Das Drama in endlosen Akten
Bei der Befragung von Rochnow stellen sich für Gamrik zweierlei Dinge heraus. Zum einen, dass dieser verbohrte praiotische Abt‑Baron immens von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt ist und zum anderen, das Rochnow Emjan aus der Kindheit kennt. Laut Bruder Rochnow waren sie damals beste Kumpels, haben sich dann aber aus den Augen verloren. Er habe Emjan dann hier zufällig wiedergetroffen, das dieser als Patient wegen Wutanfällen sich selber hat einweisen lassen.
Spieler: Holger (Berichterstatter), Christoph, Sascha, Christian (GM)
Beim Mittagstisch, bestätigt Emjan die Aussagen von Rochnow. Außer das sie beste Kumpels waren. Vielmehr waren beide Söhne von Bronjaren und es gab ansonsten nicht viele andere. Das endete als Rochnow sein Noviziat in der Kirche Praios angetreten hat. Zudem scheint Emjan keine hohe Meinung von Rochnow zu haben.
Die „Befragung“ Emjans am Mittagstisch findet ein jähes Ende, als erneut drei Klosterburgbewohner gleichzeitig von Besessenheit betroffen sind: Therinja, Semkin und Tirlof. Es könnte der Eindruck entstehen, dass die drei versuchen würden mit den Anwesenden ein Gespräch zu beginnen:
Therinja: „Ich sterbe wie ein König reich und angesehen.“
Therinja: „Sei tapfer und gerecht dann lässt dein Reichtum die Welt erstrahlen“
Tirlof: „Aufwachen von Osten naht der Feind“
Semkin: „Ehrt die Tradition indem ihr sie vergesst“
Semkin: „Das Leben ist der Güte höchstes nicht“
Semkin: „Wir fallen für ein Reich das nach zwei Seiten ficht“
Gerald hält Semkin eine Phiole mit dem Blut hin und fragt ihn: „Wer ist für diese Blut verantwortlich“
Semkin: „Nicht die Väter sondern die Mütter werden siegen“
Tirlof: „Mein Tod bringt den Sieg“
Therinja: „Die Fürsten sind eure Väter doch eure Mütter müsst ihr folgen“
Gerald hält Semkin die blutigen Finger hin und sagt: „Dein Mut sei klein und deine Taten leer“
Semkin: „Nein. Dein Mut sei klein und deine Taten leer“ und wird ohnmächtig.
Tirlof schaut zu Semkin und Gerald und sagt: „Wir fallen für ein Reich das nach zwei Seiten ficht“ und wird auch ohnmächtig.
Therinja wird nach den Worten „Gib Stolz und Ruhm für die Macht der Meute“ auch ohnmächtig.
Der Abt‑Baron bekommt Schnapp-Atmung, aber ansonsten fällt ihm und den Helden nichts weiter ein.
Es wird von allen Beteiligten der Plan für den Tag weiter verfolgt. Als nächstes steht – weiterhin – die Befragung von Bruder Rochnow an:
Während Gamrik beim Verhör von Rochnow teilnimmt, untersucht Gerald – hochoffiziell vom Abt‑Baron genehmigt - den Keller, begleitet von einem Sonnenlegionär und ein paar Unfreien. Gerald öffnet die, wie Gieselhold beobachtet hatte, zuvor von Emjan gefundenen und wieder verschlossenen geheimen Räume.
Erster Raum: Quadratischer Raum, 2x2 m, Boden mit Blut 2-3 cm tief benetzt in der Mitte steht ein Podest.
Gerald lässt die Öffnung weiter aufschlagen, bis er rein klettern kann. In der Mitte befindet sich eine Art Sockel, an der offenbar Blut heruntergelaufen ist. Am Boden der Kammer befindet sich eine ca. 2m lange metallische Stange. Die Vermutung der Helden ist, das Emjan damit was auch immer vom Sockel herunter und aus der Kammer heraus geangelt hat. Trotz Suche findet Gerald keine Geheimtür, ihm dämmert, das dies der versteckte Geheimraum ist, der von außen zugemauert wurde.
Zweiter Raum: Quadratischer Raum, 1,5x1,5 m, Boden mit Blut 10 cm tief benetzt in der Mitte steht ein Podest.
Gerald lässt die Öffnung erneut weiter aufschlagen, bis er rein klettern kann. Innen befindet sich erneut ein Sockel von dem Blut heruntergelaufen ist. Als Gerald zum Durchbruch guckt sieht er Blutspritzer an der Wand, als wenn etwas von hier in der Mitte des Raumes gegen die Wand geschleudert wurden. Auch hier ist keine weitere Geheimtür zu entdecken.
Gerald sucht auf Verdacht noch nach einen dritten Raum, bei der Blutlache auf dem Weg zum Untersuchungsraum und wird fündig
Dritter Raum: Sechseckig, 1,5m Radius, Boden mit Blut 1 cm tief benetzt in der Mitte steht ein Podest
Gerald lässt die Öffnung erneut weiter aufschlagen, bis er rein klettern kann. Innen befindet sich erneut ein Sockel von dem Blut heruntergelaufen ist. Auch hier ist keine weitere Geheimtür zu entdecken. Offenbar wurde hier von Emjan die Wand bis zum Boden aufgebrochen, und das Blut im Gang stammt offenbar von hier und wurde von derjenigen Person (?) dann im Gang verteilt. Die Helden nehmen an, dass diese nur Emjan gewesen sein kann.
Am Nachmittag wird das Verhör gegen Rochnow weitergeführt. Bruder Rochnow erweist sich als eine Quelle für sehr viele und durchaus fantasiereiche Informationen. Alles ist geprägt von der Darstellung und Wahrnehmung seines einfachen Gemütes. Was die Befragung nicht einfacher macht. Nach längerem Hin und Her, diversen Diskussionsversuchen und mannigfaltigen „Erinnerungen“ können die Helden folgende drei Aussagen Bruder Rochnows herausfiltern, die als gesichert der subjektiven Wahrheit Rochnows entsprechen:
- Emjan hat Bruder Rochnow zum Licht Signal geben auf den Turm geschickt.
- Emjan suche drei Artefakte die von der Praioskirche(!) hier in der Klosterburg versteckt wurden. Er habe bisher nur eines davon gefunden. Emjan benötige die Artefakte, damit diese vernichtet werden, damit diese Besessenheit, die alle hier in der Klosterburg sehr belasten, aufhören.
- Bruder Rochnow ist nicht bekannt, was Emjan mit den gefunden Artefakten gemacht habe.
Bei der zweiten Aussage, verfällt der Abt Baron erneut in Schnappatmung. Die Praioskirche versteckt (!) und er weiß nichts (!) davon.
Aufgrund der Aussage, Emjan hätte Bruder Rochnow auf den Turm geschickt, wird Emjan vorerst in Schutzgewahrsam genommen. Des weiteren wird dessen Krankenzimmer durchsucht, um sicher zu gehen, dass Emjan keine – für ihn – gefährlichen Dinge heimlich dort versteckt habe.
Leider müssen die Helden feststellen, dass der Abt-Baron darauf besteht, dass erstes Emjans Stand als Bronjaren beachtet wird und zweitens die Helden sich auch noch an das hier Bornland gültige Recht halten müssen. Man sei hier zivilisert und halten sich an Recht und Ordnung...d.h. die Helden dürfen Emjan nicht foltern.
Emjams Befragung konzentriert sich nach einem ersten unverfänglichen Auftakt auf Bruder Rochnow. Anfänglich spricht er freundlich neutral über ihn, nachdem die Helden aber mit den diplomatischen Antworten nicht zufrieden sind, stellt Emjan mit deutlichen Worten klar, dass Bruder Rochnow, der von „einfachen Gemüt“ – oder anderes gesagt, ein Idiot - ist (was auch jeder von normalen Verstand auch jederzeit selber erkennen könne). Bruder Rochnow wurde schon damals von allen als Belastung empfunden und daher – soweit das möglich war – gemieden. Das war auch der Grund, wieso ihn seine Familie auf den „Karrierepfad Geweihter“ abgeschoben habe, damit er nicht Schaden innerhalb der Familie anrichte. Er könne sich vorstellen, dass das nur in Kombination mit einer großzügigen Spende möglich war. Und so weiter uns so fort.
Für die Helden ist diese Lästerei nichts Brauchbares.
Zu den haltlosen Vorwürfen der Helden verweigert Emjan die Aussage und beruft sich auf sein Recht als Bronjare, standesgemäß befragt zu werden. Das bedeutet zum einen, dass einem Bronjare bzw. einem Adeliger die Befragung durchführen müsse, der, zweitens mindestens von seinem Lehensherrin dazu autorisiert sei.
Gieselhold und Gamrik nehmen an der Befragung von Emjan bis tief in die Nacht teil, und kommen erst gegen 3 Uhr nachts ins Bett.
Gerald, der in dem gemeinsamen Zimmer im ersten Stock des Palas sich zum Schlafen hingelegt hatte, erwacht mitten in der Nacht und hört Gerumpel auf dem Gang. Beim heimlichen Blick in den Gang kann er in dem Schein der Gangbeleuchtung eine Gestalt Richtung Tür schleichen sehen. Schnell wirft er sich seine Jacke über, um nicht ganz unbekleidet in die Kälte der Nach gehen zu müssen. Dann huscht er der Gestalt hinterher. Leider ist diese in der Zwischenzeit aus seinem Blick verschwunden, aber es gibt nur einen Weg aus dem Palas: Runter und dann durch den Speisesaal auf den Hof. Nachdem er leise die Treppe hinuntergerannt ist, kann er noch sehen, wie sich langsam die Tür in den Hof schließt. Leider ist zu diesen frühen Stunden (noch) niemand hier im Speisesaal, der die Gestalt hätte sehen können. Als Gerald die Tür in den Hof öffnet zerschlägt sich seine Hoffnung die Gestalt im Hof noch zu erwischen. Zum einen sind viel zu viele Fußspuren im Schnee und zum anderen ist der Hof leer. Nichts und niemand zu sehen. Hatte Gerald Halluzinationen? Oder ist er Besessen? Er beschließt wieder zurück ins warme Bett zu gehen. Auch morgen, der 3. Tsa, wird anstrengend werden...