November 12, 2023

Ein freier Tag in Sirmgalvis

Es war eine zauberhafte Abenddämmerung, als Gamrik, Gieselhold, Geron und Gerald mit voller Vorfreude den Eingang zur Wirtschaft durchschritten. Ihre Augen funkelten vor Begeisterung und ihre Herzen schlugen im Einklang mit der pulsierenden Atmosphäre. Geron, der Meister des schnellen Handelns, fand mit Leichtigkeit einen perfekten Platz für sich und verschwand sogleich aus dem Blickfeld seiner Gefährten. Doch während Geron sich in seinem Element befand, begann für die verbleibenden drei eine aufregende Nacht.

Spieler: Christoph, Holger, Sascha (Bericht), Christian (GM)

Gerald entschied sich, auf den Auelfen zuzugehen und an der Bar neben ihm Platz zu nehmen. Zu seiner Überraschung trank der Elf Jasmintee. Gerald beschloss, dasselbe Getränk zu bestellen. Der Wirt, ein unterhaltsamer Charakter, bot Gerald ein Glücksspiel an. Wenn Gerald gewinnen würde, würde dieses Getränk aufs Haus gehen, aber falls er verlor, müsste er das doppelte bezahlen. Gerald war jedoch kein Freund von Glücksspielen und lehnte höflich ab. Der Wirt war ein wenig enttäuscht, brachte aber eine Teekanne mit heißem Wasser an den Tresen. Wie sich herausstellte hatte der Elf nur heißes Wasser bestellt und die Teeblätter selbst dabeigehabt. Gerald konnte es ihm aber gleichtun, da auch er immer Teeblätter dabeihat. Nach der Teezubereitung begannen Gerald und der Elf ein Gespräch. Es stellte sich heraus, dass der Elf ein Forscher war, der das Land erkundete. Sie begannen über die Zeit und das Verhalten der Menschen gegenüber den Goblins zu sprechen. Die Menschen hatten das Land einst von den Goblins erobert, was zu einem Verlust von Kultur und Raffinesse bei den Goblins führte.

Gamrik, der stets nach neuen Abenteuern suchte, ließ seinen Blick über die Menschenmenge schweifen, auf der Suche nach interessanten Geschichten und faszinierenden Persönlichkeiten. Als er sich an einen Tisch mit 22 bezaubernden Frauen setzte, fand er sich zwischen einer wunderschönen Rothaarigen und einer faszinierenden Schwarzhaarigen wieder. Triss, die rothaarige Schönheit mit ihrer schlanken Figur und einem markanten Gesicht saß zu Gamriks linken. Sie hatte leuchtend grüne Augen, die mit ihrem feurigen Haar kontrastierten. Ihr eleganter Kleidungsstil in verschiedenen Rottönen schien ihre Persönlichkeit widerzuspiegeln. Auf Gamriks rechter Seite saß Yennefer. Sie hatte tiefschwarze Haare, welche in einer eleganten Frisur gestylt waren. Ihre Augen schienen im Licht der Wirtschaft intensiv violett zu leuchten. Die schlanke und grazile Figur war in einem eleganten Gewand gekleidet. Zwischen diesen Frauen fühlte sich Gamrik wohl. Doch das Schicksal hatte andere Pläne für Gamrik, denn der Schankwirt verschüttete versehentlich Bier über ihn. In diesem Moment stand die matronenhafte Kolja, welche Gamrik gegenübersaß, auf und bot Gamrik an, ihm zu Baden. Obwohl Gamrik ihre Großzügigkeit zu schätzen wusste, fühlte er sich von ihrem dominanten Verhalten bedrängt und mit so dominanten Frauen hat Gamrik so seine Probleme. Mit seinem Charme versuchte er, sich aus der Situation zu befreien und Kolja zu verstehen zu geben, dass er ihre Hilfe nicht benötigte. Obwohl Kolja enttäuscht war, akzeptierte sie Gamriks Entscheidung und wandte sich anderen Möglichkeiten zu. Gamrik beschloss nun, sich nur noch etwas zu essen zu gönnen und die Taverne zu verlassen.

Der Tumult um Gamrik hatte den Auelfen neugierig gemacht und er beschloss sich das alles einmal näher anzusehen. Gerald ging hinter ihm her, doch auf halbem Weg zu Gamrik wurde der Auelf von einem faszinierenden Kunstwerk abgelenkt - einem Holzbalken mit einer atemberaubenden Maserung. Der Elf zauberte mit einer einfachen Bewegung ein Buch mit einer selbstschreibenden Feder herbei und lies diese die Maserung des Holzbalkens abbilden. Während der Elf den Balken weiter betrachtete, erzählt er von dem magischen Gewebe, die er darin erkennen konnte. Gerald führt eine kurze Analyse durch und stellt fest, dass der Balken für ihn keine Magie enthielt. Der Elf verlor daraufhin jegliches Interesse, mit Gerald zu reden, da dieser nicht über die notwendigen magische Fähigkeiten verfüge, um in diese Besonderheit hier zu erkennen. Stattdessen sprach der Elf über den nahegelegenen Wald, der von Magie durchwoben sei und er dorthin gehen wolle um „Überreste“ vergangener Zivilisationen erforschen wolle.

Gieselhold, der die Kneipe unauffällig verlassen hatte, hörte sich in der Unterwelt der Stadt etwas um. Er suchte Informationen über den schwarzen Ritter. Neugierig begab er sich in die zwielichtigen Gegenden der Stadt, um mehr über diesen Ritter zu erfahren. Die Gerüchte besagten, dass der Ritter zuerst im Rondratempel gewesen war, bevor er gen Westen weitergereist ist. Nach dieser Informationssuche begab sich Gieselhold auf den Weg zur örtlichen Schmiede. Seine Suche nach einem "Linkhand"-Dolch war dort aber erfolglos. Die Schmiedin, erklärte Gieselhold, dass diese Waffenart hier in der Gegend nur sehr selten Anwendung findet. Hier würden eher Schwerter, Hämmer und Äxte für einen Kampf verwendet. Einen derartigen  Dolche hatte sie schon seit Jahren nicht mehr im Angebot. Nach dieser Unterhaltung verließ Gieselhold die Schmiede. Er bemerkte aber, dass die Schmiedin ihm neugierig oder kritisch nachsah. Mit einem nachdenklichen Blick kehrte Gieselhold in die Wirtschaft zurück, um über seine Erlebnisse zu berichten.

Nach dem herzhaften Mahl beschloss Gamrik, den Rondratempel zu besuchen. Sein Ziel war es, dort nach dem Verbleib des schwarzen Ritters zu fragen. Der Tempel war majestätisch und hatte auch drei prächtige Schreine, von denen einer dem Kor geweiht war. Die beiden anderen kannte er nicht. Mit freundlicher Stimme sprach Gamrik den anwesenden Rondrageweihten Vanjescha Nach’Rassandra von Sirmgalvis an und erkundigte sich nach dem Ritter. Der Geweihte erzählte ihm, dass er seinen Schwertbruder Junker und Knappe der Göttin Anshag von Rodebrannt-Ask kenne, dieser vor zwei Tagen hier gewesen sei. So wie er von Rodebrannt-Ask kenne werde er möglicherweise erst in ein, zwei Woche hier wieder vorbeikommen würde. Auch stellte sich heraus, dass der Ritter bei seinem letzten Besuch auch am Korschrein gebetet hatte. Mehr Informationen hatte der Tempelvorsteher nicht, er verwies Gamrik auf die naheliegende Kaserne, dort sollten sie mehr wissen. Nachdem Gamrik den Tempel verlassen hatte, begab er sich auch direkt zur Kaserne, in der Hoffnung, dort weitere Informationen zu erhalten. Doch zu Gamriks Überraschung durften ihm die Anwesenden keine Auskunft über den möglichen Aufenthaltsort zu Rittern geben. Sie verwiesen ihn stattdessen an den Standortkommandant Graf Cosbrietzki zu Sirmgalvis, der am nächsten Tag zurückkehren würde und möglicherweise weiterhelfen könnte.

Schließlich kehrte Gamrik erschöpft von seinen Bemühungen ins Wirtshaus zurück und begab sich auf sein Zimmer. Auch Gieselhold und Gerald taten es ihm gleich.

Die Nacht im Wirtshaus war jedoch alles andere als ruhig, denn im Schankraum herrschte ein reges Treiben. Es kam zu Streitereien, die erst durch das Eingreifen der Ordnungshüter beendet wurden. Der nächste Morgen brach viel zu schnell heran. Trotz des sonnigen Tages war die Stimmung der Gruppe sehr niedergeschlagen. Der fehlende Schlaf hatte seinen Tribut gezollt. Beim Frühstück fragte Gamrik den Wirt nach dem Weg zur Korswandtkreuzung. Der Ort an dem sich die Gruppe am nächsten Tag mit den Norbarden treffen wollte. Von der aktuellen Position aus würde es bis zum Nachmittag dauern, bis man die Abzweigung erreichen kann. Dies bedeutete, dass die Reisenden den Tag heute zu ihrer freien Verfügung hatten. Während des gemeinsamen Frühstücks, hörten alle draußen das Getrappel von Hufen und sahen einen Trupp von 20 Rittern am Wirtshaus vorbeireiten. Der Wirt war überrascht, dass eine so große Gruppe hier entlangkam. Er meinte, so etwas kann nur bedeuten, dass etwas Ungewöhnliches geschehen war.

Nach dem herzhaften Frühstück trennte sich die Gruppe bis zum Mittagessen voneinander. Gamrik entschied sich dazu, den Wellnessbereich zu erkunden und sich eine wohlverdiente Auszeit zu gönnen. Währenddessen begab sich Gerald auf eine Erkundungstour durch die Einkaufsmöglichkeiten der Gegend. Er stellte fest, dass die meisten Geschäfte hauptsächlich Waffen und Kleidung für die Soldaten anboten. Doch das war nicht alles, überall gab es eine Vielzahl an Getränken, die den Durst der Ritter stillen sollten. Besonders auffällig waren die kleinen Kneipen, die sich in fast jedem Haus für die Ritter befanden. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Stadt insgesamt eher von einer unteren Schicht geprägt zu sein scheint. Währenddessen begab sich Gieselhold in die Schattenwelt der Stadt, auf der Suche nach dieser besondere Waffe „Linkhand“-Dolch. Doch leider musste er feststellen, dass selbst in der Unterwelt diese exotische Waffe für ihn verfügbar war.

Zur Mittagsstunde versammelten sich alle im Gasthof Schweinebuckel. Der Gasthof strahlte eine gewisse Eleganz aus. Gamrik entschied sich für einen Wein, während Gerald bemerkte, dass der Preis im Verhältnis zur Qualität des Gasthauses sehr preiswert war. Da alle Zimmer frei waren, beschloss die Gruppe diese Nacht hier zu verbringen, in der Hoffnung auf eine ruhige Unterkunft. Während alle am Mittagstisch saßen, betraten vier Ritter das Wirtshaus. Sie nahmen an einem Nebentisch Platz und begannen lautstark über den Verfall des Bornlandes zu diskutieren. Die Händler hatten ihrer Meinung nach zu viel Macht erlangt, und die Ritter sollten sich wieder auf die Tugenden der Theaterritter besinnen.

Es war am Nachmittag, als sich die Gruppe wieder trennte. Gamrik unterhielt sich mit den Leuten, um die Beschaffenheit der Gegend zu erkunden. Die Adligen der Gegend üben ihre Jagtrecht nicht aus. Dadurch wurde die Wildnis abseits der Straße zu einem gefährlichen Ort, der von wilden Kreaturen und unbekannten Gefahren nur so wimmelte. Doch das war nicht alles, was Gamrik erfahren konnte. In letzter Zeit häuften sich mysteriöse Vorkommnisse in der Gegend.

Am Abend gingen alle zusammen in Richtung „Schwert und Schild“. Dort fand ein aufregendes Bierfest mit einem Trinkspiel statt. Diese Atmosphäre besagte Gerald und Gieselhold nicht und sie gingen stattdessen in den "Schweinebuckel". Dort versammelte sich gerade die angesehene Handwerkskammer der Stadt. Inmitten des regen Treibens erfuhren sie von den Mitgliedern der Handwerkskammer, dass die Wirtschaft in letzter Zeit ein bemerkenswertes Wachstum erlebt hatte. Besonders der Verkauf von Ritterbekleidung und die florierende Waffenindustrie trugen maßgeblich zu diesem Aufschwung bei. Die Nachfrage nach Rüstungen und Waffen war enorm gestiegen, was zu einer regen Produktion und einem florierenden Handel führte. Doch das war nicht alles, was die Handwerkskammer zu berichten hatte. Sie erzählten auch von einem neuen Schrein, dem Schrein der Arannja von Rucken, der für einen erhöhten Verkauf von Heiligenbildern sorgte. Die Menschen strömten in Scharen zu diesem Schrein, um ihre Verehrung zum Ausdruck zu bringen und Heiligenbilder zu erwerben. Dieser Anstieg im religiösen Sektor trug ebenfalls zum Wirtschaftswachstum bei und schuf neue Möglichkeiten für diejenigen, die in diesem Bereich tätig waren. Nach einem erholsamen Tag waren die Betten im Schweinebuckel ein himmlischer Abschluss.

Am nächsten Morgen, den 27. Firun, trat die Gruppe nach einem herzhaften Frühstück ihren Weg zum Treffpunkt mit den Norbarden an. Der Himmel war von dichten Wolken bedeckt und Schnee lag in der Luft. Während sie ihren Weg fortsetzten, begegneten sie einigen Einheimischen, die ihnen dringend empfahlen, auf der Straße zu bleiben. Am Nachmittag erreichten sie endlich den vereinbarten Ort. Dort trafen sie dann auch auf Fetanka, die ihnen mitteilte, dass die Norbardensippe bereits in Korswandt angekommen sei und dort ihr Lager aufgeschlagen hätte. Sie erklärte, dass das Treffen heute in Korswandt-Wald an einer ihr bekannten krumm gewachsenen Ulme stattfinden solle. Sie solle als Signal an die hohle Ulme klopfen. Dann würde Junker Anshag von Rodebrannt-Ask zum Treffpunkt kommen. Das Treffen sollte zwischen Fetanka, ihren treuen Leibwächtern und dem Auftraggeber, vermutlich auch mit seinen treuen Begleitern, stattfinden, um dort die vereinbarte Summe zu bezahlen.

Die Spannung lag in der Luft, als sich die Gruppe auf den Weg zur Ulme machte. Was würde sie dort erwarten? Welche Geheimnisse würden enthüllt werden? Nur die Zeit würde es zeigen. Doch eines war sicher: Die bevorstehende Begegnung versprach, ein Wendepunkt in ihrem Abenteuer zu werden.