Dezember 5, 2021

Das Apfelfest in Alrikfurt

Spieler: Christoph, Holger, Timo, Udo, Christian (GM)

Dramatis Personae

Ornislaus – Peraine Geweihter von Alriksfurt

Malor – Ortsvorsteher Alriksfurt

Gisla – Schmiedin in Alriksfurt, Mutter von Severin, den die Helden vor ca. einem Jahr aus dem Klauen der Sklavenjägerorks gerettet haben

Die Tage danach

Am nächsten Tag, nachdem sich Gamrik nach seinem Totalabsturz wieder halbwegs auf dem Pferd halten kann, bricht die Gruppe auf. Den Weg weiter nach Nordosten Richtung Greifenfurt folgend. Valmir nutzt die Gunst einer ruhigen langsameren Reise, um seine Vorräte an Heilkräuter aufzufüllen. Beim Verstauen der Kräuter zieht Valmir wieder den Beutel mit dem ominösen Früchtebrot raus. Duftend wie frisch gebacken. Kurzerhand bricht sich Gamrik ein Stück ab und ist es. Und ja, es schmeckt auch wie frisch gebacken. Lecker! Aber im ist gerade so ziemlich alles egal. Auch Gieselhold lässt sich überreden ein Stück zu essen. Nun ist der Beutel leer, und Valmir hätte was für seine Kräuter, aber er verstaut diesmal die Kräuter im Rucksack. Sicher ist sicher.

Am Abend erreicht die Truppe Alriksfurt. Zur Auswahl stehen der die kleine, schnuckelige Taverne „Zum Kaiser“ und das Gasthaus „Travia’s Einkehr“, die Truppe wählt zweiteres. Solide und sauber, und preislich angemessen. Im Dorf ist alles zu einem Fest aufgebaut, dem Apfelfest. Ein über die Reichsgrenzen bekanntes Fest rund um … Äpfel. Missmutig zieht sich Gamrik in sein Zimmer zurück. Ein Fest, schon wieder. Egal wo man hinkommt, findet gerade wieder ein supertolles, einmaliges Fest statt. Haben die Leute nix anderes zu tun… Der Rest der Truppe nutzt die Festlichkeiten und den zugehörigen Markt. Gieselhold zieht wie üblich erst einmal fachkundig alle wichtigen Fakten zu unserem Dorf zusammen und blickt dabei in ein bekanntes Gesicht. Nunja, zumindest sein Gegenüber erkennt ihn wieder. Gisla, dessen Sohn die Gruppe damals zusammen mit Izmir gerettet hat. Auch der Marlor der Dorfvorsteher erkennt Gieselhold und begrüßt ihn überschwänglich und fragt auch nach Gieselholds Wegefährten. Etwas irritiert und verwirrt dauert es ein wenig, bis Gieselhold ein Licht aufgeht. Valmir schlendert derweil über den Markt um die notwendigen Grundgerätschaften für Alchemie zu erwerben, hauptsächlich mal um seine Kräuter haltbar zu machen und sie nicht immer nach ein paar Tagen als zermatschten und angeschimmelten Klumpen vom Boden seines Rucksacks zu kratzen. Für den Anfang mal ein reisetauglicher Kupferkessel und Phiolen. Geron, ja Geron nutzt die Gunst der tollen Auswahl an Köstlichkeiten, die an allen Ecken feilgeboten werden. Wenn da nur nicht dieser Barde seine Job Fröhlichkeit verbreiten zu wollen etwas dezenter verfolgen würde. Penetrant besteht er darauf mit Geron einige Söldnerlieder zum Besten zu geben. Daraufhin stimmt Geron ein deftiges (und derbes) Lied an - und das nicht mal schlecht. Zum Dank erhält er einen Lapislazuli-Umhänger vom Barden mit den Worten „Ich habe mich hier vor Ort zu Ruhe gesetzt, aber Dir wird er sicherlich noch Glück bringen“ geschenkt.

Gamrik findet aufgrund des Lärms draußen keine Ruhe, und beschließt rauszugehen. Vielleicht findet er woanders ein ruhigeres Plätzchen. Schon seltsam, Gamrik der bisher nie eine Feier ausgelassen hat, hat keine Lust auf gar nix. Mit einem Krug Apfelmost ein ein paar Apfelleckereien lässt Gamrik sich am Rand des Marktplatzes nieder und wird kurz darauf von zwei, drei Kinder umschwänzelt. Nach ein paar Minute kommt die Kleinste von ihnen zu Gamrik. „Du bist doch bestimmt ein großer Abenteurer. Kannst du uns ein paar Geschichten erzählen“, fragt sie schüchtern. Mit einem Aufblitzen von Gamriks altem galanten Wesen erzählt er einige – nicht allzu blutige, dafür umso heldenhaftere – Geschichten, wie z.B. der Kampf mit dem Bären, deren Krallen er an der Kette trägt. Oder gegen Höhlenspinnen, die Welle um Welle gegen die Linie der Helden brandete. Nur Minuten später ist er umringt von einem guten Dutzend Kinder die ihm mit großen Augen, muxmäuschenstill an seine Lippen hängen. Am Ende wollen die Kinder Gamrik auch etwas schenken und geben ihm eine aus Blumen geflochtene Kette.

Männergeruch

Je weiter die Zeit vergeht, bemerken die Helden eine gewisse Nervosität unter den Dörflern. Alle warten auf den Anschnitt des großen Apfelfestkuchens durch Bruder Ornislaus, dem örtlichen Perainegeweihten. Aber der ist bisher nicht aufgetaucht. Aus diesem Grund spricht der besorgte Dorfschulze Malor und die Perainegeweihte Rumina Gieselhold an, ob er und seine Freunde ihn mit zur Perainekapelle am Waldrand begleiten können, um dort nach dem Rechten zu sehen und Ornislaus zum Fest zu geleiten. Gieselhold sammelt Geron, Valmir und Gamrik auf den Marktplatz ein und – mehr schlecht als recht ausgerüstet - zusammen mit Malor gehen sie Richtung Kapelle, die etwas außerhalb, ca. 30 Minuten vom Dorf entfernt, am Rande des Waldes sich befindet.

Schon von weitem erkennt Gieselhold das die mannsgroßen Doppeltürflügel schief in den Angeln hängen, kurz darauf bemerken auch die übrigen Helden das etwas nicht stimmt, während Malor sich weiterhin laut plappernd Sorgen um Ornislaus macht. Verwirrt betrachtet dieser die Helden, als diese auf einmal ihre Waffen ziehen und als er den Grund erkennt steiger es seine Besorgnis noch weiter. Wie eine gut eingespielte Gruppe, fächern die Helden auf und untersuchen nach allen Seiten sichernd die Kapelle und das drumherum.

Auf dem gepflasterten Bereich finden sie eine liegende Gestalt, die sich als Ornislaus herausstellt. Gieselhold – schnell wie ein Windhund – ist sofort bei ihm und – nach einem fachmännischen Blickt – brüllt er nach Valmir, unseren Heilkundigen. Valmir nimmt sich des bewusstlosen und offensichtlich verletzten Ornislaus an, während Geron mit dem Schwert in der Hand Wache hält. Gamrik nutzt die Zeit um das Innere der Kapelle zu untersuchen. Das Bild der Zerstörung setzt sich innen fort, geborstenes Holz, zertrampelte Bankreihen. Ein Bild des Chaos, und ein beinahe unerträglicher Gestank liegt in der Luft. Nur die Stube des Geweihten scheint verschont geblieben zu sein.

Draußen ist Ornislaus wieder soweit bei Bewusstsein und erzählt was von einer großen Echse die durch das Heiligtum getrampelt ist. Aber solange der Korb von Nadiana von Norburg (eine Perainegeweichte, die vor ca. 300 Jahren hier in Alrikfurt sich niedergelassen hatte), ist noch da ist, ist alles gut. Den Rest kann man reparieren. Korb? Einen Apfelkorb voller Äpfel? Gamrik hat nichts dergleichen in der Kapelle gesehen. Offenbar hat diese Echse oder was auch immer diesen Gestank verbreitet, den Korb mitgenommen. Erschüttert blicken sich Ornislaus und Malor an: der Korb ist weg, das gesamte Apfelfest ist in Gefahr! Ohne Korb kein Anschnitt des großen Apfelfestkuchens!

Kurzerhand bittet Malor und Ornislaus eindringlich die Helden, sofort die Verfolgung dieser Kreatur aufzunehmen und den Korb wieder zu beschaffen. Beide haben kein gutes Gefühl dabei. Man verspricht auch die Helden zu entlohnen, wenn sie es schaffen das Fest doch noch zu retten. Für jeden 2 Dukaten sind machbar. Und Ornislaus gibt den Helden auch noch seinen Heiltrank, den er für Notfälle immer in seiner Stube noch hat. Etwas zögerlich willigen die Helden ein, schließlich liegt der Großteil der Ausrüstung sicher in der Taverne im Ort. Aber Ornislaus und Malor mach deutlich, das SOFORT etwas unternommen werden muss. Beide sind davon überzeugt, dass es da nicht nur um einen Streich gegen das Apfelfest handelt. Da steckt mehr dahinter. Also machen sich die Helden auf, am späten Nachmittag, im schwindenden Abendlicht die gut sichtbare Spur der Verwüstung dieser Kreatur zu folgen. Und dem Gestank…

Nach einer weiteren halben Stunde quer und immer tiefer in den Wald hinein, finden die Helden eine Art Höhle oder Erdloch im Hang eines Hügels und in deren Eingang scheint tatsächlich eine eidechsenartige Kreatur zu schlafen. Kurzerhand beschließt die Gruppe Gieselhold vor zu schicken um die Lage zu erkunden. Den Würgereiz ob des Gestanks unterdrückend schleicht sich Gieselhold mutig an der Kreatur vorbei in die Höhle. Nach einer kurzen Erkundung kommt er zurück, in der Höhle ist nichts, aber die Kreatur scheint auf einem Berg von Münzen und sonstigen glitzernden Sachen zu liegen. Evtl ist da auch der Korb dabei. Die Kreatur – mittlerweile von allen als Tatzelwurm erkannt – scheint mit ca. 2m Körpergröße noch sehr jung zu sein, ausgewachsen wird sie jedenfalls zu einer Gefahr für die gesamte Umgebung. Also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – den Korb zurückholen, die Gefahr für die Zukunft bannen, das Gold und die vermeintlichen alchimistischen Ingredienzien… naja sind schon vier Fliegen – beschließen die Helden der Kreatur den Garaus zu machen. Gieselhold und Gamrik schleichen sich an der Kreatur vorbei in deren Flanke, während Valmir und Geron am Höhleneingang Stellung nehmen. Der Gestank ist nahezu unerträglich und Gieselhold muss tatsächlich seinen ersten Angriff wegen des Würgereizes abbrechen. Die anderen drei Helden können den Gestank zum Glück überwinden. Gemeinsam machen sich die Helden die Kreatur anzugreifen. Verwirrt schreckt diese aus dem Schlaf hoch, die Schläge prasseln nur so auf sie ein, schlagen Wunde um Wunde, ekelerregendes Blut spritzt nach allen Seiten. Gequält brüllend versucht die Kreatur die Flucht. Mitten durch Valmir und Geron hindurch. Glücklicherweise ist die Kreatur einigermaßen langsam und die beiden können Problemlos zur Seite zurückweichen. Die Helden verfolgen die Kreatur und greifen diese weiterhin an, die verzweifelt versuch sich die Angreifer mit ihrem Schanz vom Leib zu halten. Alles nutzt nichts, die Kreatur wird langsamer und langsamer und bricht, trotz eines letzten Aufbäumens, keine 10m vor der Höhle tot zusammen.

Gamrik und Gieselhold drehen Augenblicklich um und stürmen zurück in die Höhle. Zwei Dumme, ein Gedanke: Beute. Tatsächlich befindet sich im Schlafplatz einiges an diveresn glitzernden Dingen: Gürtelschnallen, silberne Töpf, Spiegel, Münzen, Knöpfe, Leuchter, aber auch so manche Gold-, Silbermünzen und sonstige blinkende Gegenstände. Aber alles, das mal auch künstlerischen Wert hatte, zerquetsch. In Summe ernüchternd wenig für einen Drachenhort. Und von einem Korb ist auch nichts zu sehen.

Jetzt stehen die Helden, besudelt nicht nur mit ekelhaften stinkendem Blut, ratlos da…

to be continued?