Juni 23, 2024

Baldrom – Das Leben im Feldlager

Geron berichtet was soa m 17 Tsa 1039 BF am Nachmittag und frühen Abend noch so passierte:

„...Wir bekommen noch mit, dass Linjan von Elenau nach seinem Sekretär und einem Boden schickt. Zum Glück hat ihn die Rondrahochgeweihte Irinje vn Schwertbergen zu Firunen überredet – sozusagen als Kompromiss – per Brief die Adelsmarschalll in über die Sachlage informieren und um ihre Meinung zu bitten. Zumindestens hat sich Graf Ask nicht mit seiner Meinung durchgesetzt uns und unsere Warnungen zum Korsmalsbund zu ignorieren.

Als wir wieder aus dem Zelt des Lagerkommandanten Linjan von Elenau treten, treffen wir wieder auf Schitze Janne von Büschelskoje, die auf uns gewartet hat. Janne erweckt einen ärmlichen Eindruck und wirkt sehr heruntergekommen auf mich. Sie trägt unter dem Leibchen mit ihrem Familienwappen nur dicke Lumpen und es würde mich nicht wundern, wenn das Schwert, das sie in einer Scheide an ihrer rechten Seite trägt, in erbärmlichen Zustand ist. Das Lager ist Augenscheinlich unterteilt in zwei Bereiche. Einer nur für die Adelig und einer nur für eher normale Bürger. Gamrik spricht mit Janne und möchte sich von ihr zu der Geweihten begleiten lassen, bei der wir in einer Stunde sein sollen.

Spieler: Udo (Berichterstatter), Christoph, Holger, Sascha, Christian (GM)

Geron kennt das Lager Leben und liebt es auch! Der Aufbau dieser Art von Lager ist in groben Zügen immer Gleich geartet. Und irgendwo muss es auch den Bereich geben, wo die Wirtschaftszelte, d.h. die Koch-, Schmiede-. Zeug- und Verwaltungszelte sich befinden.

Aber es gibt einen Unterschied , manche Zelte sind mit Kaleschkas „erweitert“ (so ähnlich wie ein Wohnwagengespann mit Vorzelt), so wie das Zelt des Kommandanten. Vermutlich wird jeder, der es sich leisten kann, die Nacht in seiner warmen Kaleschka verbringen. Mindestens bei Graf Ask habe ich auch so eine Kaleschka-Zelt-Unterkunft gesehen...

Nachdem uns Janne an der Grenze zum Gemeinenviertel mit den Worten „...seit vorsichtig mit dem Quartiermeister für die Normalos, Duchjo Baerow. Der ist ein Arsch…“, beginnen wir uns auf unsere erste Quest hier im Lager: Die Suche nach unserem Quartier. Ich spricht mit Duchjo Baerow. Dieser jedoch schickt uns mit dem Hinweis, dass nur Verpflichtete hier Quartier erhalten, weiter zu der Rekrutierungsstelle, weil ich nicht auf die unterschwellige Geldforderung eingegangen ist! Nachdem wir an dem Zelt des Anwerber vorbeigeschaut haben und dabei einige neue Mitglieder der Armee auch sehen und sprechen konnte, angekommen übernimmt Gamrik das Reden und wir bekommen unseren Schlafplatz zugewiesen, nachdem wir das Schreiben mit unserem Auftrag vorgehalten haben. Duchjo scheint so was zu murmeln wie „...wieso sagt ihr das nicht gleich…“ und weist uns eines der ersten Zelte nach dem Übergang zum Adelsviertel zu. Dieses Zelt ist – wie üblich – auf acht Personen ausgelegt. Ein Feldbett ist belegt und wie es scheint von einem Offizier: Das Bett ist sauber gemacht, die Kiste präzise zum Bett ausgerichtet und verschlossen (Gieselhold findet das amüsant, und erklärt uns mit einem breiten Grinsen, dass das Schloss für ihn ja nicht mal blind und ohne Hände ein Herausforderung sei…). Gamrik nimmt sofort das Bett neben dem Offizier und wir anderen wissen, dass er darauf spekuliert, dass es eine Frau Offizier ist. Aber es macht uns nichts aus. Hauptsache wir haben jetzt einen Schlafplatz.

Die Stunde ist fast rum. Auf geht’s zum Zelt der Geweihten.

Auf unserem Weg zur Mitte des Lagers, wo neben dem Zelt des Kommandanten auch das des Grafen Ask und der Rondrahochgeweihten steht, fällt uns eine Gruppe von Schitzen auf, von denen manche uns Bekannt vorkommen. Ich habe das Gefühlt, dass die uns auch zu kennen scheinen...

Wie nicht anders zu erwarten ist es eher ein Tempel, mit dominanten „mobilen“ Rondraschrein und einer privaten Ecke. welche uns in Empfang nimmt. Wir können die Hochgeweihte dabei beobachten, wie sie vor dem Altar betet und – wie es bei Rondra üblich ist – etwas ihres Blutes in die Feuerschale opfert. Dann wendet sie sich uns zu. Sie begrüßt uns, bedankt sich für unser erscheinen und bitten uns Platz zu nehmen. Uns werden die üblichen Getränke angeboten Wein, Wasser. Der Adept, der Irinje zur Seite steht, versucht auch Geralds Tee- und Gieselholds Milchwunsch zu erfüllen.

Im Laufe des Gespräches bekommen wir mit, dass sie bezüglich des Kopromisses nur einen Boten nach Festum zu schicken, unzufrieden ist. Sie kann sich nicht erklären, wieso Graf Ask – aus ihrer Sicht – unseren Bericht so herunterspielt. Ihrer Einschätzung nach ist Graf Asks Meinung im Lager nicht zu unterschätzen. Er wird von sehr vielen als der „Held des Bornlands“ verehrt und sein Einfluss hier im Lager ist – wahrscheinlich – am größten. Sie selber denkt, dass sie – sollte es zu einem Machtkampf kommen – sich ihm entgegenstellen könnte, aber nicht auf dauer.

Unter anderem, fragt sie uns welche Rolle Anshag von Rodebrannt-Ask bei dem Ganzen spielte. Wir – Gamrik, Gieselhold, Gerald und ich – sind uns einig das er bei dem Massaker in Hinterbruch beteiligt oder sogar Verantwortlich gewesen ist. Irinje deutet an, dass ihr Anshags Hang zu Grausamkeit und Anmaßung schon aufgefallen ist. Unabhängig davon habe Anshag mit einer Beteiligung an der Bluttat in Hinterbruch sein Rondra-Gelübte gebrochen.

Die Rondra Geweihte erklärt uns, dass sie schon länger den Verdacht hat, das es ein Verschwörung gibt. Was nicht dazu passt ist, dass sie erklärt, dass die Rondrakirche schon immer diese Kultisten vehement gejagt wurden. Sie habe diese kleine Gruppe an Fanatikern offenbar unterschätzt.

Unser Bericht von den Drachenreitern scheint sie zu beunruhigen. Sie meinte, dass Drachenreitern in den Schriften der Theaterritter erwähnt werden und sie – bis heute – davon ausging, dass dies eine Art fromme Legende sei. Sie vermutet, dass die Kultisten es irgendwie geschafft haben müssen zu den Erben der Theaterritter, die vor Jahrhunderten das Land verlassen haben, Kontakt aufgenommen zu haben.

Gamrik gibt auch Informationen , dass den Täuflingen bei dem Ritual an der Blutklippe ein Mal in den Nacken gebrannt wurde. Ich verstehe, dass die Geweihte insistiert, dass auf solche Dinge verstärkt geachtet und beobachtet werden müssen! Sie selber sieht im Lager – basierend auf unseren Beschreibungen – einige potentielle Verdachtsfälle, möchte aber unserem Urteilsvermögen nicht trüben, indem sie schon jetzt Vermutungen äußert. Wir mögen erst einmal unser eigenes Bild der Lage machen. Sie stehe aber zu einer Reflexion dann auch zur Verfügung.

Wir verabschieden uns und lassen eine sehr nachdenkliche Hochgeweihte zurück.

Ich mache mich auf den Weg zum Versorgungsbereich, da mir aufgefallen ist, dass meine Rüstung einer Reparatur bedarf. In meiner geistigen Umnachtung zieht ich mein Schwert, um es schleifen zu lassen. Die Schmiedin ist von der Klinge sehr beeindruckt und sie kann keinen einzigen Kratzer oder Scharte erkenne, was – was mir gerade einfällt – natürlich auch so sein muss, da es sich ja um eine Magische Klinge handelt. Die Schmiedin ist sehr daran interessiert, wo ich diese Waffe her hat und so lenkt ich sie ab in dem ich ihr mein Kettenhemd inspizieren lasse. Ja durchaus müssen beim Kettenhemd einige Ringe erneuert werden. So lasse ich mein Kettenhemd bei der Schmiedin und bezahlt ihr 5 Silbertaler.

Ich trete aus dem Zelt und blicke mich um. Ich möchte mich noch etwas mehr umhören und so geselle ich mich zu einem der Schmiedgesellen, der gerade eine Zigarettenpause zu machen scheint. Dieser ist jedoch nicht so gesprächig und bedarf einer kleinen Bestechung mit einem meiner Schüttelwillis. Zwei Gläser lockern die Zunge und ich erfahre, dass ein gewisser Duchjo Bearrow einem alles besorgen kann.

Gerald macht sich auf den Weg zu dem lager der Jantraeff-Sippe um dort Hallo zu sagen und sich zu erkundigen wie es denn allen so ginge. Auf dem Weg fällt Gerald auf, dass eine rothaarige Frau vom Waldrand aus, die Wegenburg der Norbarden beobachtet. Sie wirkt auf ihn unentschlossen. Gerald beschließt sich heranzuschleichen, was leider nicht ganz so gut klappt.

Im Gespräch erfährt Gerald, dass die junge Damen Ricarda heisst und in Alriksej unsterblich verliebt ist. Sie bitte Gerald Alriksej ein Bäckchen zukommen zu lassen, da ihr verboten wurde, die Wagenburg zu betreten. Zwei der Norbardenfrauen sind nicht erfreut, dass Alriksej und sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben. Gerald erklärt sich bereit diesen Botengang zu übernehmen und macht sich auf den Weg. Bei den Norbarden wird er von den Anhängern Daschas sehr kühl empfangen. Die Anhänger Fetankas freuen sich. Auch Nadja ist erfreut Gerald wieder zu sehen. Nach ein paar höflichen Gesprächen, findet Gerald endlich Alriksej. Er darf – um sich seiner Postion und Aufgaben hier in der Sippe nochmals bewusster zu werden – in stiller Kontemplation Holz hacken. Gerald begrüßt ihn überschwenglich und übergibt im dabei heimlich das Geschenk von Ricarda. Gerald hilft Alriksej und bei dem „Männergespräch“ erfährt Gerald so einiges:

  • Alriksej will sich freikaufen und benötigt dafür Geld, viel Geld.
  • er liebt Ricarda, eine nicht-Norbardin
  • Fetanka „spielt“ zurzeit mit Graf Ask
  • Ask „kaspert“ auch hier im Lager herum und macht sich „zum Affen“
  • der Verhältnis Fetanka-Dascha ist schwierig
  • die Stellung von Fetanka hier in der Sippe ist nach den Vorfällen in und um das Kloster Korswandt gestärkt worden
  • Ricarda ist im Heerlager im Wirtschaftsbereich untergekomme. Sie kommt dort zurzeit ihrer Profession Hebamme, Feldscher und Kräuterkundige nach, habe sich – soweit er es verstanden habe – wegen ihm noch nicht verpflichtet.

Alriksej fragt Gerald ob es ihm möglich wäre die zwei Norbardendamen Tjalva und Raduschka, die aktuelle ihn „beanspruchen“, für ca. 2 Stunden ablenken könne , da er zu seiner Ricarda gehen möchte. Er könne im Gegenzug anbieten, dass er bei seinem Vetter Sigbjam, dem Schmied der Jantareff, einen hohen Rabatt zu erwirken.

Gerald nimmt die Herausforderung an, begibt sich zu den beiden Damen und beginnt mit ihnen zu handeln. Es gelingt ihm die beiden erfolgreich für mehrere Stunden zu beschäftigen. Am Ende konnte er zu beidseitiger Zufriedenheit Heilkräuter günstig erwerben.

Gamrik begibt sich zum Tor, um sich mit Janne nach ihrem Dienst nochmals zu unterhalten. Ihm gelingt es Informationen über die Korsforst-Verschwörer zu erhalten.

Außerdem erzählt Janne noch so einige Aspekte aus ihrem Leben, die sie aktuell bewegen:

  • ihr Ehre vs. Armut-Problem
  • um die nächsten Jahre wieder über die Runden zu kommen hatte sie geplant. im nächstes Jahr ihr Stimmrecht bei der anstehenden Wahl des Adelsmarschall gegeben einen Patzen Batzen verkaufen.
  • jetzt hofft sie auf ein kleines Lehen oder ein Dorf als Belohnung nach dem Krieg
  • sie benötigt dringendst „g’scheite“ Stiefel. Wenn es im Frühjahr taut, dann werden ihre Stoffschuhe (die eher Lappen an den Füssen) nicht lange halten. Auch ein akzeptables Schwert und auch eine Rüstung wären toll.
  • und sei hofft, dass sie vielleicht eine Stelle als Adjutant bei ihrem entfernten Verwanden Linjan ergattern kann...aber sie hat Zweifel, dass sie mit ihrer Ausrüstung ernst genommen würde und damit überhaupt eine Chance bekäme.
  • Außerdem erzählt sie was zur Situation der Bronnjaren zu dem Gemeinen.

Im Laufe des Abends sehen wir in der Menge einige bekannte Gesichter, Personen denen wir in unseren vorhergehenden Abenteuern schon kennen gelernt haben und das nicht unbedingt im positiven Sinn.

Auf alle Fälle taucht die Gruppe mir den mir suspekter Schitzen wieder auf und prahlt rum, dass sie Wilderer zur Strecke gebracht hätten. Ihre Beute, das Fleisch der Wilderer, haben sie akquiriert und werden es jetzt „alleine“ mit ihren Freunden zubereiten und essen. Ihrem großkotzige Geschichte erzählen sie jedem ausführlich und Laut und ins Besonderen jedem, der sie nicht hören will.

Ich habe so meine Zweifel, dass die Gruppe so souverän die Wilderer gestellt haben. Immerhin ist das Leibchen der Anführerin des Trupps ordentlich zerrissen und wenn sie tatsächlich so Supersoldaten wären, wie sie tun, dann würden sie sich nicht so verhalten. Hochmut und Arroganz ist im Krieg der erste Schnitter.

Egal was ist, diese Personen werden für Ärger im Lager sorgen...hoffentlich erst wenn wir schon wieder weg sind.“