April 28, 2024

von Festum nach Salderkeim – Im Auftrag der Surjeloffs – der dritte Streich

Es ist der 23. Tsa, die Helden kommen nach einem anstrengenden Ritt in Festum am Abend an und suchen sich erst mal eine sehr Unterkunft mit SPA um in angenehmen Ambiente die Wunden genesen, sich umsorgen und pflegen zu lassen.

Am nächsten Tag, es ist der 24. Tsa 1039 BF, kaufen wir für 240 Silbertaler uns vier Biletts für eine Kaleschka nach Salderkeim, um dort im Roten Schloss Umerike Surjeloff zu treffen. Die Fahrt soll vier Tage dauern. Nachdem wir 1.Klassentickets und geleistet haben, können die beiden anderen Fahrgäste nicht in der Kaleschka mitfahren, sondern muss zum einen auf dem Kutschbock Platz nehmen und zum anderen hinter aufspringen.

Spieler: Udo, Christoph (Berichterstatter), Christian (GM)

Am ersten Tag wird die Reise nur durch unsere Hilfestellung für einen Bronnjaren verzögert. Seine Kaleschka hatte einen Radbruch. Die Reise geht über Alderow, wo wir während des kurzen Aufenthalts zum Pferdewechseln, leider nur wenige Minuten Zeit hatten, die wunderschönen Kirschmännchen zu bewundern.

Als wir am Abend dann in Nivesel angekommen, zieht sich Geron gleich auf sein Einzelzimmer im Gasthaus „Zum Schwan“ zurück, da ihm wegen des ständigen Wackeln der Kaleschka etwas schlecht geht.

Währenddessen macht Gieselhold die Stadtführung, die Girte auch heute angeboten wird, noch einmal, um ein Update zu bekommen, was die besonderen Ereignisse im Bornland angeht. Hier hat sich herausgestellt, dass der Baum in dem Turm, den sich Olko genauer angeschaut hat, weiter gewachsen ist, ins Besondere in die Breite. Die nebenstehenden Häuser sind mittlerweile leerstehend, da die Wurzeln des Baumes auch diese Häuser eingenommen haben.

Am nächsten Tag, den 25. Tsa 1039 BF, geht die Fahrt über Blütenfeld nach Hamkeln, wo schon die Fähre auf uns wartet, sodaß wir gleich nach Hulga übersetzten können. In der Bärenschenke übernachten wir dann.

Am nächsten Tag, den 26. Tsa. Tsa 1039 BF, ist die Fahrt sehr langweilig. Draußen ist alles weiß und ruhig. Nachdem die gesamt Fahrt auf den Kufen verläuft können wir uns den ganzen Tag in der warmen Kaleschka ausruhen. Abends verbringen wir die Nacht in einem einfachen Wehrhof.

Am nächsten Tag, den 27. Tsa 1039 BF, geht die Fahrt weiter. Abends kommen wir endlich in Salderkeim an. Wir erfahren, dass das Rote Schloss außerhalb von Salderkeim liegt. Ortsfremden empfiehlt man, bis zum Morgen zu warten, denn der Weg dorthin kann ganz schnell im tiefen, kalten See enden, wenn man sich nicht auskennt. Wir mussten uns für das billigste Gasthaus, die Pension Efferdsruh, entscheiden und zahlen 7.5 Silbertaler – was eine Frechheit ist – für ein vier Bettzimmer ohne weitere Ausstattung. Das Gesicht der anderen sprach Bände, nachdem wir das Zimmer dann gesehen haben. Zumindestens die Nach verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Am nächsten Tag, den 28. Tsa 1039 BF, machen wir uns auf den Weg zum Roten Schloss.

Als wir dort, nach einer Stunde Fußmarsch ankamen, wurden wir schon erwartet.

Der Hausdiener, bittet uns frisch zu machen, bevor wir zu den Herrschaften vorgelassen werden können. Nach einem ausgiebigen Bad, frischen Kleider werde wir in das mit Glass überdachte 3 Stöcige Adrium des Schlosses geführt. Hier finden wir einen riesigen Garten vor, der trotz Winterlichter Temperaturen, die außen herrschen, ein feuchtwarmes Klima vor. Gerald ist von der sich ihm hier bietenden Fauna begeistert. So manche selten Pflanze und Kräuter kann er zwischen den vielen Gewächsen erblicken. Wir werden von zwei Sicherheitskräften durch die verschlungenen Pfade des Gartens geführt. Ich kann durch das lichte Blätterdach erkennen, dass mehrere Armbrustschützen an strategischen Orten aufgestellt sind und sicherlich alle Winkel des Gartens hervorragend einsehen können. Wir werden gebeten anzuhalten. In einiger Entfernung können wir Umerike mit ihren beiden Töchtern sehen. Eine weitere Norbardin steht bei ihnen. Auf dem Platz vor ihnen können wir drei athletisch gebaute Schönlinge sehen, die sich – so ist zumindest mein Eindruck – Umerike, Sulka und Tesbinja mit einem Hauch von Nichts bekleidet präsentieren. Umerike, Sulka und Tesbinja sahen sich die drei lange an während diese sich unbekleidet vor ihnen bewegten. Schließlich sagt Umerike: „Sie sind zu schön. Wir heben sie uns als Geschenk auf“. Die andere Norbardin verneigte sich höflich, macht drei Schritte rückwärts, bevor sie sich in unsere Richtung entfernte. In ihrem Gesicht konnten wir deutlich erkennen, dass sie mit dem Ausgang dieser Verhandlung zufrieden war.

Jetzt waren wir dran. Man winkte uns zu und wir traten auf den Platz vor den drei Frauen. Ich konnte gerade noch einen ermahnenden Blick, sich jetzt wieder zusammenzureißen, der Mutter in Richtung der Töchter erkennen, als Umerike uns schon in gewohnter offen höflicher, aber ihren Stand wahrend distanzierter Art, freundlich begrüßt. Wir plaudern über dies und das, wie unserer letzten Reisen waren, ob wir uns alle in der Zwischenzeit als Experten für Goblins sehen, wie es uns denn mit der Bürde das Blauen Buch bewahren zu dürfen ginge, was wir so mit diesen dubiosen Korsmal-Bund erlebt hätten und – was ihr anscheinend sehr wichtig war – ob wir in Festum von Juminka auch angemessen behandelt gefühlt haben.

Schließlich komm Umerike auch zu den neuen zukünftigen geschäftlichen Aspekten, die vor uns liegen, und schildert uns die allgemeine und spezielle Sachlage:

Das Mittelreich rüstet zum Krieg gegen Haffax. Unter Führung des armen, aber charismatischen Grafen Linjan von Elenau begeben sich die Tapfersten unter den rondragläubigen Bronnjaren zur Vereinigung mit dem kaiserlichen Nordheer. Dadurch ist in den Ländern des Nordens der Stahl knapp und teuer geworden. Doch der Tempel in Firunen sieht weiterhin die Notwendigkeit, sich gegen die jedes Jahr im Frühjahr zunehmenden üblichen Angriffe wilder Kreaturen aus dem Bornwald zu wappnen. Verstärkt und unberechenbarer werden diese auch noch durch das sogenannte „das Erwachen des Landes“, das auch wir an vielen Ort auf unseren Reisen bis heute beobachten konnten. Zudem geschehen immer mehr rätselhafte Dinge im Land, und die Menschen streiten öfter als normalerweise. Was auch immer das bedeutet, kann niemand zurzeit abschätzen. Die klare Botschaft der Rondrakirche ist aber „man will vorbereitet sein“. Daher: Sobald der Schnee die Passstraßen freigibt, beginnt ein Wettlauf um die letzten Erzlieferungen, die während des Winters noch nicht dem kaiserlichen Heer versprochen wurden. Eine Lieferung der Uhdenberger Loge, eine zwergische „Handelsinteressengruppe“, überquert die Tage die Rote Sichel gen Irberod. Laut der Umerike vorliegenden Informationen, verspricht sich Gräfin Rilka Nadjescha von Irberod-Praskow von der Verhüttung und dem Weiterverkauf des Erzes in ihrer Stadt einen hohen Gewinn. Das Angebot des Rondratempels zu Firunen ist für sie lukrativ, zumal der Tempel einen „angemessenen“ Zwischenhändler für den Stahltransport aus Irberod fordert. Diesen will die Gräfin in einem publikumsträchtigen Wettbewerb ermitteln lassen, der weitere Gewinne verspricht. Die Bedingung aus Firunen ist so einfach wie problematisch: „der Tapferste“.

Nach einer kurze Pause, in der wir das gehörte auf uns wirken lassen, bitte Umerike uns, dass wir Alriksej Jantareff, der diesen Stahltransport übernehmen will, bei seinem Geschäftsvorhaben unterstützen.

Alriksej sollten wir ja kennen. Außerdem ist – soweit sie informiert ist – Geron besonderes vertraut mit seiner Schwester, Tuminka Trebritzki, die ja die Zibilja der einflussreichen Trebritzki-Sippe ist. Möglicherweise könnte Geron durch diesen Gefallen Tuminka, die sich um ihren Bruder Sorgen macht, beeindrucken.

Hinzu kommt, dass die Jantareffs bei den Surjeloffs seit Jahren offene „diverse Verbindlichkeiten“ haben. Ein erfolgreicher Geschäftsabschluss von Alriksej würde die Situation für alle „positiv entspannen“.

Umerike erklärt uns, dass dieser in Irberod stattfindende sogenannten „rondrianischen“ Wettbewerb um Handelsvorteile nur als Schikane, die sich gegen sie und ihr Volk richtet, zu verstehen sei. Darum will sie ihn unterlaufen und einen Präzedenzfall schaffen, der sicherstellt, dass auch zweifelhafte Kriterien wie „der Tapferste“ den freien Handel nicht aufhalten werden. Daher sieh sich Umerike genötigt bewährte „Gegengewichte“ auf die Waagschale zu legen.

Folgenden weitere relevanten Aspekte sind für den Auftrag von uns auch zu beachten:

  • Alriksej Jantareff wartet in Salderkeim auf vom Handelshaus Surjeloff als vertrauenswürdige verbürgte Transportunterstützung.
  • Wir sind diese Unterstützung.
  • Alriksej und seine vier Ochsen sollen sicher in Irberod ankommen.
  • Die Helden sollen Alriksej helfen, den Wettbewerb zu gewinnen. Hierzu ist es vielleicht geschickt, die Zusammenarbeit zwischen Alriksej und den Helden vor dem bzw. den Schiedsrichtern geheim zu halten. Ggf. ist es geschickt, die Unterstützung durch die Helden auch vor Alriksej, zu dessen Schutz, auch nicht zu erwähnen.
  • Die Helden sollen Alriksej auch helfen die Ware sicher zu transportieren. Die für einen Stahltransport besonders verstärken Spezialtransporter, werden dann in Irberod angeschafft, da dort vor Ort auch das dafür notwendige Know-How für derartige Wägen ausreichend vorhanden ist.
  • Die Konkurrenz wird nicht zimperlich sein. Es geht um sehr viel Geld.
  • Auf Grund der Verknappung am Mark, der hohen Qualität des von den Zwergen gelieferten Erzes und der in Irberod durchgeführten Veredelung, geht Umerike von bis zu 400 Silbertaler pro in Firunen verkauftem Stein Stahl aus.
  • Basierend auf den Informationen, die Umerike vorliegen, werden aus dem Erz voraussichtlich etwa 600 Stein Stahl in Irberod produziert werden können.
  • Die Held bekommt 1500 Silbertaler Vorschuss für „Spesen“. Damit sollten alle Eventualitäten abgedeckt sein. Dieser Vorschuss wird dann mit dem Zusatzbonus, den Umerike zahlen wird, verrechnet werden.
  • Außerdem weißt sie darauf hin, dass je früher man in Irberod ankommt, umso besser wird man auf der Startliste platziert. Das bringt Vorteile gegenüber der Konkurrenz durch eine vorteilhafte Platzierung bei Wettbewerbsaufgaben.

Da sie das unternehmerische Risiko des Stahltransportes nicht hat, müssen wir mit Alriksej unsere Bezahlung direkt verhandeln. Sie gibt uns noch mit, dass die üblich Bezahlung für eine derartige Unterstützung des Transports eine Gewinnbeteiligung über 5% des finalen Gewinns des Stahlverkäufers wäre. Üblich wäre auch, dass die Bezahlung der Transportunterstützung vom Käufer der Stahllieferung erfolge und nicht über die Bücher des Stahlverkäufers gehen müsste (was auch Gerald uns auch bestätigt).

Umerike erklärt, dass der Zusatzbonus, den sie den Helden zahlen wird, eine Pauschale ist. Für eine Auszahlung, abzüglich der Vorschusses, reicht ihr die Auszahlungsquittung des Tempels zu Firunen der Helden oder das Wort von Alriksej. Zufälligerweise habe Umerike in Firunen zu tun. Die Helden mögen sich, nach erfolgreichen Auftragserfüllung, dann bei ihr melden.

Als einen ersten Angebotsaufschlag bietet Umerike an, dass sie den Vorschuss als Investition aus dem Risikokapital des Hauses Surjeloff verbuche und damit auf eine Verrechnung verzichte. Zusätzlich werde sie die an die Helden ausgezahlte Gewinnbeteiligung (nicht Umsatz) am Stahlverkauf, um +50% zu erhöhen.

(Gerald erklärte mir am Beispiel: Wenn Alriksej 1000 Silbertaler bezahlt bekommt, 500 Silbertaler Kosten hat, er dann 500 Silbertaler Gewinn habe. Wenn wir dann von diesem Gewinn 5% bekämen, dann erhalten wir 25 Silbertaler. Umerike würde uns dann 12.5 Silbertaler Bonus geben, sodass dann am Ende 37.5 Silbertaler in unserem Geldbeutel klimpern würde…aber es geht um deutlich mehr als „nur“ 1000 Silbertaler bzw. 500 Silbertaler...da kämen noch ein paar Nullen dazu...irgendwie habe ich da das Gefühl Gerald ist da in seiner Welt, so wie seine Augen glänzen...unheimlich, ins Besondere wenn er dann auch noch dazwischen Unverständliches von sich gibt...)

Nach zähen Verhandlungen, langem hin und her, einem späten zweiten Frühstück, einem ausführlichen Mittagessen, einer nachmittäglichen Teepause – nur so als unbedeutende Anmerkung – bei der sehr gutes Gebäck gereicht wurde, so manchen emotionalen Aufbäumen und diversen Zerstreuungen, für uns auf der „linken Seite“ des Gartens (die Surjeloffs schlossen sich geschlossen auf die andere Seite zurück...was ins Besondere Gamrik unleidlich machte, da er Sulka damit nicht bei jeder Gelegenheit schöne Augen machen konnte…), einigten wir uns am späten Nachmittag, dass Umerike unsere Gewinnbeteiligung verdopple, aber der gezahlte Vorschuss vollständig verrechnet werde. Und sollte – was keiner hoffte und keiner davon ausgeht – dies weniger als unser Vorschuss sein, so sind wir verpflichtet den Rest vollständig zurückzuzahlen.

Nach der grandiosen Verhandlung, hatte Umerike noch eine besonderen Bitte an Geron. Er möge sie doch bitte zu einem Vier-Augen-Gespräch bezüglich einer besonderen Belohnung begleiten.

Schulterzuckend folgte er Umerike, während wir von Hausdiener in ein Gästespeisesaal geführt wurden, in dem ein frühes Abendessensbuffet aufgebaut war. Unter dem wohlwollenden Blick der überwiegend weiblichen Angestellten warteten wir auf Geron. Nach über zwei Stunden kurzweilige Wartens, wurden wir schließlich informiert, dass Geron auf uns in unserer Kaleschka, die uns nach Salderkeim zurück brächte, warte. Wir steigen in diese über und über mit Gold verzierten Kaleschka ein und finden einen irgendwie erschöpft wirkenden, aber frisch gebadeten Geron darin vor.

Wir drei blicken uns überrascht an und wie aus einem Mund fragen wir „Was ist los?“