Eiskalte Nacht, nicht nur am Turm
Gieselhold berichtet: Gamrik wartet auf dem Dach des Burgfrieds auf diejenige, die immer die Lichtzeichen gibt.
Währenddessen trifft Gieselhold im Schlaf auf Fetanka. Die beiden reden über die Goblins und das, was Fetanka alles in ihrem Buch gefunden hat und grundsätzlich weiß. Dabei erhalten wir wieder Informationen, dass eine Göttin der Goblins Mailam Rewkai heißt und die Goblins nach dem Sterben in den großen Haufen (die Erde) zurückkehren.
Goblins würden niemals für irgendetwas Selbstmord begehen. Höchstens würden sich wenige – auch heute noch – auf ein Himmelfahrtskommando begeben, um unmittelbare Gefahren abzuwenden. Z.B. wenn Goblins verfolgt werden trennen sie sich, und derjenige (sind ja immer die Männer der Goblins, die auf gefährliche Missionen raus geschickt werden), den man dann erwischt, der stirbt halt. Gedanken über Tote machen sich Goblins überhaupt nicht. Tot ist für Goblins wie „ist weg, jetzt Futter für die Schweine“, egal wer oder was das betrifft.
Fetanka erwähnt noch, dass in ihrem Buch nur die Rede davon ist, dass die Goblins gegen die Theaterritter gekämpft haben. Von einem vermeintlichen zweiten Gegner ist nirgends die Rede, noch wird derartiges angedeutet. Die Aussagen der Besessenen passen überhaupt nicht zu dem, was in ihrem Buch steht.
Etwas, was für Gieselhold nicht ganz begreifbar ist, ist, dass keine männlichen Goblins bei den Goblins bekannt seien, sondern nur die weiblichen. Aber da scheint er was falsch verstanden zu haben...
Was Gieselhold auch auffällt ist, dass die Goblins, was manche Lebensaspekte betrifft, nur im hier und jetzt leben, wie z.B., dass sie keinen vererbbare Titel kennen oder auch nichts mit Reichtum anfangen können. Sie tauschen immer das, was gerade von Bedeutung ist. Nur Honig nehmen sie immer...was auch bedeuten könnte, dass Honig für sie immer Bedeutung hat...
Bei Gamrik passiert etwas sehr Spannendes. Als er oben schon einige Zeit in der Kälte gewartet hatte, kommt Bruder Rochnow nach oben, öffnet die Tür und bleibt erst mal, leise vor sich hin schimpfend, mit einer Fackel in der Hand im Türrahmen zum Dach stehen. Gamrik springt aus den Schatten und drängt Bruder Rochnow direkt weiter in das Treppenhaus hinein, damit er nicht – wie von den Helden vermutet – das (!) Lichtzeichen geben kann. Gamrik versucht von Bruder Rochnow zu erfahren, was er hier oben denn wolle. Dieser stammelt unverständliches vor sich hin. Schließlich gehen die beiden zum Abt Baron und reden kurz darüber, was gerade passiert ist.
Gamrik wird vom Abt-Baron gebeten, einen Sonnenlegionär zu informieren, dass dieser sich beim Abt-Baron benötigt wird. Währenddessen will der Abt-Baron ein ernstes Wörtchen mit dem Bruder Rochnow sprechen.
Nachdem Gamrik den Sonnenlegionär informiert hat, geht er mit dem Sonnenlegionär zurück in den Burgfried und wartet mit diesem vor der Tür der Kammer des Abt-Barons. Und das obwohl es schon lange nach 22 Uhr ist und die Ruhezeit schon lange besteht.
Es dauert nicht lange und Bruder Rochnow wird, unter Begleitung des Sonnenlegionärs auf seine Kammer „in Klausur“ geschickt, damit er über seine aktuelle Lage ungestört im Gebet mit Praios sich austauschen könne. Gamrik ist der Meinung, dass Bruder Rochnow nun als "Häftling" gilt.
Der Abt-Baron bitte Gamrik am nächsten Morgen noch einmal vorzusprechen, um seine Anklage bezüglich des Bruders und seiner Taten klar auszuformulieren.
Gerald, der um 19:00 Uhr beim Essen ist, um den täglichen Tratsch nicht zu verpassen, erfährt, dass der Lehensherr des Lehen Korswandt die Praiskirche ist. Der Abt-Baron sozusagen in einer Doppelrolle hier der Lehensnehmer ist. Danach geht Gerald schon ins Bett, um für den nächsten Tag gut ausgeschlafen zu sein.
Mitten in der Nacht kommt Gamrik ins Zimmer von Gerald, Gieselhold und Geron, um die drei auf den aktuellen Stand der Informationslage zu bringen. Gerald und Geron sind sofort wach und es fällt den dreien nicht auf, dass Gieselhold, der normalerweise vor allen hellwach bereit steht, seelenruhig weiterschläft.
Als Gieselhold aufgeweckt wird, was einiges an Aufwand von Gerald und Gamrik braucht (deshalb ist auch Gerald zuerst aufgewacht und konnte Gamrik helfen, Gieselhold aufzuwecken), werden die Infos ausgetauscht und das weitere Vorgehen für die Nacht und den nächsten Tag geplant.
Danach legen sich die beiden, Gerald und Gamrik, hin, um zu schlafen, während Gieselhold nach unten in den Keller schleicht, um zu schauen, was dort unten los ist.
Als Gieselhold unten ankommt, sieht er drei Sonnenlegionäre, die unten im Keller die Wache halten. Und die Zelle von Patienten Emjan, den Gieselhold besonders kontrollieren sollte, ist nicht verschlossen, sondern offen. Da der Plan, ein Loch in die Wand zu schlagen auf Grund der signifikanten Präsenz der Sonnenlegionäre, nicht funktioniert, schleicht Gieselhold wieder zurück und macht nichts im Keller.
Am nächsten Tag, der 1. Tsa 1039 BF, nach dem Morgengebet, geht Gamrik zum Abt Baron zu ihm ins Studierzimmer, um seine Anklage gegen den Bruder Rochnow offiziell auszusprechen.
Solange es keine weitere „Verschlechterung“ bei jetzt schon seit Tagen andauernden Problem der von Fetanka verursachten Besessenheit gibt, stuft der Abt-Baron die Dringlichkeit der Klärung des Vergehens von Bruder Rochnow als höher ein, als die Verhandlung zur Unschuldsbeweisführung von Fetanka.
Gamrik bittet darum bei der Befragung von Bruder Rochnow mitzuwirken, da er vermutet, dass da noch mehr dahinterstecke. Die formal korrekt durchgeführte Befragung benötigt den ganzen Tag und bringt sehr viel...nur die Helden sind – wie immer – unzufrieden: Man weiß bis jetzt „nur“, dass er bedroht wird, weil er nicht redet, wenn es um seine Familie geht, und ob er/sie bedroht wird. Was es am ersten Tag noch schwierig macht ist, dass – ungeduldig und gewalttätig wie Helden nun mal sind – diese Befragung noch ohne „Hilfsmittel“ durchgeführt werden muss. Dass das Recht des Beschudigten zu wahren ist, passt vollumfänglich in das Bild des selbstgefälligen Praioten…
Der GM denkt gerade darüber nach, was er hier lesen musste...da zeigt sich mal wieder die Fratze der heldenhaften Doppelmoral: Das ach so arme Opfer Fetanka unter allen Umständen verschonen und alle sind gegen sie/uns, nur weil sie nicht machen was wir wollen. Aber den Bruder Rochnow, der einfach vom Gemüt ist und aus panischer Angst nicht sagt, was „Helden“ hören wollen, direkt foltern, um „Wahrheit“ aufzudecken…
Grundsätzliches konnte man nun direkt aus Bruder Rochnow Mund bestätigt bekommen:
- Er kommt aus Sewerien.
- Er ist zweiter Sohn der Familie Karenow-Kreiben, und damit kein Erbe.
- Er wurde von seiner Familie gezwungen der Praioskirche als Novize beizutreten.
- Er fiel im Kloster zu Karenow durch Ungehorsam auf und wurde daher nach Korswandt strafversetzt.
- Hier im Kloster hat er das Gefühl, dass ihm alle nur skeptisch begegnen und ihn keiner mag.
- Hegt Vorbehalte gegen das Mönchtum und seinen autoritären Abt-Baron.
- Er ist einfach vom Gemüt.
Trotz seiner einfachen Gedankengänge verstrickt er sich immer wieder in Widersprüche, aber auf Grund der Einfachheit seiner Geschichte fällt es auch nicht ins Gewicht, dass er schließlich und endlich immer dabei bleibt, dass er Angst um seine Familie hat und daher lieber schweigt und alle Konsequenzen ertragen werde.