Februar 25, 2024

So rot wie Blut

Es ist der 2. Tsa, 1039 BF, in der Kapelle, die hoch im 4. Stock des Wehrturms der Burg thronte, versammelten sich die Insassen der Klosterburg, darunter auch Gamrik, Gieselhold und Gerald, zum Morgengebet. Die Stimmung vor dem Gebet war wieder sehr gedrückt da es auch in dieser Nacht wieder vier Anfälle unter den Patienten gegeben hatte.

Spieler: Holger, Sascha (Berichterstatter), Christoph, Christian (GM)

Angefangen hat es schon gestern mit Tirlov und Paale, welche beide um ca. 21 Uhr einen Anfall hatten. Auch der dritte und vierte Anfall fand gleichzeitig um ca. 02:30 Uhr statt. Diesmal waren es Terinja und Semkin. Auffällig war diesmal, dass bei den zeitgleichen Anfällen die Patienten versuchten zu dem jeweils anderen zu gelangen. Ansonsten gab es vor dem Gebet die üblichen Forderungen und Vorwürfe „man möge doch endlich handeln“, an die wir uns langsam gewöhnt hatten. Als der Abt-Baron den Gebetsraum betrat, verstummten alle und die gemeinsame Morgenandacht mit Gebet begann.

Doch plötzlich wurde die Andacht jäh unterbrochen, als Bruder Littjew in die Kapelle stürzte und von einem Keller voller Blut berichtete. Der Tumult der daraufhin entstand, wurde durch die feste Stimme des Abt-Barons unterbrochen. Mit aller Autorität die ihm zur Verfügung stand, wies er alle Anwesenden an, ihre Gemächer aufzusuchen und dort zu verweilen, bis sie nähere Informationen bekommen würden. Gemeinsam mit dem ehrwürdigen Abt-Baron begaben sich die drei Gefährten dann in den düsteren Keller, wo sie ein schreckliches Bild vorfanden. Bruder Littjew hatte nicht übertrieben, als er vom blutigen Keller gesprochen hatte. Blut war am Boden und an den Wänden. Die Wände wahren übersät mit Blutspritzern und vielen blutigen handförmigen Abdrücken. Diese Handabdrücke waren so groß, dass sie wahrscheinlich eher von einem Mann stammen als von einer Frau...zumindest hatten die weiblichen Patientinnen, Paale und Alinja, im Keller definitiv kleinere Hände. Auch auf dem Boden waren viele blutige Fußspuren zu erkennen. Gieselhold beschloss bei diesem Anblick, mutig in die tiefen der Kellergänge vorzudringen, da er von uns dreien die meiste Erfahrung mit Blut hatte. Nachdem er sich einem kurzen Überblick über die Situation gemacht hat, konnte Gieselhold uns folgendes mitteilen:

Vom Treppenhaus aus sind die Blutspuren in beiden Gängen.

  • Sie fangen ca. 3 Schritt nach dem Treppenhaus an.
  • Unter den Zellentüren von Alinja, Fetanka, Emjan und Tirlov hat sich je eine Blutlache gebildet.
  • Mit Ausnahme von Fetanka waren die anderen genannten Personen auch Blut verschmiert in ihrer Zelle.

Ein möglicher Grund, warum Fetanka nichts zugestoßen sein könnte, sieht Gieselhold in der Verstärkung ihrer Zellentüre. Diese schien aus irgendeinem Grund zusätzlich mit einem Querbalken mit Schloss gesichert worden zu sein, als dies in den Tagen zuvor der Fall gewesen war.

Ein Sonnenlegionär, der mit uns im Kellereingangsbereich seine Wache hilt, erzählte uns, dass der Fetankas Zelle verstärkt gesichert wurde, da auf Grund der Schilderungen der Helden bezüglich der drohenden Gefahr von Außen die Sonnenlegionäre vom sichereren Keller abgezogen wurden. Denn bedingt durch den möglichen Überfall, der schwarz gekleideten Ritter und den dramatischen Ausführungen von Gieselhold gegenüber dem Abt-Baron (Gerüchtweise wird erzählt, dass die Angreifer einen mystischen Perldrachen, bekannt aus Sagen und Legenden, angeführt werden...) wurden alle Legionäre für die Burgwache eingeteilt. Die sonst übliche Kellerüberwachung fand deshalb am gestrigen Abend nicht statt. Um Fetanka besser zu schützen, wurde daher die Zelle zusätzlich gesichert. Dieser Punkt sprach nun für Fetanka, da sie unmöglich aus ihrer Zelle hätte entkommen können.

Nach diesen Gespräch ging Gieselhold zu Fetanka, um sie nach den Ereignissen der letzten Nacht zu befragen. Leider hatte sie nichts gesehen, nur das mitten in der Nacht Blut unter ihrer Türe hindurchgeflossen kam. Die Blutlache unter Fetankas Türe brachte Gieselhold auf die Idee, dass die Fußspuren durch jemanden entstanden sein mussten, der durch eine der Lachen gelaufen war. Mit dieser Theorie untersuchte Gieselhold nochmal die Spuren und erkannte, dass die Spuren von zwei unterschiedlichen Personen stammen mussten. Eine der Spuren konnte er klar Bruder Littjew zuweisen. Blieb nur die Frage, wer die anderen Spuren verursacht hatte. Die Spuren wiesen auf normales Schuhwerk hin, also fielen die schweren Stiefel der Legionäre und die Strohschuhe der Leibeigenen schon mal weg. Nach seiner Begutachtung war Gieselhold auch klar, dass hier mehr Blut verteilt war, als ein einzelner Körper in sich hat. Auffällig war auch, dass das Blut nicht zu gerinnen schien. (Anmerkung des Schreibers: Das Blut aus dem Widderhorn gerinnt ebenfalls nicht, trocknet eher aus...so zu mindestens hatte es Graf Alazer geschildert).

Erschüttert von diesem Vorfall war der Abt-Baron bereit auf Gamriks Vorschläge zu hören alle Bewohner der Burg im Speisesaal zu versammeln, um sie durchzuzählen und um ihr Schuhwerk zu kontrollieren. Dieser Bitte kam der Baron auch prompt nach und schon 10 Minuten später waren alle im Speisesaal versammelt. Mit Ausnahme der Sonnenlegionäre, die auf der Burgmauer in doppelter Besetzung Wache halten mussten, waren alle vollzählig versammelt und bis auf die drei immer noch blutverschmierten Patienten und Fetanka waren alle Schuhe ohne Blut.

Gamrik pokert hoch und sagte dem Abt-Baron gerade aus zu, dass es eine Verschwörung geben würde, an der mehr Menschen, als nur Bruder Rochnow, beteiligt sein muss. Gamrik habe keine Beweise, ist sich aber sicher...

Um diesen Missstand schnell aufzuklären, gab uns der Abt-Baron vor den Augen aller die Erlaubnis, Befragungen durchzuführen. Ein Recht, welches wir gleich bei Fetanka einsetzen wollten. Gemeinsam mit dem Abt-Baron und Fetanka, begaben wir uns in einen Nebenraum, um den zeitlichen Ablauf der Bluttat zu erörtern. Fetanka, welche unter dem Ruf stand nie zu schlafen, konnte uns eine grobe Zeitschiene geben. Ihr Schlaf wurde um Mitternacht mit besonders lauten Klopfgeräuschen und Stöhnen so gestört, dass sie aufgewacht ist. Dass derartiges im Keller immer wieser vorkomme, sei dem Abt-Baron ja durch zahlreiche Beschwerden auch der anderen Kellerinsassen bekannt. In der letzten Nach war es besonders laut, als das Blut unter ihrer Türe hindurch in ihre Zelle eindrang. Nach einem ersten Schrecken, war sich Fetanka aber dann sicher, dass kein Mensch vor ihr Tür verblute, nachdem niemand auf ihre Rufe was den los sei antwortete. Lichter auf dem Gang konnte sie nicht sehen. Sie vermutete, dass diejenige, die den Krach verursachte, die Sichtluke auch nochmals abgedeckt hatte. Dies geschah – gefühlt – nach Mitternacht, den genauen Zeitpunkt konnte uns Fetanka nicht sagen, da in dieser Nacht die Wache ja nicht regelmäßig patrouillierte und man die Wache dann fragen hätte könne und sie in der Zelle nicht die Möglichkeit hat die Zeit anhand der natürlichen Phänomene abzulesen. Schließlich habe sie auf ihrem Bett sitzend gewartet, dass sie jemand aus der Zelle wieder holen würde. Mehr Informationen konnte uns Fetanka leider nicht mitteilen und darum beschlossen wir ihre Befragung zu beenden.

Offiziell begann gleich der zweite Tag von Bruder Rochnows Befragung, eine Gelegenheit die Gamrik nicht verfallen lassen wollte, nachdem nun endlich die hochnotepeinliche Befragung erlaubt ist.

Nach einer kurzen Absprache innerhalb der Gruppe beschlossen sie sich aufzuteilen, um die Zeit bis zum Mittagessen optimal nutzen zu können. Die Versammlung im Speisesaal wurde vom Abt-Baron beendet, um das Klosterburgleben nicht noch weiter unnötig lahmzulegen. Immerhin drohe – nach den Ausführungen der Helden – nun noch neben der anstehenden Belagerung durch Theaterritter und Perldrachen nun auch noch einen innere Verschwörung. Hinzu kommt das Blutbad im Keller, die anstehende und anstrengende Befragung des armen Bruder Rochnow, die Gerichtsverhandlung Fetankas, die Norbardenbesucher. Dabei dürfen die Bedürfnisse der Kranken im Palas und die im Keller nicht vergessen werden, die primäre Aufgabe dieses Klosters...

Nach der Versammlung begab sich Gamrik zusammen mit dem Abt-Baron in ein Behandlungszimmer, in dem nun Bruder Rochnow gebracht wurde.

Es war nun an der Zeit den Bruder bei der Lockerung seiner Zunge zu unterstützen. Diese Unterstützung beinhaltete unter anderem auch die Erwähnung möglicher „Erinnerungshilfen“, welche man ab sofort anwenden könnte. Beflügelt durch diese Hilfestellung, gab Bruder Rochnow nach stundenlangen hin und her nur zu Protokoll, dass er und Emjan sich aus seiner Kindheit kennen würden. Leider gab es bis zum Mittag keine weiteren Informationen, welche Bruder Rochnow preisgeben konnte. Grundsätzlich droht Bruder Rochnow, dass – als letzter Schritt – morgen der Abt-Baron eine Wahrheitsliturgie einleiten würde. Dann aber hätte Bruder Rochnow jedwede Möglichkeit vertan aus freien Stücken im Lichte Praios die Wahrheit zu gestehen und er müsse mit alle härte die Konsequenzen tragen. Völlig erschöpft verlassen der Abt-Baron und Gamrik den Behandlungsraum und lassen Bruder Rochnow unter Bewachung durch zwei Sonnenlegionäre zurück. Auf dem Weg zum Speisesaal fragt sich Gamrik, wieso derartige delekate Befragungen bei Gieselhold immer so einfach ausschauen...

Nach der Versammlung begab sich Gerald in den Ablageraum der Patientenakten im Turm. Sein Ziel war es die Patientenakte von Emjan durchzulesen. Der Grund, warum gerade diese Akte Gerald am meisten interessierte, war schnell erklärt: Nicht nur war Bruder Rochnow sein behandelnder Arzt, auch war er es, der die Wände im Keller abklopfte und aufbrach und zu guter Letzt war er einer der wenigen Insassen, die bereits eine Zellendurchsuchung hatten. Alles zusammen machte ihn zu einem möglichen Verdächtigen und darum wollte Gerald mehr über dessen Vergangenheit erfahren. Die Akte war, dank der Unterstützung eines Verwaltungsmitarbeiters schnell gefunden und zu Geralds Überraschung noch schneller durchgelesen. Die Akte war sehr dünn, alle dort vermerkten Informationen hätten auf ein Blatt gepasst. Die meisten dieser Informationen sind uns auch schon über anderen Wegen mitgeteilt worden. Lediglich ein Eintrag wich von der minimalistischen Aktenführung ab. Dieser Eintrag wurde von Bruder Littjew erstellt, da dieser Emjan nach einer Kopfverletzung, die Emjan sich bei seinem ersten Wutanfall zugezog, behandelt hatte. Leider gab es in der Akte keine Hinweise, wer die Zellendurchsuchung angeordnet hatte und warum. Der Verwaltungsangestellte, gab Gerald den Tipp, dass eine Zellendurchsuchung meist dann nicht von dem behandelnden Arzt angeordnet wird, wenn der Patient auffällig geworden ist. Meist werden solche Situationen durch die Sonnenlegionäre beruhigt, deshalb könnten sie mehr darüber wissen. Da Gerald keinen Sinn darin erkennen konnte diese auffällig sparsam gepflegt Akte weiter anzustarren, beschloss er den Vorschlag in Betracht zu ziehen. Zuerst wollte Gerald aber noch bei Bruder Littjew vorbeischauen. Sein Eintrag mit der Kopfverletzung könnte vielleicht auch etwas mit der Situation zu tun haben. Gerald hatte Glück. Nach einer kurzen Wartezeit im Wartebereich vor den drei Behandlungszimmern, konnte er mit Bruder Littjew direkt reden. Das kurze aber informative Gespräch mussten die beiden zwar immer wieder unterbrechen, da das „Rauschen“ der „intensiven“ und engagierten Befragung von Bruder Rochnow zur Wahrheitsfindung ein Gespräch sehr erschwerten. Es stellte sich heraus, das Bruder Littjew derjenige war, der die Zellendurchsuchung veranlasst hatte. Grund für die Durchsuchung war der Wutanfall, bei dem Emjan sich die Platzwunde durch zufügte. Dieser hatte seinen Kopf mit großer Wucht gegen die Wand geschlagen. Da Bruder Littjew bedenken um das leibliche Wohl Emjans und der anderen Insassen und Bewohner der Klosterburg hatte, ließ er vorsorglich die Zelle nach gefährlichen Gegenständen durchsuchen, um alle möglichen Gefahren zu entfernen. Dieser Aufgabe wurde von den Sonnenlegionären auch gewissenhaft nachgegangen und entsprechend im Dienstbuch dokumentiert. Zum Schluss stellte Bruder Littjew noch fest, dass der Fall Emjan ihn auch vor ein Rätsel stellen würde. Die meisten Patienten mit seiner Diagnose seien wesentlich öfter wegen größeren und auch kleineren Verletzungen in Behandlung. Aber außer der Platzwunde gab es bisher bei Emjan keine größeren Verletzungen.

Nach dieser aufschlussreichen Unterhaltung begab sich Gerald direkt in den Keller, um das Keller‑Dienstbuch zu studieren.

Schon bevor er den Keller betrat, konnte er das Eisen in der Luft riechen. Ein Geruch an den er sich wohl nie würde, gewöhnen können. Durch den Mund atmend, betrat Gerald den Keller und näherte sich dem Buch. Er wusste aus der Akte, dass der Vorfall ca. 1,5 Wochen nach der Einlieferung Emjans stattgefunden hatte, und nach kurzem Blättern war die Information auch gefunden. Unter Angabe der Namen, Datum und Uhrzeit fand sich eine genaue Auflistung aller Gegenstände, welche aus Emjans Zelle entfernt wurden. Außer seinem standesgemäß zustehendem Schwer und Dolch waren keine auffälligen Gegenstände dabei und sogar diese ließen sich durch Emjans Status erklären. Alle bisherigen Informationen ergaben ein schlüssiges Bild und darum beschloss Gerald die Suche zu beenden.

Da ihm etwas weniger als eine Stunde blieb, bis sich alle Helden wieder kurz vor dem Mittagessen treffen würden, beschloss Gerald die Zeit zu nutzen, um das Blut vor Emjans Türe einer magischen Analyse zu unterziehen. Vorsichtig sammelte er eine ausreichende Menge in einer Glasphiole, immer darauf bedacht den Kontakt mir der roten Flüssigkeit zu vermeiden. Gerald stellte sich heute schon zum wiederholten Mal die Frage, warum es gerade Blut sein musste. Doch wenn er so darüber nachdachte, war ihm die Antwort schon klar: „Blut ist Leben, Blut ist Sikaryan, die Essenz Sumus und damit alles, was wirklich ist. Es hält uns am Leben. Es macht uns warm. Aus ihm kann Astralenergie gewonnen werden. Es macht uns anders als tot. Natürlich ist es Blut.“. Mit dieser Probe begab sich Gerald auf dem schnellsten Wege in ein Arbeitszimmer, wo er ungestört seine Untersuchung beginnen konnte.

Gerald stellte sich auf eine schwierige Analyse ein, die Stunden dauern würde. Und jede Minute, die er jetzt schon investiere, wird sich vielleicht heute Nachmittag auszahlen. Der erste Schritt einer jeden magischen Analyse ist die Reaktion der Substanz auf die sechs Elemente. Aus diesem Grund bereitete Gerald eine brennende Kerze für das Feuer, ein Glas gefüllt mit Wasser, einen kleinen Stab aus Eisen für das Erz und ein Blatt Papier für Humus auf dem Tisch aus. Für das Eis würde Gerald einen der Eiszapfen verwenden, die er vom Fenster aus erreichen konnte und Luft war immer vorhanden, so vorbereitet begann er die Analyse.

Als erstes war Humus an der Reihe, da falls es wirklich Blut ist, sollte Humus ihm am nächsten stehen. Vorsichtig strich Gerald eine kleine Menge der Flüssigkeit auf das Blatt Papier. Mit starrem Blick und unter hoher Konzentration beobachtete Gerald wie sich an der Grenzfläche der chromatische Effekt ausbildete. Der Effekt trat schneller ein als erwartet, viel zu schnell, die Substanz war willens sich zu offenbaren. Zumindest konnte es sich Gerald sonst nicht erklären, wie schnell er die vielen Informationen aus dem Blut ziehen konnte. Das Blut wollte seine Geheimnisse teilen, so musste es einfach sein. Das Blut war nachgewiesen magisch, es schien die Magie aus der Umgebung anzuziehen. Wie ein riesiger Magnet die Eisenspäne an sich binden konnte, so schien dieses Blut Magie aus der Umgebung in sich Aufzunehmen. Die magische Fäden und Bögen, welche Gerald sehen konnte, war alt, wild und ungeordnet und stand somit im klaren Gegensatz zu den geordneten und klaren Strukturen, wie die Magier die Matrizen an der Akademie in Festum ihm versucht haben zu beschreiben. So erleuchtet packte Gerald seine Utensilien wieder weg. Den Rest der Probe verstaut er sicher neben der geschmolzenen Probe des schwarzen Eises aus dem schwarzen See, welche er bei der Reise zu den Seeplatten genommen hatte.

Nach der Versammlung ging Gieselhold auf direktem Weg in den Keller. Offiziell wollte er sie Gänge noch einmal untersuchen, um neue Hinweise zu erhalten, inoffiziell plante er auch die Zelle Emjans genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses Vorhaben konnte er auch gleich in die Tat umsetzen, da sich niemand im Keller aufhielt. Wie zu erwarten waren gab es in der Zelle von Emjan auch Spuren von Blut. Auf dem Boden, vor der Tür bis zum Bett, auf dem Bett und der Wand und auf dem Schrank waren Bluthände zu sehen. Im Schrank konnte Gieselhold kein Blutspuren entdecken. Die Blutlache vor und unter der Tür war, im Vergleich zu der vor Fetankas Zelle signifikant kleiner. Aber sonst gab es keine Auffälligkeiten.

Nach diesem Abstecher sah sich Gieselhold die Gänge genauer an. Das meiste Blut gab es an der Stelle, welche Emjan aufgeschlagen und wieder verschlossen hatte. Das Mauerwerk war an dieser Stelle getränkt von Blut. Es war so viel Blut, dass Gieselhold der Gedanke kam, dass es auch aus der Wand hätte kommen können. Mit diesen Beweisen begab sich Gieselhold auf den schnellsten Weg zum Abt-Baron. Dieser konnte die Hilfestellung die Gamrik und er gerade Bruder Rochnow bot, lange genug unterbrechen, um mit Gieselhold zu sprechen. Gieselhold bat den Abt-Baron um die Erlaubnis eine Wand aufzustemmen, da es Beweise geben würde, dass das Blut von hinter der Mauer kommt. Der Abt-Baron hörte nur die Worte Beweis und Aufstemmen, gedanklich war er bei Bruder Rochnow, und deshalb wies er Gieselhold unter Aufsicht von zwei Sonnenlegionäre zwei Leibeigene diesen Beweisen nachzugehen. Einen besseren Ausgang hätte sich Gieselhold nicht erträumen können und so lies er den Abt-Baron wieder zu seiner Wohltätigkeitsarbeit zurückgehen. Mit zwei Sonnenlegionären und zwei Leibeigenen im Schlepptau betrat Gieselhold den Keller und zeigte die Stelle, die aufgebrochen werden solle. Die beiden Leibeigenen legten sichtlich vom Blut angewidert, aber gehorsam los. Als die Mauer groß genug durchbrochen war, konnte Gieselhold mit einer Laterne in den Raum blicken. Es kam dahinter ein würfelförmiger Raum, mit der Kantenlänge 2 Schritt x 2 Schritt x 2 Schritt, zum Vorschein. In diesem Stand in der Mitte ein leerer blutbeschmierter Sockel, am Boden befand sich eine fast 2 Schritt lange Stange. So wie die Stange im Raum lag und im Blut versunken war, vermutet Gieselhold, dass der gesamte Boden dieser Geheimkammer ca. 2 Finger tief mit Blut bedeckt ist.