Erster Abend auf Burg Trescha (26. Rahja, 12:00 - 21:00 Uhr)
Es ist der 26. Rahja 1039 BF, noch 4 Tage bis bis zu den Tagen des Namenlosen.
Zur Mittagsstunde, etwa zur zwölften Stunde des Tages, erfolgt auf der Burg der übliche Schichtwechsel.
Gleichzeitig wird das Mahl ausgegeben, und die Anwesenden versammeln sich im Speisesaal.
Dort sitzen die meisten schweigend oder in gedämpften Gesprächen an einfachen Holztischen.
Während Gieselhold und Gamrik sich unter die Essenden mischen, bleibt Gerlad zunächst zurück, um ein auffälliges Wappen, das am Boden des Erdgeschosses im Burgfried eingelasse ist, zu untersuchen.
Seine Gefährten wollen ihm später eine Portion Essen mitbringen, damit er seine Arbeit nicht unterbrechen muss.
Im Saal setzt sich Gamrik zu einigen Anwärtern und beginnt ein Gespräch über die sogenannten Schwerter des Nordens, ein Thema, das unter den Kämpfern des Bornlands offenbar Gewicht besitzt.
Gieselhold hingegen sucht die Nähe zu Dragan, einem ruhigen und bedächtigen Mann.
Im Gespräch erweist sich Dragan als pragmatisch: Er rät davon ab, sich bei der Orientierung auf Pflanzen zu verlassen, und empfiehlt stattdessen die Berge als verlässlichere Wegweiser.
Zudem berichtet er beiläufig, Spuren von Trollen gesehen zu haben, was in der Region nichts Gutes verheißt.
Währenddessen widmet sich Gerlad weiterhin dem Wappen und seiner Umgebung.
Die "Oberfläche" - wenn man es so nennen will - des Schildrelief das im Boden eingelassen ist, besteht aus mehrere quadratische Vertiefungen, die insgesamt wiederum die Form eines Wappens ergeben.
An der Wand des Raumes befindet sich eine großflächige Malerei: Acht Ritter in silbernen Rüstungen sind dargestellt, alle mit Blick auf einen Fluss gerichtet, dessen Wellen eine eigentümliche Form haben – beinahe wie ein bärtiger Mann mit geöffnetem Mund.
Im Hintergrund erheben sich die dunklen Walberge.
Von den acht Rittern treten vier besonders deutlich hervor, während die anderen durch Schmutz und Alterung der Malerei stark verblasst sind.
Die klar erkennbaren Wappen gehören den Häusern von Ilmenstein, von Kirschhausen, von Hummergarben und von Ouvenstam.
Auffällig ist, dass drei dieser Wappen schwarze, würfelförmige Steine tragen, während das Wappen von Hummergarben als einziges keinen solchen Stein aufweist.
Die Form der Wappen auf der Wand entspricht exakt jener auf dem Schildrelief am Boden.
Eine genauere Untersuchung zeigt, dass die drei schwarzen Steinchen exakt in die Aussparung des Schildrelives am Boden passt, das bislang keine Steinchen enthält.
Gerald prüft das Schild auf arkane Einflüsse und stellt fest, dass es schwach magisch ist.
Bemerkenswert ist jedoch, dass gerade jene Stelle, an der das fehlende schwarze Steinchen (oder welche Farbe auch immer dieses hätte, denn es fehlt ja) eingefügt werden könnte – also beim Wappen von Hummergarben im Bild an der Wand – keine magische Aura aufweist.
Gieselhold beginnt daraufhin zu experimentieren:
Er entfernt das schwarze Steinchen aus dem Wappen von Kirschhausen und setzt ihn probeweise in eine Aussparung eines anderen Wappens an der Wand ein (aus dem er vorher das sich dort befindlichen schwarze Steinchen entfernt hat).
Das schwarze Steinchen passt. Ein leises für Gieselhold, der ca. 5cm vom Steinchen entfernt sich mit den Ohren befindet, deutlich hörbares Klicken ertönt.
Schließlich setzt Gieselhold alle schwarzen Steinchen in das jeweilige Wappen an der Wand wieder ein, sodass wieder drei der Wappen ein schwarzes Steinchen haben, und eines keines.
In diesem Moment kehrt Gamrik zurück und schlägt vor, den Keller zu untersuchen.
Mit Hilfe seines Qwenpytrilsteins überprüft er die Umgebung, kann jedoch keine neuen Erkenntnisse gewinnen und kehrt wieder zu den anderen zurück.
Gemeinsam versuchen sie alle zusammen, alle drei schwarzen Steinchen, die sich in den Wappen an der Wand befinden, zu drücken, doch es geschieht nichts.
Daraufhin beschließt die Gruppe, den Raum gründlich zu reinigen.
Diese Arbeit nimmt etwa drei Stunden in Anspruch.
Währenddessen kommen mehrfach Ritter vorbei und erkundigen sich, ob die Helden etwas benötigen würden.
Es wird deutlich, dass solche Darstellungen für die Helden von besonderem Interesse sind.
Auf Nachfragen der Helden, erfahren sie, dass möglicherweise Kasimir weiterführende Informationen haben könnte, den sein Steckpferd sind Bücher und Geschichte. Ansonsten wisse eigendlich jeder hier etwas grundsätliches zur Geschichte der Burg, des Widderordens und der Theateritter. Am Besten aber zu den Theaterrittern wahrscheinlich die Frau Burgmeister.
Gerlad sucht Kasimir auf und befragt ihn gezielt.
Dieser erklärt, dass die Wandmalerei aus der Zeit der Theaterritter stammt.
Die vier Burgen Trescha, Otra, Trallsky und Walserwacht wurde nach der Schalch von Wjassuula 243 BF erbaut.
Dies geschah auf Befehl der siegreichen Frau Marschall Rondara von Leuenwald, die damit die Grenze des Bornlandes offiziell auf den Walsach festlegt.
Trescha und Ottra, die beinden Bugen östlich des Walsachs, wurden als erstes 243 BF fertiggestellt.
Die anderen beiden später unter der Herrsahft des Maschalls Gerald von Rucknau, auf der westlichen Seite der Walsach.
Die Burg Trescha (und wahrscheinlich auch die drei anderen Burgen) selbst stehen aber auf "ältem Grund".
Weitere vergleichbare Bilder existieren in dieser Anlage nicht.
Auch zur Geschichte des konkreten Bildes kann Kasimir keine neuen Details liefern.
Auf die Frage nach der Verbindung der dargestellten Adelshäuser zur Burg erklärt er, dass im Bornland kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden und diese Häuser dabei eine Rolle spielen.
Weitere Untersuchungen ergeben, dass möglicherweise auch die Vertiefungen im Boden für ein mechanisches oder rituelles System genutzt werden könnten, doch bevor dies weiter geprüft werden kann, ruft die für die Abendstunden anstehende Feierlichkeit die Gruppe fort.
Später erhält Gerlad Gelegenheit, erneut mit Kasimir zu sprechen und dabei einen Grundriss der Burg einzusehen.
In einem vertraulicheren Gespräch erfährt er zusätzliche Details:
Die Burg wurde nicht ausschließlich von den vier bekannten Häusern genutzt, auch wenn diese besonders hervortreten.
Einige Räume haben im Laufe der Zeit ihre Funktion verändert – so war der heutige Stall ursprünglich ein anderer Raum unbekannter Bestimmung, ebenso wie die Schmiede einst eine andere Nutzung hatte.
Auffällig ist zudem, dass ursprünglich keine Stallungen vorgesehen waren, da die Ritter offenbar per Boot anreisten.
In früheren Zeiten sollen sogar Feenwesen dem damaligen Burgherren in Krisensituationen beigestanden haben, wenn auch nicht zuverlässig.
Parallel dazu führt Gerlad Gespräche mit Luta, die unter anderem über das Rauchen spricht und darauf hinweist, dass Wildschweine und Hirsche in der Region gefährlich sein können.
Sie kennt Gerüchte über die sogenannte Rote Faust, jedoch nicht in Verbindung mit einem Wappen.
Gleichzeitig scheint sie bemüht, sich vor Larle zu verstecken.
Larle fordert Gerlad schließlich zu einem Duell heraus.
Gerlad greift dabei auf einen Goblingeist zurück und kann das Duell für sich entscheiden.
Im Anschluss erhält er die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die ihm beantwortet werden.
Währenddessen versucht Gamrik, mit Milena von Kosch zu sprechen, erfährt jedoch zunächst, dass sie nicht anwesend ist.
Um weitere Informationen zu erhalten, muss er eine Gesangseinlage darbieten.
Schließlich findet er sie im Stall, wo sie sich um ein krankes Pferd kümmert.
Während des Gespräches kann Gamrik am Boden, unter dem Stroh und unter dem Baumaterial, das hier gelagert ist, ein altes Mosaik sich befindet.
Auf dem Weg zurück zu ihrem "Zimmer" im Ergeschoss des Burgfreids, sehen die Helden einen Biber auf den Mauerzinnen sitzen, der ihnen freundlich zuwinkt.