Hier bin ich, in dem hellen Licht – Und ein Sturm zieht auf – Die Kälte sie ist nun ein Teil von mir
In den tiefen, geheimnisvollen Schatten des uralten Waldes, wo im Augenblick kein Licht der Sonne den Boden berührt und die Luft von einem Hauch des Unbekannten durchzogen ist, stehen die vier Gefährten der riesigen Kröte gegenüber.
Spieler: Christian (GM), Christoph, Holger, Sascha (Berichterstatter), Udo
Gieselhold, in seiner Gestalt als Schreckenswolf mit scharfer Dunkelsicht und gewaltigen Hörnern, war der erste, der sich der Herausforderung der Kröte stellte. Er, unerschrocken und entschlossen, schmiedete einen Plan, die Kröte in einen Holzkäfig zu sperren. Er rief die Wurzeln der Bäume herbei, um einen Käfig zu bilden, doch die Wurzeln verfaulten vor der mächtigen Kröte und fielen kraftlos zu Boden. In einem weiteren Versuch, die Kröte zu bezwingen, lies Gieselhold der Kröte eine Augenbinde auf ihrem Kopf erscheinen, doch die Kröte schüttelte das Tuch mit einem verächtlichen Quaken ab.
Gerald, in der Gestalt eines Falken, schwebte hoch oben und versuchte, den Ahornbaum durch seine Träume zu verkleinern. Doch die Schlingpflanzen des Waldes, lebendig und unbarmherzig, streckten sich in seine Richtung und wickelten sich um seine Krallen und hielten ihn gefangen. In einem Moment der Panik verwandelte sich Gerald in einen Schreckenswolf, gleich Gieselhold, und erlangte die Fähigkeit der Nachtsicht. Doch das Schicksal war ihm nicht hold; der Ast, auf dem er saß, brach unter seinem Gewicht, und er fiel mit einem dumpfen Aufprall zu Boden. Glück im Unglück zerrissen die Schlingpflanze dabei und er war wieder frei.
Zur gleichen Zeit zog Geron, in seiner menschlichen Gestalt, sein strahlendes Schwert. Mit einem entschlossenen Blick suchte er Schutz hinter einem mächtigen Baum, dessen knorrige Äste ihm Sicherheit versprechen sollten. Doch die Wurzeln des Baumes, lebendig und voller Macht, schlangen sich um seine Beine und hielten ihn fest, als wollten sie ihn in die Tiefen der Erde ziehen. Mit einem kraftvollen Ruck befreite sich Geron aus ihrem Griff.
Gamrik, in menschlicher Gestalt mit seinem leuchtenden Stein in den Händen, plante, in einem weiten Bogen so zum majestätischen Ahornbaum zu gelangen, dass zwischen ihm und der Kröte der Stamm des Ahorn wäre. Er rannte los, vorbei an Geron, in dem Bogen um den Baum durch das Dickicht des Unterholzes. Doch als er sich seinem Ziel näherte und aus den schützenden Unterholz auf die Lichtung um den Ahornbaum springen wollte, entdeckte er in letzter Sekunde vor sich unter dem Laub einen tiefen Graben, der sich wie ein unüberwindbares Hindernis vor ihm auftat – vier Meter, die ihn von seinem Ziel trennten.
Mit konzentrierter Miene wollte Geron, nachdem er sich mit einem kräftigen Ruck aus den Schlingen der Wurzeln befreien konnte, zu Gamrik laufen, doch anders als Gamrik fiel Geron der Graben nicht auf. Er war auf dem besten Weg, in die Falle zu tappen, doch Gamrik, mit scharfen Sinnen, hielt ihn mit einer kraftvollen Handbewegung auf Gerons Brust auf. Doch der Schock über die plötzliche Wendung entfuhr Geron ein leises „Was soll das?“, das durch die magische Verstärkung wie ein Echo durch den Wald hallte.
Gamrik, entschlossen, den Ahornbaum zu erreichen, stellte sich vor, wie ein tragender Ast sich herabneigen würde, um ihn zu empfangen. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, griffen die Äste der Baumes im Unterholz ihn und Geron wild und unbändig an. Geron, überrascht von der plötzlichen Aggression, wurde in Richtung des Grabens gestoßen und konnte sich nicht mehr halten und stürzte in die dunkle Grube, während Gamrik sich verzweifelt gerade noch an einem Baumstamm festklammerte konnte. Ihm blieb der Fall in diese dunkle Grube erspart.
Gieselhold, die Situation aller im Auge, bemühte sich die Lage für alle zu verbessern. Er versuchte eine kalte Lichtquelle zu erschaffen. Mit einem tiefen Atemzug konzentrierte er sich auf das Vorhaben und in einem strahlenden Moment der Klarheit verwandelte er sich in eine leuchtende Quelle, die die Dunkelheit um ihn herum erhellte und seine Umgebung in ein sanftes, frostiges Licht tauchte.
Gamrik bemerkte, das der Ast des Ahornbaumes ihn erreicht hatte. Mit einem kraftvollen Griff erfasste er den mächtigen Ast und konzentrierte sich darauf diesen aus der Kontrolle der Hexen zu entreißen.
Doch die Gefahr war für die Gefährten noch nicht gebannt. Die gewaltige Kröte, deren Augen in Gieselholds Schein leuchteten, bewegte sich mit einem Satz von ca. sechs Schritt auf Gamrik zu. Mit einem blitzschnellen Zungenschlag versuchte sie, ihn zu packen, doch ihr Angriff verfehlte sein Ziel und schlug ins Leere. Plötzlich durchbrach eine riesige Katze, majestätisch und furchtlos, die dichten Schatten des Waldes und sprang an Gamriks Seite, bereit, ihn anzugreifen.
Gieselhold, listig und unbemerkt, schlich sich an den Rücken der Kröte heran. Auch er stand vor einem Graben, doch mit einem geschickten Sprung überwand er das Hindernis und näherte sich seinem Ziel. Währenddessen kämpfte der blutüberströmte Geron, der unerschütterliche Held, darum, aus dem tiefen und engen Graben zu entkommen. Es war ein mühsamer Aufstieg, der seine Kräfte auf die Probe stellte. Überall streckten sich die Wurzeln des Waldes aus dem Erdreich und versuchten ihn hier unten in der Dunkelheit zu halten.
Gerald, der Meister der Träume, ließ seine Vorstellungskraft freien Lauf und erträumte den Boden unter der Kröte zu Eis.
Gamrik, davon überzeugt den Ahorn befreit zu haben und nun zu kontrollieren, träumte diesen in einem Akt des Willens und der Vorstellungskraft zurück in die Realität, und – mit einem ersten Knacken – begann der gewaltige Baum sich aufzulösen.
Die Amphibie spürte die kalte Veränderung unter ihrem Bauch und ließ mit einem kraftvollen Ruck Äste aus dem Ahorn sprießen, um sich emporheben zu lassen um dem frostigen Griff zu entkommen.
Diesen Plan versuchte Gerald mit seiner Vorstellungskraft zu vereiteln. Er ließ die Äste verfaulen, sodass die Kröte zu Boden fallen würde. Doch der Froschlurch, unerschütterlich im Geist, erträumt sich weiche Büsche, die sie sanft auffangen sollen. Gerade noch Rechtzeitig bevor die Äste und auch der Ahorn sich endgültig auflösten.
Zu selben Zeit hat es Geron geschafft, aus dem tiefen Graben zu klettern. Mit einem mutigen Sprung greift er die Katze, die Gamrik mit ihren Tatzen versuchte zu malträtieren, von hinten an, ein wagemutiger Versuch, das Unheil abzuwenden.
Gerald, in seinem Traumrausch, erschafft eine durchsichtige halbe Eiskuppel um die Kröte, deren offene Seite Gieselhold noch zugriff auf die Amphibie erlaubte. Doch die Kröte, voller Willenskraft, verwandelte sich in einen kleinen Vogel und entfaltet ihre Flügel, um in die Freiheit zu fliegen. Gieselhold, schnell wie der Wind, verwandelt sich in eine majestätische Eule und begann dann auch noch noch heller zu leuchten.
Jetzt, da der Ahorn nicht mehr Milzenis in den Rücken drückte, löste sich Gamrik von der Katze und flüstert leise (da unser Sprechen hier im Traum immer noch deutlich verstärkt wird) an alle „Rückzug“, ein Zeichen der Klugheit inmitten des Chaos? Die Katze, wild und unbändig, sprang rückwärts und richtet nun ihre Aufmerksamkeit auf Geron und schlägt ihn mit zwei sanften Tatzenhieben bewusstlos. Doch die Eule Gieselhold stürzt sich todesmutig von oben auf die Katze und entfesselt seinen Zorn. Inmitten des Tumults erschafft Gerald wie aus dem Nichts einen eisigen Käfig um die Katze herum, ein glitzerndes Gefängnis, das sie für einen kurzen Moment festhalten sollte.
Doch die Zeit drängt, und alle wissen, dass der Käfig bald schmelzen wird. So beschließen die Gefährten den Ort schnell zu verlassen. Die Katze in ihrem eisigen Gefängnis zurücklassend. Ihr Ziel ist es auf dem selben Weg, dabei aber die gehörnten Tiere an dem kleinen See umgehend, aus dem stockdunklen Wald unter Milzenis zu gehen.
Nach dem Verlassen des dunklen Abschnitts des Waldes musste die Gruppe erst einmal Pause machen. Gieselhold hatte in der Zwischenzeit sein inneres Leuchten etwas herabgeregelt. Gerald vermutete das seine Leuchtkraft jetzt "nur" noch der Leuchtstärke eines Flim Flam der Qualitätsstufe VI entspricht. Die strahlende Lichtgestalt nahm die Form eines Menschen an und begann erst Geron, dann Gamrik und zum Schluss sich selbst zu verarzten, während Gerald dank seiner Traummacht erfolgreich drei Portionen des Wirseltranks aus seinem Rucksack herauszog bzw. herausträumte. Dieser elixierhafte Tropfen sollen den anderen helfen, ihre Wunden zu heilen und neue Kraft zu schöpfen. Geron kam durch die Behandlung von Gieselhold wieder zu Bewusstsein, war ansprechbar und konnte sich wieder alleine Bewegen.
In der ferne hörte die Gruppe ein tiefes dunkles Donnergrollen das die Stille des Waldes durchbrach. Ein Blick nach oben zeigte, dass der Himmel in der Zwischenzeit verdunkelt war, als ob die Natur selbst durch einen bevorstehenden Sturm ihren Gemütszustand ankündigen würde.
Um schnell wieder zu unseren Ankunftspunkt hier im Traum, d.h. zum Nabel des Leibes von Milzenis, zu gelangen, verwandeln sich Gieselhold und Gerald in majestätische Eulen, Geron in einen kleinen Spatz. Gamrik erhebt sich als stolzer Adler in die Lüfte.
Als wir ein paar Meter über den Wipfeln des Waldes schon flogen, nahmen wir mit unseren geschärften Sinnen die bedrohliche Präsenz wahr, die aus dem dunklen Wald strömt. Tiere mit gewaltigen Hörnern, ähnlich derer, die wir am kleinen See erfolgreich umgangen hatten, brechen durch das Unterholz. Wild und unbändig, und stürzen sich auf ihre ahnungslosen Opfer, die anderen Tiere des Waldes.
Während wir uns weiter in die Lüfte erheben erkannten wir, wie diese gehörnten Tiere in ihrem Zorn alles Leben gnadenlos abschlachten und einen Schneise des Todes zurückliesen.
Wir fliegen unbeirrt weiter, bereit, dem Unheil zu begegnen, das sich am Horizont zusammenbraut.