Januar 22, 2023

Über Alderow nach Nivesel (20. Travia – 21. Travia 1039 BF)

Wir, d.h. Geron, Gamrik, Gerald und ich, Gieselhold, haben sich auf ein Abenteuer eingelassen, das uns in den kalten Gebieten des Bornlands bevorstand.

Jahre alte – Dame führte mit uns die Verhandlung zusammen mit ihren beiden Tochter. Die drei Damen haben wir schon auf der Überfahrt nach Festum als aufgeschlossene, aber trotzdem – dem Stand gemäß – distanzierten Leute kennengelernt.

Spieler: Holger, Sascha, Christoph (Berichterstatter), Christian (GM)

Wichtige Personen:

  • Maria ter Munden: ca. 30 Jahre alt, steht mitten im Leben, Kutscherin und unsere Ortskundige, hat viele Wolldecken dabei. „nachts kann es richtig kalt werden hier draußen“
  • Olko Knaack: Anfang 20, Magier, Gelehrter, „Schützling“ des Magister Emeritus Alwin K. Wippflügler, Duellsäufer, Hippikneipenliebhaber, romantisiert linkspolitische Weltanschauung und zum ersten mal auf Abenteuer. „interessant. Das muss ich analysieren.“
  • Dietlinde (braun), Jorna (braun mit weiße Blässe) und Ossyra: Warunker Mischlingspferde und die drei Zugmaschinen der Kaleschka. Von ihnen wird unser Vorankommen signifikant abhängig sein. „pfritt“

Unsere Auftraggeberin ist die Cheffin des hier im Bornland überall bekannten und mächtigen nordbardischen Handelshauses Surjeloff, Umerike Surjeloff. Die ältere – ich würde schätzen ca. 50 Zurück zu der Verhandlung: Und – wie immer – konnte sich Gamrik nicht zurückhalten und „bandelte“ gleich wieder mit der – wie sagt er – hübschen älteren, 17jährigen Tochter an...und das mitten in den Verhandlungen. Der „Erfolg“ war für alle Beteiligten am Tisch offensichtlich und – wie nicht anders zu erwarten – reagiert die Mutter und „beauftragte“ ihre Tochter mit entsprechend strengem Tonfall etwas noch zu klären. Unklar, ob das unsere Verhandlungsposition schwächte. Egal. Den in der Zwischenzeit hatten wir schon so viel erfahren, dass unser ganzes Innere es widerstrebte diese verantwortungsvollen Aufgabe abzulehnen und so willigten wir selbstverständlich ein.

Unser Auftrag ist sicherzustellen, dass die Verhandlungen bezüglich des Kauf der Trommel friedlich verläuft. Dass wir – auf Grund der gefühlten Tragweite dieses Ereignisses – alle unser Können in die Waagschale werfen und alle Beziehungen spielen lassen und alle Gefallen, die man uns schuldet, einfordern werden, ist selbstverständlich und nicht einmal der Rede wert gewesen. Als Entlohnung wurde vereinbar, zehn Batzen (d.h. zehn Dukaten) pro Person und bei einem einmaligen Einkauf von Ausrüstung einen Sonderrabatt von 40%. Zahlbar bzw. nutzbar, sobald die Trommel wieder in Festum „unbeschadet“ angekommen ist. Zusätzlich erhalten wir zwei Batzen Handgeld für Spesen und es wird für den gesamte Zeitraum der Aufgabenerfüllung bzw. bis die Trommel wieder in Festum „unbeschadet“ angekommen ist eine Kaleschka mit einer sehr erfahrenen und ortskundigen Fahrerin – eine gewissen Maria ter Munden – zur Verfügung gestellt. Auch wird uns ein zweisprachiges Schreiben – verfasst in Garethi und Alaani – übergeben, das uns zum einen als Gesandte des Hauses Surjeloff authentifiziert und zum anderen autorisiert an den Verhandlungen teilzunehmen.

Des weiteren wird unsere Delegation von einem Adaptus minor – vereinfacht „ein Magier“ – namens Olko Knaack – und ja, das ist derjenige, der Gamrik zum Saufduell herausgefordert hatte und Gamrik...aber lassen wir das – begleiten bzw. ergänzt, um zum einen eine gewissen Stand zu repräsentier. Denn Magier seine schon Respektpersonen...für den einfach Menschen zu mindestens…und erst recht für Bauern und Leibeigene hier im Bornland. Und zum anderen auch eine „Stärkung“ auf der Seite „unserer arkanen Möglichkeiten“. Zusammenhangslos schien mir nur die kleine Bemerkung der Handelsherrin „wir sollen doch bitte auf ihn aufpassen“ und „es wäre einen Gefallen, den sie jemanden schulde“...egal. Wir haben einen Magier! Jetzt kann uns nichts mehr passieren! Mein Dolch leuchtet nicht...ok...genauer gesagt ist er zurzeit unsichtbar und ob er leuchtet sehe ich nicht...trotz des Magiers….mmmh...muss ich beobachten.

Morgen, ganz früh solle es losgehen. Wir packten ihre Rucksäcke mit wärmender Kleidung, robusten Schneeschuhen, drei wärmenden Decken und Wintermasken, um sich auf die Herausforderungen vorzubereiten, die sie erwarteten.

Am nächsten Tag brachen wir auf in die – für uns – „unerforschten Eislandschaften“ der Bornlandes...allein das Eis und die Berge von Schnee fehlen noch. Denn es ist zwar kalt, sehr kalt auf dem Kutschbock, aber so richtig Schnee hätten wir doch noch nicht, sagt zu mindestens Maria und lacht dabei...wir seien halt verweichlichte Südländer, die keinen Winter kennen würden.

Unser erster echte Pause machen wir zur Mittagszeit in Alderow, einem kleine Dorf mit geschätzten 300 Seelen. Am Marktplatz, an dem auch die Kaleschka-Station sich befindet, gibt zwei Gasthäuser. Wir nutzen die 30 Minuten Pause, die Maria uns gibt, um schnell etwas zu essen und unsere Notdurft zu verrichten. Mir fällt nur auf, dass dieser Olko ein sehr unruhiger und neugieriger Geist zu seien scheint. So schafft er es doch tatsächlich in diesen 30 Minuten bei allen Geschäften mal vorbeizuschauen und in beiden Gasthäuser was zu trinken. Ich hoffe mal, er hat auch die Zeit gefunden aufs Klo zugehen. Das war zu mindestens seine Entschuldigung, als er fast zu spät zur Abfahrt gekommen wäre.

Der beißende, kalte Wind, der uns seit heute früh begleitet kommt weiterhin seine Aufgabe nach Maria und ihren Helfer auf dem Kutschbock zu quälen. Nachdem heute Vormittag Gerald die Ehre hatte „Hilfsfahrer“ sein zu dürfen, ist jetzt Olko dran. Die halbe Stunde ist rum und die Reise geht weiter.

Am Ende des Tages erreichten wird das Nivesel. Ein etwas größeres Dorf, ich schätze mal 500 Einwohner. Hier gibt es neben dem Rondra auch eine Travia-Tempel, was Gumba sicherlich gefällt. Maria lenkt die Kaleschka in die Fernreisestation. Wir könnten schon mal durch die Stadt ziehen. Sie kümmert sich noch um die Versorgung der Pferde und die Kaleschka. Dann werde sie sich früh zur Ruhe legen. Müde sei sie noch nicht, aber jede Sekunde Schlaf bzw. Ruhe vor dem anstrengenden Teil der Reise wolle sie nutzen.

Mit den Worten „...bin gespannt, was für interessante Dinge hier so alles in dem Dörfchen zu entdecken gibt….ich bin ja so aufgeregte. Ein Abenteuer, endlich….“ tritt Olko mit uns durch das Tor der Station auf den Marktplatz. Der bitterkalte Wind hat etwas nachgelassen und tut nicht mehr so weh im Gesicht. Durch die Luft stauben ein paar vereinzelte Schneeflocken. Die Sonne nähert sich dem Horizont und gönnt uns und dem Dörfchen noch ein rotes Bad in ihrem Antlitz. Wir halten alle instinktiv kurz inne und genießen ihrer – für heute – letzten wärmenden Streicheleinheiten. Eine junge Frau, die wir schon bei der Ankunft am Brunnen des Marktplatzes gesehen haben, kommt auf uns zu. Den Blick von Gamrik kenne ich...