit nicht so viele Bolzen „fangen“ mussten. Auf Grund der schwere der Verletzungen musste sich die Katzenhexe Ricarda intensiven, individuellen und exklusiv auf magische und bezaubernder Art und Weise um die Versorgung kümmern. Profanes Verbinden durch einen Mann kann offensichtlich niemals die Qualität der heilenden Hände einer Frau erreichen.

Leudara besteht darauf, dass wir unsere Gegner auch noch im Tode ehren und würdevoll behandeln. Daher binden wir jeden der Toten auf sein Pferd (einfach zu identifizieren, da auch die Pferde das jeweiligen Hauswappen tragen). Während wir so den Toten den letzten Dienst erweisen, unterhalten wir uns auch mit Leudara bezüglich des Urteils, dass Irinje kurz vor ihrem Tod über Alriksej und Dascha gefällt hatte. Dabei erwähnt sie, dass sie mit ihrem Sieg über Irinje theoretisch jetzt die amtierende Schwertmeisterin des Rondratempels zu Firunen sei. Allerdings ist sie sich nicht so sicher. Sicher wird es eine Untersuchung durch die Rondrakirche geben und es besteht ein Wahrscheinlichkeit, dass die Rondrakirche das auch ohne ein Veto akzeptiert. Sie wird zeitnah nach Festum einen Boten schicken. Status quo ist sie mindestens Interimsweise im Amt.

Da wir das Floss mit dem Stahl auch nach Firunen bringen müssen, trennen wir uns. Gamrik begleitet Alriksej und Ricarda, die das Floss weiter den Born hinab schiffen. Alle anderen reiten mit den Pferden und den toten „Kultisten“, wie Leudara sie nennt, nach Firunen.

Auf dem Weg nach Firunen kommen uns alle wehrfähigen Jantareffs entgegen. Sie sind ausgezogen um Dascha zu befreien und fragen uns, ob wir wüsten wo sie sein könnte. Gero hat mit einem leichten Akzent ganz einfach und direkt gesagt, dass sie tot sei und wir ihren Leichnam bergen konnten. Wir übergeben Dascha an die Jantareffs und lassen sie mit ihrer Trauer alleine.

Schweigend ziehen wir mit den Toten im Schlepptau auf der Straße Richtung Firunen weiter. Schon auf dem Weg begegnen wir Leuten und Leibeigene die entsetzt und schweigen, manche sogar fliehend, unseren Zug beobachten.

Am Tor zu Firunen, kommt es nur zu einem kurzen Wortwechsel zwischen den Stadtwachen und Leudara. Danach konnten wir ohne weiteres in die Stadt reiten. Auf dem Weg zum Tempel werden wir von den Stadtbewohnern schweigend beobachtet.

Am Tempel angekommen stellen wir fest, dass nur noch wenige Rondrageweihte, ein paar Akolythen, Novizen und viele der Leibeigen und Angestellten da sind.

Nach dem die Leichen der Kultisten standesgemäß aufgebahrt wurden, treffen wir Leudara im Büro bzw. in den Räumen der Tempelvorsteher. Irinje scheint nicht damit gerechnet zu haben, nicht mehr zurückzukehren. Es wurde zwar hastig Dinge zusammengepackt, aber das Zurückgelassen ist zu viel und zu ordentlich verstaut. Mit der Erlaubnis von Leudara begeben wir uns auf die Suche nach Hinweisen zu den Kultisten.

Nach mehreren Stunden der systematischen Suche sitzen wir dann wieder gemeinsam mit Leudara im Büro der Tempelvorsteher, d.h. in Leudaras Büro, aus.

Interessiert (nein, nicht neugierig) wie Gamrik ist, will erst mal wissen was da in Hinterbruch passiert ist. Leudara erklärt relativ kurz und knapp, dass sie nicht mit dem Vorgehen von Junker Anshag von Rodebrannt-Ask einverstanden war und daher ein Gottesurteil einforderte. Auch heute hat sie der Entscheidung der Göttin nichts hinzuzufügen.

Dann tauschen uns bezüglich unserer Erkenntnisse und Funden aus:

  • Leudara hat dem Korsmal-Bund Jäänis Ritual „Orvai Kurims Kriegstrommel“ zugänglich gemacht, in dem sie ihnen die Unterlagen von Olko übergeben und ihre Beobachtungen und Erkenntnisse mitgeteilt hat.
  • Olko wurde von den Kultisten gefangengenommen, um es für sie nutzbar zu machen. Leudara weiß nicht, ob die Entschlüsselung ihm gelungen ist.
  • Im Regelfall werden Gefangene des Kultes mit einer schwarzen Flüssigkeit namens „Kors Samen“ gefügig gemacht. Diese Flüssigkeit benebelt die Sinne und schwächt die Willenskraft. Leudara geht davon aus, dass auch Olko davon trinken musste, kann dies aber nicht Gewissheit sagen, da sie nicht Zugang zu Olko oder zu seiner Arbeit hatte.
  • Viele bornische Adelsfamilien sind durch uralte Eide an den Kult gebunden. Im Verborgenen hat der Bund jahrhundertelang gewirkt. Nun, da viele Kämpfer außer Landes sind, fordert der Bund nun ihre Gefolgschaft ein.
  • Die Stahllieferung diente dazu, weitere Truppen auszurüsten. Soweit Leudara informiert ist, plant der Korsmal-Bund eine große Offensive. Er wolle die Chance nutzen, wenn auf Grund der Unterstützungsverpflichtung des Bornlands beim Feldzuges der Kaiserin dem Mittelreichs gegen den Heptarchen Helme Haffax viele Kämpfer außer Landes sind. Leudara vermutet, dass wahrscheinlich diese Offensive noch vor der Adelsmarschallswahl im kommenden Winter stattfinden wird.
  • Zur zunehmenden und immer offeneren Aktivität des Korsmal-Bundes trug der Kontakt mit einer Gruppe von Kultisten bei, die vor einigen Monden auf den Rücken von Drachen aus den Walbergen kamen. Dort wollen diese „geheimes Wissen“ der Theaterritter jahrhundertelang versteckt gehalten haben.
  • Die Korsmal-Kultisten sehen sich in der Tradition der korgläubigen Theaterritter. Sie sehen die Adelsherrschaft im Bornland durch Norbarden und den Freibund bedroht, die sich wenig um althergebrachte Bräuche scheren. Dabei verfolgen die Korsmal-Kultisten ein diffuses Ideal des Guten Kampfes. Das Gute Gold schätzen sie geringer, weil sie glauben, dass Letzteres den Bürgerlichen zu viel Macht verleiht.
  • Durch den Einfluss der Drachenreiter tauchte eine neue Figur in ihrem Pantheon auf, die große Macht verhießt: Kors Alveraniar Graqualos. Dieser findet auch in alten Schriften der Theaterritter Erwähnung, und in seinem Namen wurden in Zeiten der Dekadenz die grausigsten Rituale durchgeführt.

Nur den Brief ihres Ziehvaters, den wir unter den persönlichen Sachen Irinje fanden, halten wir zurück.

Am nächsten Tag, den 26. Phex 1039 BF, ist Tag der Abrechnung. Alriksej liefert „offiziell“ den Stahl an den Rondratempel zu Firunen:

181 Stahlstangen zu je 3 Stein wurden erfolgreich bis nach Firunen transportiert. Da der Tempel 4 Batzen pro Stein zahlt, sind das 2172 Batzen.

Davon werden die Kosten, die Alriksej hat, abgezogen: 660 Batzen Kredit und Zinsen, 120 Batzen für die – jetzt toten – Ochsen, 20 Batzen für das Holz des Floßes.

D.h. 1372 Batzen Gewinn. Der Anteil von 9% sind damit 123,4 Batzen, die Alriksej mit viel Dank den Helden übergeben werden.

Später gehen wir zu Umerike Surjeloff und berichten. Umerike gönnt sich ein triumphierendes Lächeln, als sie von Alriksejs Erfolg hört. Die Helden haben nicht nur den gewünschten Präzedenzfall geschaffen und ihre Forderungen gegen die Jantareffs aussichtsreicher gemacht. Sie lässt den Helden 123,4 Batzen – 15 Batzen Vorschuss = 108,4 Batzen auszahlen. Im anschließenden Smalltalk erfahren wir, dass die Surjeloff geschäftlich auch nach Norburg reisen werden.

Mit nochmals pralleren Goldsäcken verlassen wir die Unterkunft der Surjeloff.

Am 7. Peraine findet in Norburg das Aventurische Bardentreffen statt. Dorthin sind wir eingeladen von Ask zu treffen. Außerdem müssen wir auch noch das Hexenholz Bisminka, die ihren Lehrstuhl in Norburg hat, bringen. D.h. wir müssen zeitnah aufbrechen, um rechtzeitig in Norburg sein zu können. Nix faule Haut und den Ruhm viele Adelige im Kampf besiegt und getötet zu haben genießen.

Also: „Auf geht’s ins Abenteuer!“