September 8, 2024

Vier Landratten mauern ein Floss – Oder: "Wen vier keine Ahnung haben"

Am Morgen des 8. Phex machen wir uns fröhlich und voller guter Vorsätze auf den Weg zum Festplatz um der Verkündung des Sieges von Alriksej beizuwohnen.

Kurz vor dem Platz treffen wir auf Alriksej und Ricarda, die uns völlig entsetzt erklären, dass heute Nacht seine Ochsen getötet wurden. Das bedeutet, dass Alriksej kurz vor der Ziellinie disqualifiziert werden wird.

Spieler: Christian (GM), Holger (Berichterstatter), Christoph

Mit dem verzweifelten Alriksej im Schlepptau begeben wir uns zum Festplatz, der sich schon in heller Aufregung befindet. Gerade als Leudara auf die Bühne tritt um die Wendung und damit den Sieger zu verkünden springt Alriksej auf und verkündet, dass er den Stahl mittels Floss durch den Bornwald zu transportieren werde.

Langes und atemloses Schweigen erfüllt den Platz.

Auf der Bühne ringt Leudara sichtlich um Fassung. Wir können erkennen, wie es im Kopf der Schiedsrichterin arbeitet, sie Für und Wider abwiegt. Nach vielen Sekunden, die wie eine Ewigkeit erscheinen, verkündet sie schließlich, dass diese tollkühne Angebot keinen Zweifel am Mut von Alriksej lasse. Auf die Frage, ob jemand der Anwesenden dies bezweifel, erhebt keiner der anderen Wettbewerbsteilnehmer oder gar ein Zuschauer Veto. Mit dem Segen Rondras wird Alriksej zum Gewinner erklärt.

Alriksej, selber noch im Hochgefühl, kommt mit Ricarda im Schlepptau zu uns.

Für uns ist es auch eine Frage der Ehre diese heldenhafte Fahrt zu begleiten. Hier werden Legenden geschnitzt. Selbstverständlich werden wir Alriksej und Ricarda unsere vollste Unterstützung bei diesem lebensgefährlichen Unterfangen gewähren. Und immerhin werden wir dafür auch reichlich belohnt – merkte Gieselhold leise flüsternd an.

In heldenhafter Zuversichtlich konzentrieren wir uns auf die unmittelbar anstehenden Aufgaben:

  • Bau eines Floßes zum Transport und um darauf zu leben
  • Transport von 600Stein Stahl zu Stangen je drei Stein (= 200 Stangen)
  • Wir bekommen nochmals bestätigt, dass – in Anbetracht des gewählten Weges – die Transportzeit dabei irrelevant ist. Ankommen sei das Ziel.

Etwas widerwillig kratzen die Helden ihr Wissen über Sagen und Legenden und Geschichtswissen zusammen:

  • Der Bornwald ist wild und natürlich, wie vor 1000 Jahren. Selten hat jemand (A.d.R: d.h. Mensch) den Wald erfolgreich durchquert UND konnte danach darüber berichten. Ursprünglich war der Bornwald noch viel größer (vor den Theaterrittern), heute ist nur der Teil noch übrig, den der dort lebende Riese Milzenis (gegen den Raubbau der Menschen?) verteidigen konnte. Auch sind bei weiten nicht alle Landmarken, wie Berge, Seen, Auen benannt, da den Menschen unbekannt (und andere, wie z.B. Elfen und Goblins schweigen sich dazu aus…). Ansonsten bestehe der Bornwald noch aus garstigen Feen, und bösartigen Feen, und launischen Einhörnern, die – je nach Lust und Laune – mal ins Verderben führen oder Helfer in der Not sind.
  • Milzenis ist ein mächtiger Riese, über 6m groß und sehr jähzornig. Keine Helden oder Zauberer waren in der Lage ihn jemals zu vertreiben. Angeblich war er mit der mächtigen Goblinschamanin Kuunga Suula verbündet und evtl. werden durch ihn die Menschen wieder aus dem Bornland vertrieben.
  • Der Magier Urnislaw hat es um 600 BF geschafft, Milzenis mit einem Fluch zu belegen, der ihm einen nie heilenden Ausschlag bescherte. Ausschließlich ein Bad in der Quelle des Sarn linderte dieses Leiden für eine gewisse Zeit. Daher muss Milzenis regelmäßig zu dieser Quelle zurückkehren, um dieses Leiden zu lindern.

Alriksej hat das bereits das von Junker Witthold georderte Holz für den Wagenbau umorganisiert und an den Fluss für ein Floß liefern lassen. Dieser Junker hat wohl eine gemeinsame Vergangenheit mit Ricarda...interessiert uns aber nicht.

Die Helden machen folgende weitere Besorgungen und Vorbereitungen für die Reise:

  • Ausreichend Nahrung für alle für 2 Wochen + Wein und eine Flasche Schnaps
  • dazu 6 Portionen Honig uns sonstige Süßigkeiten
  • Werkzeuge zur Holzbearbeitung und Reparatur, dazu Bauholz, Seile, etc.
  • Brennholz als Notvorrat (ansonsten Sammeln von Holz)
  • Fischereizubehör: Angel, Netze, Reuse, …
  • Kochstelle + Kochutensilien, Topf, Kelle, etc.
  • Zudem planen die Helden (die Landratten), wie man am besten den das Floß bauen (es wird gemauert!) soll
  • eine Ladefläche in der man den Stahl sicher verstauen kann, mit verstärkten Boden und Wände. Kurzerhand beschließt man einfach einen Transportwagen ohne Räder auf dem Floß zu montieren
  • eine Lagerstelle, ausreichend hoch über der Wasserlinie, um die Nässe so gut wie mie möglich von den Schlafplätzen und den Vorräten fernzuhalten.
  • Einen Reiseofen – wie in einer Kaleschka – zum wärmen und Teekochen
  • Feuerschale zum Kochen
  • Stak-Stellen an jeder Ecke + ein Steuerruder

9. Phex

Am Vormittag des nächsten Tages wird auch das Bauholz geliefert und die Helden beginnen das Floß nach besten Wissen und Gewissen zusammenzuzimmern. Im Laufe des Tages holen Gieselhold und Gerald ihre in Auftrag gegebenen Dienstleistung ab: einen Linkshanddolch und das Ergebnis einer Ringanalyse. Wer von beiden was in Auftrag gegeben hat, darf der geneigte Leser selbst erraten.

Als das Floß fertiggestellt, zu Wasser gelassen und mit Vorräten und Ausrüstung beladen wurde, übergibt Leudara in einem letzten Festakt den Stahl, ein Efferd-Priester (wir reisen auf einem Fluss) und ein Boron-Priester (sterben müssen wir all mal und die Maße für eine Sarg wird nicht benötigt, da der Fluss alles nimmt) geben ihren Segen, während Gamrik ein letztes mal den Rahjaschrein besucht. Unsere letzten Interviews der lokalen Redaktion des Boten lehnen wir ab. In Irberod seien wir gerne bereit von unserer Durchquerung zu berichten (mindestens wir müssen ja optimistisch sein). Auch lehnen wir auch die Anfragen ab, das Blaue Buch temporär – für alle Eventualitäten - in Firunen zu deponieren, denn wir sind gemäß des offiziellen Auftrag der drei Kirchen die Blauen-Buch-Träger...

Die Reise beginnt

Unter Glückwünschen für eine erfolgreiche Reise und Beileidsbekundungen “Schön euch kennengelernt zu haben” stoßen die Helden das Floß vom Ufer ab. Eine kleine Weile wird das Floß noch von ein paar Schaulustigen und Kindern begleitet, doch sobald man den Waldrand erreicht hat, fallen diese zurück. Und nach ein paar weiteren Schritt hat der urtümliche Bornwald die Helden verschluckt, fast so als hätte es niemals ein Irberod nur 500m flussaufwärts gegeben. Links und rechts befindet sich urtümlicher dichter Urwald, der Himmel nur an manchen Stellen sichtbar. Oftmals muss man an in den Fluss ragenden Bäumen herum navigieren. Die Flussmitte ist noch die beste Option.

Alriksej übernimmt die Steuerung des Floßes, während die Helden abwechselnd dafür sorgen, dass das Floss nirgendwo hängenbleibt. Am Abend finden die Helden einen geeigneten Lagerplatz am Ufer. Der erste (halbe) Tag im Bornwald ist überstanden. So schlimm war das jetzt nicht...