März 12, 2023

Geralds Ehre? Was ist das?

Und wieder einmal begann der Morgen im Lager mit einem starken Schneefall. Es ist der 29.Travia 1039 BF, ein - mal wieder - viel zu kalter Herbsttag. Das Gespräch vom Vorabend halte noch immer in Geralds Kopf nach, dass Jaruslaw nicht bereit ist der Gruppe zu vertrauen. Wird wohl an ihm liegen. Die Geschehnisse um das verweigerte Ehrenduell hatten ihm und auch der Gruppe nichts als Ärger eingebracht. Es musste einfach eine Lösung geben, wie er wieder Gutmachung leisten könnte.

Spieler: Christoph, Holger, Sascha (Berichterstatter), Christian (GM)

Vorbemerkung vom Berichterstatter Gerald Fuxfell: Die Darstellung der Norbarden als ein Volk das nur aus Händlern besteht, welche in Meschpochen aufgeteilt sind und selbst den Menschen, welchen ihnen helfen wollen, nur überteuerten & wertlosen Tand andrehen entstammt nicht der Feder des Berichterstatters, basiert aber auf unserer Erlebnissen. Als Berichterstatter distanziere ich mich in jeder Form von unseren Erfahrungen.

Um die Denkweise der Bronnjaren besser verstehen zu können machte sich Gerald zusammen mit der Gruppe auf zur Rondrageweihten. Leudara und ein Großteil des Lagers feierten gerade den Rondra-Gottesdienst. Gerald hatte den Eindruck, dass alle Bornnjaren anwesend waren. Nach dem Gottesdienst sprachen wir Leudara an. Die Rondrageweihte bat aber darum dieses Thema später zu besprechen, da es jetzt Zeit für das morgendliche Training des Lagers wäre und dieses Thema – aus ihrer Sicht – nicht zwischen „Tür und Angel“ besprochen werden sollte.

Um zumindest die ersten Schritte in Richtung Rehabilitation zu machen, nahm die Gruppe an der Trainingseinheit teil. Zu diesem Zweck wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe, unter der Leitung von Leudara, befasste sich mit den Grundhaltungen im Schwertkampf. An diesem Training nahm Gerald teil. Die zweite Gruppe, zu welcher sich Gamrik gesellte, wurde von Jaruslaw geleitet. In dieser Einheit wurde der richtige Umgang mit Rüstungen gelehrt. Gamrik sammelte dabei Erfahrung, blutige Erfahrung. Die letzte Fraktion hatte die Verteidigung gegen einen Speer zum Thema. Hier konnte sich Gieselhold mit Auszeichnung hervortun, da er demonstrierte, dass man sich auch mit einem Doch gegen einen Speer sehr gut wehren kann.

Nach dem Training und dem Mittagessen wollte Gerald noch einmal die Geweihte aufsuchen. Nach kurzer Suche fand er sie in einem kleinem Zelt im „Söldnerviertel“ des Lagers. Gerald war überrascht die sonst so steife und unnahbare wirkende Frau in einer lockeren Stimmung anzutreffen. Um die Geweihte nicht groß zu stören sprach Gerald sie nur kurz an, um zu Fragen, wann sie für ein vier Augengespräch Zeit hätte. Da es ihr gerade sehr gut passte, verließen die beiden das Zelt, um sich in Ruhe zu unterhalten. Schon beim Verlassen des Zeltes bemerkte Gerald das sich das Verhalten von Leudara wieder veränderte. Er sprach nun nicht mehr mit der fröhlichen Frau aus dem Zelt, sondern mit einer Vertreterin Rondras. In dem Gespräch bat Gerald die Geweihte um Hilfe um die Situation mit den Bronnjaren zu verbessern. Leider konnte sie Gerald keine schnelle Lösung anbieten. Auch oder grade für Bronnjaren, so sagte die Geweihte, ist es wichtig, dass man für seine Taten und seine Ehre einsteht. Dies schließt die Verteidigung der Ehre Anderer, die sich nicht selber zur wehr setzen können oder die einem als Schutzbefohlene anvertraut sind, ein. Um die für Gerald verfahrene Situation verbessern zu können, sollte Gerald zuerst seine Einstellung zu Ehre und ehrenvollem Verhalten überdenken. Solang er hierzu keine klare Position für sich gefunden hat, ist eine Diskussion bezüglich Möglichkeit nicht sinnvoll. Nach diesem Gespräch verabschiede sich Leudara von Gerald.

Nach diesem ernüchternden Gespräch wollte die Gruppe nochmal mit Hauptmann Timpski über das Mandat der Gruppe reden. Auf dem Weg zu ihm konnten sie gerade noch erkennen wie dieser zusammen mit Jaruslav in das Versammlungszelt geht, in dem die Geweihten eine Ecke bewohnt. Beim Öffnen des Zeltes wurde der Blick kurz auf Rudjev von Arauken frei. Um dieses Zusammenkunft nicht zu stören warteten die Gefährten ab und trafen sich später mit Timpski in seinem Zelt. Da das Mandat für das Lager bei den Norbarden sprechen zu dürfen, vom gesamten Lager getragen werden muss, ist es notwendig, dass auch Jaruslaw beteiligt wird. Auf Grund der vielen Verpflichtungen, die die Organisation einer Zeltstadt im Winter in der Wildnis nach sich zieht, ist erst eine gemeinsames Treffen aller Entscheider heute Abend möglich. Die Helden mögen doch bitte dafür Verständnis haben.

Als der Abend über das Lager hereinbrach, betraten die Gefährten das Versammlungszelt. Neben Leudara waren bereits Gardehauptmann Elkmann Timpski, Schitze Jaruslaw von Kirschhausen-Krabbwitzkoje und Rudjew von Arauken schon da. Jaruslaw und Timpski als Gesprächsparteien ist nachvollziehbar. Leudara Anwesenheit als neutrale Beobachterin und Zeugin Rondras und „Untermieterin“ des Versammlungszeltes ist auch verständlich. Und die Anwesenheit von Rauken wird schon seine Richtigkeit haben, denken die Helden.

Das Klärungsgespräch bezüglich des Mandats kann beginnen: Der Standpunkt von Jaruslaw zu diesem Thema hatte sich nicht geändert. Er will der Gruppe nicht beauftragen, da sie weder vom entsprechend notwendigen Stand seien noch haben sie sich – bis jetzt – als vertrauenswürdig erwiesen. Am schwersten wiegt aber, dass mindestens ein Gruppenmitglied sich durch sein Verhalten nur als ehrloses Pfeffersack auszeichnet. Erschwerend kommt dazu, dass genau solch eine Lagerbewohner alleine schon durch seine Anwesenheit grundsätzlich alle ehrenhaften Bronnjaren hier im Lager beleidigt. In wie weit solch eine Gruppe für diese wichtige und ehrenvolle Aufgabe geeignet sei ist mehr als fragwürdig, insbesondere da diese in Anspruch nehmen wollten auch im Namen der Bronnjaren sprechen wollen.

Erst als sich von Arauken in die Diskussion einbrachte, konnte die festgefahrene Situation aufgelöst werden. Sein Vorschlag die Geweihte, um einen Eidsegen zu bitten, konnte Jaruslaw milder stimmen. Von seiner Seite aus könnte die Gruppe mit dem Mandat betreut werden, wenn diese den Eid ablegen, dass sie nicht zum Nachteil der Bronnjaren handeln. Im Gegenzug würde er der Gruppe zusagen, dass er und seine Leute während ihrer Mission keine Angriffe auf die Norbarden durchführen würde. Da dies sich als die einzige Möglichkeit herauskristallisierte, um das Mandat zu bekommen, willigte die Gruppe ein und legte den geforderten Eid ab.

Nach den auslaugenden Verhandlungen verabschiedeten sich alle Parteien und gingen ihre getrennten Wege.

Als die Gruppe am nächsten Morgen, den 30. Travia, aufbrach, um ihre Mission zu starten, begann es wieder stark zu schneien. Zum Glück war der Weg zu der ersten Sippe der Norbarden nicht weit. Nur „ein paar Ruderschläge“ über den noch nicht zugefrorenen See zu den Hausbooten. Trotz dieses Wetters gelang die Gruppe ohne Probleme auf die Boote der Norbarden. Hier war man über diese Entwicklung erfreut und es wurde uns Tuminka als ortskundige Reisebegleitung angeboten. Sie und zwei weitere Begleiter soll uns zu den anderen Meschpochen geleiten, uns dort vorstellen und uns – bei Bedarf – als Ratgeberin zur Seite stehen. Dieses Angebot nahm die Gruppe dankend an.

Doch bevor es los gehen sollte, sollten wir uns – auch als Geste der guten Beziehungen – die neuen Wahren der Norbarden mal ansehen. Eine Norbardin zeigten Gerald eine Kette mit einer bis zur Spiegelung polierten Münze als Anhänger. Der Preis den er für diese Kette haben wollte war das Äquivalent zum Jahresgehalt eines Bauern. Trotz dieses schockierend hohen Preises überzeugte der Händler Gerald die Kette zu kaufen. Auch Gieselhold ging es nicht anders. Im wurde ein Halstuch zum selben Preis angeboten. Auch hier waren der Norbarde, der mit ihm sprach, sehr überzeugend. Nur Gamrik, dem eine Pfeife angeboten wurde, konnte der Verlockung widerstehen.

So ausgerüstet ging die Gruppe unter der Führung von Tuminka los. Auf dem Weg über die Hardener Seenplatte zur nächsten Norbardensippe, ging die Gruppe über einen der vielen Hügel...mancher hätte dies eher als eine Bodenwelle zwischen den Seen bezeichnet. Als wir diesen uns dem Kamm näherten, konnten wir – zwar behindert durch den Schneefall, aber trotzdem noch sichtbar – eine Horde Sumpfranzen sehen, die in ca. 100 Meter Entfernung sich zusammengerottet hatten und einen Höllenlärm machten.