November 6, 2022

Eskalation auf dem Marktplatz

Gerade eben haben hat sich der Karrenzug vom Schauplatz der Geißelung der vierten Puppe am Praios Tempel in Richtung Marktplatz aufgemacht, da erkennen einige der Helden mehrere, teils vermummte, Gestalten sich durch die Menge drängen. Sie halten dabei Schilde hoch, mit irgendwelchen allgemeingültigen Slogans, wie „Freiheit für alle“, „Jeder hat Rechte“ die sie auch ausgiebig und laut skandieren. Sie versuchen offenbar die Straße vor dem Umzug zu blockieren. Das ist also die Störung, von der jeder in den letzten Tagen erzählt hat, aber nie irgendjemand was genaueres weiß. Der Schwarze Block aus dem Hesindedorf, die Schwätzer haben sich tatsächlich zu einer echten Aktion aufraffen können.

Spieler: Udo, Holger, Christoph, Christian (GM)

Berichterstatter:  Holger

Spieler: Udo, Holger (Berichterstatter), Christoph, Christian (GM)

Geron und Gamrik machen sich zugleich auf den Weg am Wagenzug entlang nach vorne, um die Störenfriede von einer Blockierung des Umzugs abzuhalten. Beide verwickeln die Störenfriede in Gespräche, die einerseits von Verständnis zeigen, und zeitgleich in die Opposition gehen. Mit dem richtigen Mix aus Argumenten, Charme und Überzeugungskraft gelingt es den Helden, das der eben so geeinte Schwarze Block in eine Vielzahl von einzelnen Diskussionsgrüppchen zerfällt, die das Für und Wieder der Argumente der Helden debattieren. Derweil rollt der Umzug vorbei. Soweit so gut.

Der Umzug rollt auf den Marktplatz, und kommt am Brunnen zum Stehen. Die von Gamrik erwartete maraskanische Baumkuschlerumzug bleibt zum Glück aus. Derweil stimmt Gernot von Halsingen, der Senne Bornlands und Vorsteher des Tempels der Löwin in Festum (also ein Rondra Geweihter) eine Predigt an. Es wird dadurch ruhiger auf dem Marktplatz. Die Leute lauschen der Predigt, die von alle daran erinnert, das was Festum, wenn alle zusammenhalten, erreichen kann und auch schon erreicht hat.

Die übrigen Ordner bilden eine Art Ring um die beiden letzten Wagen, mit der Puppe und von dem Gernot seine Rede hält und Gardehauptmann Timpski dabei situativ und passend durch trommel auf der Torwallertrommel unterstützt. Dabei beobachtet Gamrik erneut eine Gruppe von Gestalten, die sich offenbar am Rande des Markplatz zusammenrottet. Gamrik versucht die Kunde über mögliche Probleme an die anderen Ordner weiterzugeben ohne seinen eigenen Posten zu verlassen. Was misslingt, schließlich geht er doch zu Geron und Gieselhold um sie direkt auf die möglichen Probleme hinzuweisen.

Mittlerweile hat sich diese Gruppe offenbar in drei einzelne Gruppen von ca. 10 – 5 Personen aufgeteilt, die sich langsam durch die Menge aus drei verschiedenen Richtungen (links, Mitte, rechts) der Bühne nähern.

In der mittleren Gruppen macht Geron einen Mann aus, den er irgendwo schon einmal gesehen hat. Irgendwie scheint er der Anführer dieser Gruppe z sein. Er stellt sich diesem in den Weg und es gelingt ihm dazu zu bewegen, die Aktion sein zu lassen. Gewalt führt zu nichts, außer zu mehr Gewalt. Ändern wird sich dadurch nichts. Zähneknirschend ruft der Magier sein Gruppe zu sich und verlassen den Platz.

Derweil halten die anderen beiden Gruppen weiter auf die Wagen zu bzw. haben diese fast erreicht. Gamrik und Gieselhold versuchen ebenfalls beide Gruppen aufzuhalten und zum Umkehren zu bewegen, was aber nur bei einzelnen Personen aber nicht bei der Gruppe funktioniert, da es hier offenbar keinen dedizierten Anführer gibt. Zwar kann man die zweite Gruppe mehr oder weniger ruppig abwehren, die dritte Gruppe hat aber die übrigen Ordner jedoch förmlich überrannt und versucht auf den Wagen und an die verhasste Trommel zu gelangen. Todesmutig werfen sich die Helden den letzten Störenfriede entgegen. Mit letzter Kraft – und einer gehörigen Portion Glück – schaffen es die Helden die Störenfriede von den Wagen und der Trommel ab- und zurück in die Menge zu drängen.

Geschafft, die letzte Geiselung von der Puppe Atmaskott geht reibungslos über die Bühne. Zurück im Quartier der Stadtwache gibt es gegenseitiges Schulterklopfen über den Erfolg und man sackt erfreut die zwei Dukaten Lohn ein. Wobei auffällt, das der eine oder andere Ordner fehlt.

Bis zur abschließenden Feier im Hause des Adelsmarschall am Abend, haben die Helden noch ein paar Stunden Zeit sich etwas herzurichten, den Staub von den Kleidern zu streifen und die eine oder andere schramme oder blutige Nase zu reinigen.

Am Abend im Hause des Adelsmarschall ist die Feier von Prunk nicht zu übertreffen, zumindest für das Bornland. Gumba und Gamrik, zum Teil auch Gieselhold fühlen sich hier in der High Society pudelwohl, während Geron, wie die anderen geladenen Bürgerlichen, Gardisten und Ordner eher unauffällig im Abseits stehen und sich am Bierkrug oder am Essteller festhalten. Es dauert aber nicht lange, und Geron entdeckt die SubParty im Keller, bei dem die Qualität der Party der Bürgerlichen sich in keinster Weise von der im Obergeschoss verstecken muss. Unabhängig wo die Party stattfindet, findet das Buffet bei allen Gästen eifrigen Zuspruch. Gieselhold und Gamrik mischen sich dabei aktiv unter die Gesellschaft. Gieselhold ist darauf Bedacht, die hiesigen Führer kennen zu lernen (oder besser ihre schmutzige Wäsche zu finden). Grob gesagt befindet er sich eher in der der Befürworter des Umzugs. Gamrik dagegen hat nur die Absicht sich mit Sulka, der älteren Tochter Umerikes Surjeloff, einen netten Abend zu verbringen. Nun das ist wesentlich schwerer als gedacht. Zwar ist Sulka anwesend, wird aber offenbar von ihrer Mutter in die Gesellschaft eingeführt, wohl in Vorbereitung ihrer Nachfolgerschaft. Zudem wird Sulka noch von weiteren Verehrern umschwirrt wie Fliegen, was Sulka aber zu gefallen scheint. Auch Gamrik wird von Umerike geduldet, und lernt dann in Schlepptau von Sulka und ihrere Mutter auch einen Teil der Festumer Gesellschaft kennen und zwar eher die Kritiker des Umzugs.

Letztendlich ein schöner Abend mit reichlich Speis’ und Trank, erschöpft kehren die Helden in der Nacht in den Lindenhof Stiefel zurück.

Gamrik beschließt sich nicht die Reihen der Verehrer um Sulka einzureiehen. Er beschließt ihr Vertrauen zu erlangen und ein Freund zu werden – und evtl. ein strahlender Held – mal sehen was sich später dann noch so ergibt. Sulka ist zurzeit damit der einzige Grund für Gamrik länger in Festum zu verweilen.

Am nächsten Tag, mehr (Geron) oder weniger (Gumba) verkatert, sitzen die Helden am Frühstückstisch im Lindenhof Stiefel bei einem sehr späten Frühstück, und werden Zeuge eines zumindest ungewöhnlichen Aufeinandertreffens: WeibelMaatsen, die rechte Hand Timpskis, erscheint mit zwei Gardisten im Gasthof. Während sich die beiden Gardisten ein Frühstücksbier gönnen, verschwindet Maatsen mit dem Wirt im Hinterzimmer und beide tauchen wenig später wieder auf. Naja evtl. alte Kumpels. Beim hinausgehen fällt Maatsens Blick auf die Helden und er kommt zu ihrem Tisch. Er bittet die Helden im Laufe des Nachmittags auf die Wache zu kommen, es gibt da noch Ungereimtheiten zur Einfuhr der Maraksanteranteln, irgend ein Amt für Forstwirtschaft hat noch Einwände, Rückfragen. Oder ist einfach nur beleidigt weil es nicht gefragt wurde, denkt sich Gamrik. Schicksalsergeben nicken die Helden.

Am Nachmittag finden sich die Helden wie gewünscht bei der Stadtwache ein. Auf dem Weg zu Weibel Maatsen Büro, das sich als das Vorzimmer von Timski, werden die Helden von einem offensichtlichen Trinker als steckbrieflich Gesuchte bezichtigt. Der genervte Gardist verdreht die Augen und schiebt den Alten in Richtung Ausgang. Weibel Maatsen hat auch direkt Zeit und bittet die Hleden ins Büro. Während Maatsen den Helden das Problem mit den Einfuhrpapieren erläutert (Gamrik hört nur mit halben Ohr zu, um sich nicht aufregen zu müssen), tritt Timpski mit einem gut gekleideten Mann aus seinem Büro. Dieser macht Timpski gerade zur Sau, und mit den Worten „Klären sie das, oder ich werde dafür sorgen, dass sie die längste Zeit, Hauptmann der Garde waren“, dreht dieser sich um und rauscht davon. Bereits als Timpski aus seinem Büro trat, hat Maatsen versucht sich unsichtbar zu machen. Leider Vergebens, kaum war der Schnösel aus der Tür hinaus, schallt es durch das gesamte Gardehauptquartier „Maatsen, in mein Büro. SOFORT!“. Schicksalsergeben begibt sich Maatsen ins Büro von Timpski und lässt die Helden erstmal stehen. Kurze Zeit später kommt Maatsen wieder raus und wird von Timpski mit den Worten abgekanzelt: „Klären sie das, oder sie fliegen aus der Garde“, Timpski dreht sich um und knallt seine Bürotür zu. Maatsen Blick fällt auf die Helden und hellt sich auf. Wie es scheint hatte er gerade eine Erleuchtung, wie sein Problem gelöst werden könnte…und  Gamrik schwant schon übles. Und da fängt Maatsen bereits an: „Ihr habt euch ja bei dem Umzug bereits als intelligent, professionell und erfinderisch gezeigt. Ich denke wir können uns gegenseitig unterstützen. Ihr löst mein Problem mit diesem Fall und ich löse euer Problem mit dem Forstamt. Was meint ihr?“. Alle außer Gamrik stimmen zu, Maatsen zu helfen. Gamrik hat schlicht keine Lust ein Problem zu lösen, damit Timpski gut dasteht und weil Timpski ihn offensichtlich nicht leiden kann. Nun denn, am Ende zeigt sich, dass Maatsen so erpicht auf die Unterstützung durch die Helden ist, dass der Auftrag mit ein paar weitere Annehmlichkeiten verbunden ist.

Ob das auch für offizielle Sonderermittler der Garde gilt, denkt sich Gamrik. Behält diese Überlegung aber erstmals für sich.