Von Diebstouren und Bestattungsmissionen, Teil 2
Spieler: Christian, Christoph, Holger, Sascha, Udo
Nach der Zusage der Helden kommt es zu einem regen Austausch vom Möglichkeiten und Strategien zwischen den Helden aber auch mit Jucho. Wobei sich Gamrik unwohl dabei fühlt, in Anwesenheit des Auftraggebers über Details eines Bruchs zu diskutieren. Je weniger der weiß, desto besser - für uns als auch für ihn.
Letztendlich bitten die Helden Jucho, diese fürs erste alleine zu lassen, wobei diese im Wintergarten bleiben, da es zum einen ein angenehmer Ort und zum anderen hätten es etwaige Lauscher schwer das Gespräch abzuhören. Die Diskussion wogt hin und her, erst einen "offiziellen" Ansatz, dann einen Schleichdiebstahl, um dann wieder einen offiziellen Ansatz zu diskutieren.
Am Ende beschließt man den folgenden Ansatz:
Erst mal auskundschaften: Da die Helden eigentlich keine Ahnung haben wie es in der Asservatenkammer aussieht und wie der Aus- bzw. Einlagerungsprozess der Garde aussieht, beschließen, sie einen kleinen Testlauf: Mit Hilfe Juchos soll innerhalb der nächsten beiden Tage eine offizielle Auslagerung eines Gegenstandes für eine Gerichtsverhandlung erfolgen. Die Transporteure dabei sind unsere Helden. Ziel dabei ist es, das Innere der Asservatenkammer in Augenschein zu nehmen, eventuelle weitere Sicherheitsvorkehrungen auskundschaften, als auch die Position der Trommel und der vier Gegenstände zu ermitteln. Und zudem den formalen Prozess kennenzulernen. Der Gegenstand wird dann ganz regulär ins Gerichtsgebäude abgeliefert. Mögliche Gegenstände, für deren Transport externe Dienstleister angeheuert werden, sind entweder wertvoll oder schwer und sperrig.
Die Helden unterbreiten Jucho den Plan, dabei stellt sich heraus das das Auslagern eines Gegenstands schwierig ist, da es wenige wertvolle Gegenstände - die zudem dann in der Regel von der Garde selbst bewacht und transportiert werden - und die großen und sperrigen Gegenstände diejenigen vier sind, die zum Abtransport der Trommel vorgesehen sind. Die wiederum wollen die Helden erstmal nicht anrühren. Deswegen einigt man sich, einen großen und sperrigen Gegenstand in der Asservatenkammer einzulagern. Jedwede weitere Planung hängt dann von den gewonnen Erkenntnissen ab.
Während Jucho dank seiner Position und Einfluss die entsprechenden Fäden zieht, um einen entsprechenden Vorfall zu erzeugen, versuchen sich die Helden im Gerichtsgebäude umzusehen, zum einen um einen ersten Eindruck von den dortigen Prozesse zu erhalten, als auch um sich selbst dort bekannt zu machen.
Tags darauf erhalten die Helden die Kunde, das alles arrangiert sei. Es geht um eine Streitsache Ekinnen gegen Ekinnen, zwei Brauer. Der Beweisgegenstand der Streites sind zwei Fässer Bier. Hier für sollen die Helden den Abtransport der Beweisstücke vom Tatort zum Gardehauptquartier übernehmen. Die Helden holen die benötigte Transportkutsche ab, fahren dann zum Gericht und erhalten dort die benötigtem Begleitschreibens inkl. des Laufzettels von dem zuständigen Gerichtsdienerin Tesbinja Ilmkis. Damit fahren sie dann zum Tatort, wo sie die beiden Fässer vom verantwortlichen Gardisten Erim Jalski übernehmen - und sich dies auch quittieren lassen. Die Helden stellen fest, das zwei volle Fässer Bier nicht ohne sind, und die müssen in die Asservatenkammer in den ersten Stock... na toll...
Beim Gardehauptquartier angekommen, werden die Helden von einigen Gardisten direkt begrüßt, aber beim Helfen die Fässer in das erste OG zu bringen lehnt jeder dankend ab, schließlich hat man selbst so einiges zu tun. Aber jeder bedauert, dass das Bier nicht in die Küche gebracht werden soll. Nach Anmeldung beim Empfangsschalter bei der Garde werden die Helden angewiesen, die Fässer zu Asservatenkammer zu bringen, derweil benachrichtigt man den Asservatenkammermeister Nasjan Hinski, der die Einlagerung vornehmen wird.
Die Helden wuchten derweil die Fässer hoch. Oben werden sie schon von Hinski und dem diensthabendenWeibel erwartet. Dieser schließt dann die Kammer auf als die beiden Fässer für die Einlagerung bereitstehen. Dabei bringen die Helden folgendes in Erfahrung:
- Das Schloss zur Asservatenkammer ist von guter Qualität, und durchaus eine Herausforderung, aber machbar.
- Die Einlagerung wird in einem Buch von Hinski in einer Liste dokumentiert. Dabei wird Größe, Gewicht, Aussehen, Zustand, Inhalt des Beweisstücks, zu welcher Streitigkeit es gehört, welche Personen die Einlagerung liefert und vornimmt. Abschließend wird diese von Asservatenkammermeister Hinski und den Transporteuren, hier die Helden, gegengezeichnet.
- Die Asservatenkammer selbst enthält mehrere Regalreihen mit Beweisstücken, die nördlichste Regalreihe zur Außenwand wird zudem mit einer weiteren Tür abgesichert, wobei diese kein echtes Hindernis darstellt.
- Die Trommel befindet sich in der Nordostecke der Kammer innerhalb des zusätzlichen gesicherten Bereichs.
- Die Kiste des Kapitäns befindet sich ebenfalls in der Nordostecke, aber außerhalb des zusätzlichen gesicherten Bereichs, sozusagen auf der zur Trommel gegenüberliegenden Seite der Regalreihe.
- Der Weidenkorb befindet sich in der Südostecke, und stinkt erbärmlich nach faulen Obst, das Beweisstück darin löst sich wohl gerade in Luft auf. Den Korb werden die Helden wohl nicht nehmen, nachher nimmt die Trommel dadurch Schaden. Auf der anderen Seite wird wohl niemand in den Korb reinschauen wollen.
- Der Vogelkäfig befindet sich ca. mittig an der Westwand. Die Abdeckung ist halb heruntergerutscht und zeigt einen mechanischen Vogel darin. Zum Transport wohl auch eher ungeeignet, denn wenn die Abdeckung runterrutscht…
- Die Galeonsfigur steht nahe dem Eingang, ein wirklich sperriger und schwerer Gegenstand. Auch diese ist mit einem großen Tuch vollständig abgedeckt.
- Die beiden Bierfässer dürfen die Helden in der Nordwestecke abstellen, dabei lamentiert Hinski über die Idiotie Lebensmittel als Beweisstücke einzulagern. Bis es zum Prozess kommt ist das alles verdorben, siehe die ehemaligen Äpfel im Weidenkorb. Außerdem habe man keinen Platz mehr für derartig große Gegenstände, und das Gericht soll mal hinne machen und Fälle auch mal abschließen, um Beweisstücke wieder herauszubringen. Aber aktuell geht in Festum ja überhaupt nix vor und zurück...
Mit diesen gesammelten Informationen beschließen die Helden folgendes weiteres Vorgehen:
- In einer Nacht und Nebelaktion steigt Gieselhold in das Gardehauptquartier über das Dach ein, schleicht sich in die Asservatenkammer, versteckt die Trommel in der Galionsfigur und verschwindet auf demselben Weg wie er reingekommen ist.
- Am folgenden Tag holen die Helden dann die Galionsfigur im offiziellen Auftrag des Gerichts ab und auf dem Weg zwischen Gardehauptquartier und Gerichtsgebäude wird die Trommel wieder aus der Galionsfigur geholt.
Die ganze Aktion bedarf sorgfältige zeitlich Abstimmung und auch einige Tage Vorlaufzeit damit Jucho die Vorbereitungen seinerseits durchführen kann.
Fast hätte die herbstliche Witterung den Helden noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, da aufgrund der Kälte und Feuchtigkeit das Erklimmen der Fassade sehr schwierig ist. Aber das Glück steht den Helden bei, die jährliche Sicherung und Instandhaltung des Daches für den winterlichen Schneestürmen wurde noch nicht durchgeführt und ist ursprünglich für die nächsten Tagen geplant. Im Rahmen des Vorlauf ist das Material für das Gerüst auch schon geliefert worden und lagert zurzeit vor dem Gardehauptquartier. Auf Grund der Querelen im Inneren Rat ist die Durchführung aber auch auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Jucho verspricht dafür zu sorgen, dass der Aufbau des Gerüsts just an dem Tag erfolgt, wo Gieselhold in der darauffolgenden Nacht einsteigen möchte. Eventuelle zurückbleibende Schäden am Dach sollten nicht auffallen, da diese im Rahmen der demnächst (hoffentlich) stattfindenden Instandsetzung dann unter dem üblichen Verschleiß fallen würde.
Und dann ist es soweit: Die zuständige Richterin Goljew Gerberow setzte den Gerichtstermin in der Sache „Traviatempel gegen Kapitän Skarkad Gurlofson“ für den Vormittag in vier Tagen an. Die Maschinerie beginnt zu laufen...