Nach dem Erfolg in der Gruppe kommen Solopläne
In der klaren, kalten Luft der Mittagsstunde lag der metallische Geruch des Blutes schwer in der Nase. Das Blut des Goblin den Gieselhold gerade gemeuchelt hatte, verteilte sich in feinen Tropfen in der weisen Landschaft. Vermutlich hatte der Goblin nicht einmal gemerkt, dass seine letzte Stunde geschlagen hatte, ein schmerzloser Tod den Gieselhold seinem Angreifer geschenkt hatte.
Die vier Begleiter des Goblins konnten ihren Augen nicht glauben, als sie bemerkten, dass ihr Begleiter vom „lautlosen Tod“ niedergestreckt wurde. Der einzige Gedanke der laut in ihren Köpfen widerhallte war die Aufforderung zur Flucht, einer Aufforderung der sie nur zu gerne folgten. In seinem weißen Umhang gehüllt verfolgte Gieselhold den fliehenden Bruutsch, den Anführer der Goblingruppe.
Bruutsch, der seinen Verfolger in seinem Nacken spüren konnte, stolperte in Panik über die verschneite Ebene. Mit leichtem, festem Schritt hatte Gieselhold keine Probleme den Goblin einzuholen. Mit gekonnten Schnitten brachte Gieselhold den Goblin zu Fall und hinderte ihn daran zu fliehen. Leudara und Gerald traten kurze Zeit später an Gieselholds Seite und sahen den gefesselten Bruutsch im Schnee liegen, die Schnitte welche der Goblin durch Gieselhold erlitten hatte, waren nicht lebensbedrohlich tief und so konnte der Goblin noch ohne Probleme reden.
Der Goblin, der seine ursprüngliche Angst sehr schnell überwunden hatte, begann auch augenblicklich mit einer Tirade an Vorwürfen und Anschuldigungen, die er den Anwesenden entgegen schleuderte. Er warf allen Menschen vor Rassisten zu sein und dass die „freundlichen“ Exemplare die schlimmsten von allen sind, da sie ihm falsche Hoffnung schenkten. Goblins sind die wesentlich bessere Spezies (a.d.R. hat er so nicht gesagt), da sie vereint sogar einen Troll erledigen konnten, um dessen Haut für eine neue Trommel zu verwenden. Der Schwall an Beschimpfungen wollte kein Ende nehmen, sodass sich Gieselhold gezwungen sah, den Goblin zu knebeln.
Auf den schnellsten Weg gingen die drei Abenteurer zusammen mit ihrem Gefangenem zu den anderen zurück. Gerald hatte durch die Worte des Goblins eine Theorie entwickelt die er den Anderen Mitteilen wollte.
Als alle wieder vereint waren berichtete Gerald allen Anwesenden von seiner Theorie. Die Fakten waren wie folgt:
- Bruutsch hatte berichtet, dass die Goblins Trollhaut für eine Trommel besorgt hatten
- die Trommel aus Festum war mit Menschenhaut bezogen
- Das Ritual am Verhandlungsplatz hatte alle Menschen in Raserei verfallen lassen
- Geralds Idee war es jetzt, dass die Goblins dasselbe Ritual auf Trolle anwenden wollen.
Ohne ein Wort oder Geste der Zustimmung ergriff daraufhin Tuminka das Gespräch und wiederholte den gesamten Inhalt von Geralds laienhaften Theorie und erklärte, basierend auf den Notizen von Olko und ihrer Expertise und Wissen als Magierin, dass sein glückliches Raten sehr wahrscheinliche den Tatsachen entspräche. Einen kurzen Moment war Gerald irritiert, aber schnell war ihm klar, dass die Norbardin nicht aus ihrer Haut konnte. Gerald geht davon aus, dass das Matriarchat verbiete einfach männliche Ideen für voll zu nehmen. Eine Einstellung die zwar keine Gleichberechtigung zuließ, aber den Männern auch die Last der Entscheidung abnahm. Eine Last an der Gerald in den letzten Tagen immer schwerer zu tragen hatte.
Gamrik der sich diese Informationen mit bedacht anhörte spann den Gedankenfaden weiter. Die Goblins könnten die in Raserei verfallenen Trolle gegen Menschen kämpfen lassen und eventuell könnten sie auch noch einmal Menschen mit einer ähnlichen Trommel verzaubern. In einem Kampf ohne Strategie waren Menschen klar den Trollen unterlegen. Leudara, die Gamriks Gedankengänge und Ausführungen als durch Rondragesandt bewertete, sah dies als einen göttlichen Auftrag an die Gruppe an, diese Zukunft zu verhindern. Auch daher bekräftigt Leudara Gamrik in seinem Plan, dass hier dringend gehandelt werden muss.
Die Gruppe machte sich daraufhin auf den Weg den geflohenen Goblins zu folgen, zumindest der Spur von einem von ihnen, da die drei Goblins in drei unterschiedlichen Richtungen geflohen sind. Am Abend der Verfolgung, hatte die Gruppe den geflohenen Goblin, der sich in der Zwischenzeit wieder mit seinen Freunden zusammengefunden haben musst, noch nicht eingeholt.
Tuminka suchte für die Gruppe und den gefangenen Bruutsch eine Nachtlager und wir beschlossen am nächsten Tag das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach einer ereignislosen Nacht, lediglich ein paar Wildschweine waren in der Nähe zu hören, traf sich die Gruppe am nächsten Morgen zu einer Besprechung. Das Ritual von Tuminka ergab, dass der Honigtopf jetzt wieder weiter weg, d.h. einen Tagesmarsch entfernt in Nordöstlicher Richtung ist. Die Verfolgung des Goblins hatte uns also von dem Honigtopf entfernt. Da die Gruppe eine größere Chance darin sah den Honigtopf zu verfolgen, um Jääni zu finden, beschlossen sie ab jetzt wieder zurück, in diese Richtung zu gehen und die Verfolgung der Goblins aufzugeben.
Nach einem halben Tagesmarsch in der Ebene begann ein Berganstieg. Nach kurzem Aufstieg konnte Gieselhold ein – vermutliches – Goblinsymbol im Felsen erkennen sowie eine Gruppe von Goblinspäher, die uns beobachten. Jetzt waren wir wirklich im Gebiet der Goblin angekommen. Nachdem wir einen geeigneten Lagerplatz gefunden hatten, schlugen wir am Abend das Lager auf. In der Nacht konnte Gerald zwar Trommelschläge in der Entfernung hören, aber sonst gab es nichts Auffälliges.
Am nächsten Morgen stellte Tuminka fest, dass der Honigtopf ganz in der Nähe ist, zu nahe als das uns das Ritual eine genaue Entfernung sagen könnte, aber in Richtung Norden, d.h. weiter die Anhöhe hinauf. Mit dieser Information beschloss die Gruppe als erstes einen gut sicherbaren Platz zu suchen, um sich dort zu verschanzen.
Während wir das Lager dort aufbauen, geht Gieselhold allein los, um die Gegend zu erkunden. Am Abend kehrte er zurück und berichtete uns, dass eine Goblinhöle in ca. einer Meile Entfernung zu finden sei. Der Haupteingang wäre bewacht, aber es gäbe auch einen Nebeneingang, den man nur über eine Kletterpartie erreichen kann. Dieser Eingang scheint nicht bewacht zu sein.
Man beschließt, dass Gieselhold noch in dieser Nacht in die Höhle eindringen soll, um sich dort nach dem Honigtopf und dem Trollleder umzusehen.
Wichtige Punkte:
- Goblins wollen durch das Trommelritual Trolle in Raserei versetzen
- Bruutsch ist „Gästling“ (Gast und Häftling) der Gruppe
- Honigtopf befindet sich in der Näher (< 0,5 Tage)
- Gieselhold soll/will in der gleiche Nacht noch alleine in die Goblinhöhle schleichen, um diese zu erkunden