Kampf gegen fremde Mächte!
Gestern Abend erzählte Geron den interessierten Alrikfurtern Bürgern von dem was sie erlebten: "...beim Verlassen der Höhle fällt uns auf, dass von den vielen Trampelweg des Tatzelwurms einer Weg von der Höhle wegzuführen scheint! Entdeckt haben wir ihn nur, weil dort am Waldrand Äpfel liegen! Die Spuren ist so deutlich, dass wir der Meinung sind, dass er ihn nicht öfters benutzt hat! Wir beratschlagen was wir machen sollten!

Ein Blick in den Himmel offenbarte eine ungünstige Sternenkonstelation bei der bei mir sämtliche Alarmglocken angingen! Ich erinnerte mich, dass einer unser Kampfmagier, den ich aus meiner Militärzeit kannte, gesagt hat, dass bei solch einer Konstellation dämonische Rituale sehr gut funktionieren würden und das für uns sehr gefährlich werden könnte.
Wir einigen uns dann darauf, diesen Trampelpfad zu folgen! Wie immer verbirgt Gieselhold sich im Dunkel des Waldes und sorgte mal wieder dafür, dass Gamrik erschrickt also er wieder auftaucht. Wir gehen in langgezogener Reihe rechts und links vom Weg, als wir durch die Bäume links vom Weg Lichter sehen.
Gieselhold schleicht sich als Kundschafter zum den Lichtern. Er kehrte so leise zurück, dass Gamrik ihn vor lauter Schreck fast den Kopf abschlägt! Er maulte – mal wieder – Gieselhold an, dass falls er nochmal sich so anschlich, ihn einen Kopf kürzer macht!...
Gieselhold berichte, dass er mehrere Personen an einem Lagerfeuer vor einer Holzhütte gesehen habe. Diese hätten sich – neben einem üblichen Feierabendgespräch unter Freunden – auch über ein Wesen unterhalten, das heute untertags ganz nahe im Wald vorbei getrampelt sei und sehr übel roch.
Es erscheint uns als sinnlos die Leute in ihrem Feierabend zu stören oder gar zu beunruhigen. Daher schleichen wir den Tazelwurmtrampelpfad folgend weiter. Der Weg endet vor einer hohen Klippe, die der Wurm „nebenbei“ raufgekletter zu sein scheint. Für uns wird das nicht ganz so einfach werden, denn jetzt ist es dunkel und wir haben keine Kletterausrüstung dabei. Mist. Das bedeutet entweder umgehen wird die Klippe – unklar ist dabei wie lange das dauern wird – oder wir klettern im Dunkeln doch irgendwie rauf -Risikoreich. Wir schauen uns erstmal um kommen überein, dass 1. wir die fünf Meter hohe Klippe über die Bäume „nehmen“ und dass wir 2. Gieselhold, als unseren besten Kletterer vorschicken...ok...er soll auch mal klären was da oben los ist. Dafür darf er sich auch wieder „unsichtbar“ machen – wenn er will – und beim zurückkommen uns nicht wieder erschrickt.
Gamrik, als zweiter hochgeklettert, „flüster“ dann von oben, dass Valmir und ich die Fackel ausmachen sollen. Mann, das Raufklettern wird dadurch jetzt aber nicht einfacher. Wie stellt er sich das jetzt vor. Aber was bleibt uns anders Übrig...irgendwie kommen mir Zweifel. Vielleicht wäre das Umgehen der Klippe die bessere Option gewesen. Endlich oben angekommen, sehen wir dann eine durch drei Fackeln erleuchtete Lichtung, in deren Mitte ein eigenartig aussehender Baum steht! Die Äste wiegen sich in eigenartiger Weise stetig, obwohl kein Wind zu hören und spüren ist! In den Ästen können wir irgendwelche Gegenstände, Opfergaben, Talismane oder sowas hängen sehen! Wir sehen auch den gesuchten Korb. Und einen Mann und eine Frau! Sie brabbelten irgendwelche Worte die wir nicht verstehen und scheinen den Baum zu beschwören oder anzubeten? Wir teilen uns auf, Geron und Valmir gehen rechts, Gieselhold und Gamrik halten sich links! Wir schleichen vorsichtig von Baum zu Baum und sind so leise wie es nur geht. Scheint diesmal es gut zu funktionieren, da Gieselhold nicht böse blickt. Die beiden Menschen auf der Lichtung, werden immer lauter, der Baum wiegte sich immer schneller und wir sind uns sicher, dass sich das Ritual dem Ende neigte! Die zwölf Götter stehen uns bei, ich muss dieses deutlich unheilige Ritual auf alle Fälle verhindern.
Also stürmen wir los. Plötzlich blicken wir in ganz vielen rot glühenden Augen des Baumes, die auf allen Seiten des Baumes auftauchen. Das geht mir durch Mark und Bein. Aber auf den Schlachtfeldern habe ich schlimmeres gesehen. Ein bisschen Furcht erschüttert mich nicht mehr...ganz im Gegensatz zu Gieselhold. Dieser scheint etwas „irritiert“ zu sein, und wenn wir jetzt nicht vom Tatzelwurm schon stinken würden...Jetzt beginnt der Baum auch noch mit den Ästen nach uns zu schlagen. Was ist für ein Dämonenwirken? Und er scheint den Mann mit den Korb zu beschützen. Valmir will diesen angreifen, um ihm im Ritual zu stören, aber kommt nicht durch diese komischen Äste des Baumes, die sich als eine Schutz um den Mann mit dem Korb gelegt hat. Egal, dann ist eben der Baum das Ziel. Auch ich versetzte dem Baum mehrere Schwerthiebe. Währenddessen wehrt sich die Frau gegen Gamrik mit ihrem Holzknüppel. Dabei beschimpft sie uns lautstark als Frevler. Da ergreift der Mann seine Axt und will den Korb zerhauen, um wahrscheinlich diesen dem Baum zu opfern...wieso auch immer. Gieselhold schlüpft geschickt durch die Äste des schützenden „Astkäfigs“, entreißt dem Baum den Korb und flieht damit. Woraufhin dieser dämonische Baum Gieselhold folgt (!). Der ist nicht im Boden verwurzelt!!! Dabei lässt er den Schutz für den Mann fallen. Nach kurzem Zögern erhebt der Mann seine Axt und griff uns jetzt auch noch an!
Plötzlich liegt der Körper des Mannes zusammengesackt auf dem Boden! In der Hitze des Gefechtes scheint er – aus Versehen – von Valmir am Hals getroffen worden zu sein!!! Wieso muss dieser Kultist, dieser Dämonenanhänger ausgerechnet in dem Moment als Valmir mit seiner Axt ausholt die Waffe von sich werfen, auf die Knie sinken und dann ungünstigerweise – als er sich schon ergeben hatte – auch noch ausführlich um Gnade betteln.
Gieselhold kommt mit dem Korb vom Baum verfolgt zur Lichtung zurück gerannt. „Mei ist der Baum schnell“, denke ich mir. Und wie kann er Gieselhold, der sich, wenn er sich im Dunkel verstecken will, sich vor unseren Augen einfach „auflösen“, sehen??? An welches unheilige Wirken sind wir hier geraden? Da wird Gieselhold vom Baum brutal getroffen, fliegt im hohen Bogen durch die Luft, bevor er am Boden hart aufschlägt und bewegungslos liegenbleibt. Valmir stürmt vor und jagt mit aller Kraft seine Axt in den Baum. Auch ich schlag mit meinem Schwert so kraftvoll wie ich kann auf den Baum ein. Das scheint endlich zu reichen. Der Baum fällt um und rührt sich nicht mehr, wie es bei Bäumen auch sein sollte.
Wie sich herausstellt hat dieser Dämonenbaum unseren Waffenbruder Gieselhold mit seinen Ästen fast totgeprügelt! Valmir kümmert sich sofort um ihn. Zum Glück haben wir vom Perainegeweihten einen starken Heiltrank geschenkt bekommen, den wir nun Gieselhold einflößen. Hoffentlich überlebt er das. Valmir ist optimistisch und meint: „Schafft er schon! Diesmal verzichte ich auf den Druckverband am Hals...und Gieslhold ist hart im nehmen“. Schließlich kommt Gieselhold wieder zu sich, sehr geschwächt, aber er lebt. Valmir stützt ihn und meint, wir sollten so schnell, wie es geht zurück ins Dorf und dort Gieselhold noch besser Versorgen zu können.
Gamrik verbrennt diesen unheiligen Baum. „Sicher ist sicher“, meint er. Dabei achtet er darauf, dass nicht der ganze Wald Feuer fängt. Waldbauer halt. Währenddessen bewache ich die Frevlerin und versuchte sie zu verhören, jedoch mit geringen Erfolg. Ich erfahre nur, dass sie noch einen Sohn hätten. Ansonsten nicht brauchbares, nur Zeter und Mortio. Wir hätten ihren Mann abgeschlachtet und und und...Worte, die selbst ich als hartgesottener (Ex-)Sölder gar nicht wiedergeben will. Schließlich muss sie gefesselt und geknebelt werden! Das hält ja kein Mensch aus.
Alles klar wir brechen auf, um die Frevlerin der Gerichtsbarkeit in Alriksfurt zu übergeben!
Irgendwie habe ich das Gefühl wir haben was vergessen...
Nach ein paar Minuten stellten wir fest, das Gamrik fehlte. Hat er nicht mitbekommen, dass wir losgezogen sind. Das kann doch nicht sein. Wir haben doch zum Aufbruch gerufen und genickt hatte er doch, oder? Also mache ich mich auf den Rückweg und überlasse die Gefangene meinen beiden Waffenbrüdern!
Als ich auf der Lichtung zurückkehre sehe ich Gamrik. Er steht vor dem brennenden Baum und blickt verträumt oder starre – ist unklar – in die Flammen. Er hat einen der Äpfel, die wir gefunden haben (selten so lecker aussehende und große gesehen) in der Hand und scheint überhaupt nichts wahrzunehmen! Als er auf mehrmaliges Rufen nicht reagierte, rüttele ich ihn. Da blickt er verdutzt auf und fragte was den los sei! „Wir sind auf dem Weg zurück. Valmir und Gieselhold sind mit der Gefangenen schon vorgegangen“. Gamrik folgt mir auf wackeligen Beinen und es schaut so, als hätte ich ihn aus einem Traum herausgerissen.
Aber irgendwie bleibt das Gefühl, dass ich was wichtiges vergessen haben...
In Alriksfurt angelangt übergaben wir die Frevlerin dem Dorfschulzen Marlor, als obersten Repräsentanten der lokalen Gerichtsbarkeit. Dabei stellt es sich heraus, dass sie die Frau des Köhlers ist. Außerdem berichten wir von dem jungen Tatzelwurm, den wir erledigt haben und nun keine Gefahr mehr für Alriksfurt werden kann.
Den Korb übergeben wir den beiden Perainegeweihten. Als wir ihnen erzählen, was wir erlebt haben, berichte Orislaus, dass vor ca. 300 Jahren im Reichswald ein Kult, der dämonische Bäume – sogenannte Arakal-Bäume – anbetete, existierte. Diese Kult wurde dann mit vereinten Kräften der Ingerimm- und Perainekirche verfolgt und eigentlich ausgerottet. Damals wurden zusätzlichen zu den klerikalen Truppen auch Abenteurer beauftragt diese dämonischen Bäume zu suchen und zu verbrannen. Da scheint einer wohl vergessen worden zu sein. Damals lebte auch Nadiana, deren Korb wir zurückgebracht haben, hier in Alriksfurt. Man kann davon ausgehen, dass sie im Rahmen der Bekämpfung dieses dämonischen Kultes signifikant beteiligt war (was auch immer das jetzt bedeutet).
Aufgrund des desolaten Zustandes unserer Kleidung, die voll Blut vom Tatzelwurm ist und des bestialischen Gestankes bietet uns Marlor an, dass wir im örtlichen Badehaus uns waschen. Er werde in der Zwischenzeit veranlassen, dass unsere Kleidung gewaschen wird. Nach langen und ausführlicher Körperpflege bekommen wir neue Kleidung – als Leihgabe, solange wir unsere eigene noch nicht zurückbekommen haben – denn es gäbe da auch eine „dufttechnische Herausforderung“…die sollen halt einfach Seife nehmen, denke ich mir. Ich brauch da jetzt keine nach Rosen duftende Hose. Müssen die Städter immer alles kompliziert machen…egal. Erst mal schlafen.
Am nächsten Morgen gehen wir nochmal zu Marlor. Dort erfahren wir, dass die Frau uns beschuldigte ihren Mann ermordet zu haben. Aber wer glaubt schon eine Dämonendienerin...nunja...leider scheint Valmir und ich da dem Dorfschulzen etwas zu blumig unseren genialen Kampf gegen das Paar geschildert zu haben. Eigentlich hatten es diese Amateuren nicht verdient, dass wir ihnen gezeigt haben, wie elegant wir unser Handwerk beherrschen. Ok. Vielleicht hätten wir mehr unseren Blick auf die Gefahren des Dämonenbaum lenken sollen...und wieso gestikuliert Valmir hinter Marlon so wild? Gieselhold schaut immer noch mitgenommen aus, so wie der den Blick senkt.
Aber Marlor scheint bezüglich unsere farbigen Ausführungen etwas irritiert und fragt bezüglich ein paar Nebensächlichkeiten nach:. „Wie es denn zu diesen bedauerlichen Zwischenfall gekommen“ sei, und „hat der sich wirklich hingekniet und sich ergeben?“ schließlich bittet er uns nochmal in uns zu gehen und bis morgen unsere Zeugenaussage zu verschriftlichen. In der Zwischenzeit mögen wir bitte die Chance wahrnehmen und unsere Verletzungen im Gasthof auszukurieren. Selbstverständlich sind wir eingeladen und müssen uns bezüglich der Bezahlung keine Sorgen machen. Übernimmt die Dorfgemeinschaft für Retter des Apfelfestes. Sollten wir etwas benötigen, so wird man den Helden von Alriksfurt gerne das notwendige bringen. Und um die vielen Gratulanten im Zaum zu halten, stellt Marlon ein paar Stadtwachen zur Verfügung, die vorerst einmal uns abschirmen damit wir nicht gestört werden. Immerhin hätten wir nach dieser anstrengen Nacht auch mal eine ausführliche Pause verdient.
So aber jetzt bin ich müde! Das Bett ruft. 'Ein nicht ausgeschlafener Schwertkämpfer ist ganz schnell ein toter', hat uns mein Lehrmeister immer wieder eingebläut...und das meine ich wörtlich. Daher - meine lieben Leute - muss ich jetzt schluss machen. Vielen Dank dass ihr meine Kehle nicht habt trocken werden lassen. Wir sehen uns morgen früh wieder."