Baldrom – „Warum immer auf die Helden?“ - Wenn ein Problem alles Gute droht zu überstrahlen
Am Abend des 17. Tsa (der 1. Tag im Feldlager) im Speisezelt:
Nachdem man die Schikanen der Gruppe rund um Schitze Sigurne von Ask-Schossko beobachtet hat, gehen die Helden unterschiedlichen Tätigkeiten nach:
Geron geht in die Schwitzhütte im sich die Kälte aus den Knochen treiben zu lassen (in die vom Heerlager, nicht von den Norbarden…). Bei den Besuchern der Schwitzhütten befindet sich auch Sigurne, die über die neuen “Lackaffen” (aka die Helden) im Lager herzieht und sie schlechtmacht, als Ehrlose, Hochstapler, Festumer Pfeffersäcke, usw. Geron ignoriert sie und geniest die Schwitzhütte, aber er führt auch keinerlei Gespräche, man rückt sogar von ihm ab. Sei es das man Sigurnes Gerüchten glaubt, oder nur Angst hat zu ihrer Zielscheibe zu werden. Geron ist es nur Recht, er ignoriert die Ruhe.
Spieler: Holger (Berichterstatter), Udo, Sascha, Christoph, Christian (GM)
Gerald begibt sich zurück zum Zelt und trifft dort auf den weiteren Mitbewohner: Irjan Larsach-Quelldunkel, ein Freier, dessen elterlicher Hof vor Jahren abgebrannt ist und er sich damals dem Milität angeschlossen hat und dort als Kariere als Unteroffizier machen konnte. Dieser begrüßt Gerald überschwänglich, rühmt die Helden und horcht ihn aus?! Jedenfalls antwortet Gerald auf all seine Fragen bereitwillig.
Gieselhold und Gamrik unterhalten sich mit Janne, diese warnt eindringlich von Sigurne, sie sei bösartig und hinterhältig, und man kann froh sein, wenn sie einen nicht auf dem Kieker hat. Und Duchow (?) der Quartiermeister für die Gemeinen soll auch mit zusammenarbeiten.
Geiselhold und Gamrik unterhalten sich mit Janne von Büschelskoje. Janne warnt for Sigurne. Sie sei böswillig und sie ist froh das sie sie nicht auf dem Kieker hat. Und auch das Duchow mit ihr in Kontakt stehen könnte. Bei einem Krug Bier fällt Janne ins Plaudern und erzählt ihre Lebensgeschichte, das sie buchstäblich bettelarm sei und nichts mehr außer ihrem Titel und ihre Ehre besitze.
Spät am Abend treffen sich die Helden vor ihrem Zelt – um den Mitbewohner nicht zu “wecken” – und tauschen sich aus.
Gerald schläft mit dem Buch, man hält Wache und Gieselhold begibt sich auf „Erkundungstour“: Erstmal die fünf Frauen in der Schlägerbande von Sigurne „überprüfen“. Sie schlafen alle in einem Zelt. Unruhige Schläfer, Patrolien mit Hunden im Lager und ungünstige Lichtverhältnisse müssen berücksichtigt werden und daher zieht sich alles hin wie Kaugummi. Aber letztendlich findet er … nichts. Keiner der Frauen hat – abgesehen von „normale“ Narben – irgendwelche Hinweise darauf, dass sie Mitglieder/Anhänger des Korsmal-Bundes wären. Enttäuscht schleicht Gieselhold zurück um noch genügen Schlaf die Nacht zu bekommen.
Am nächste Morgen, es ist der 18. Tas 1039 BF, ist Gerald sichtlich gerädert, Augenringe bis unters Kinn. Trotzdem schleppt er sich durch die Andacht und die Leibesübungen, fest fokussiert danach den größten und schwärzesten Kaffee – nein nicht Tee!!!- zu bekommen. Doch daraus wird nix, denn man teilt sich wieder mal auf.
Gieselhold und Geron machen sich auf dem Weg zum Speisezelt. Auf dem Weg dorthin beobachten sie, wie Graf von Ask einem Knappen ein Säckchen mit Münzen gibt, kurz ein paar Worte wechselt, und der Knappe pflichtbewusst von dannen zieht. Der Graf selbst zieht sich in sein Zelt zurück.
Im Speisezelt sieht man wieder die unsichtbare Grenze die das Lager in Adel und Gemeine teilt. Auf der einen Seite Kuchen, Brötchen und Bedienstete auf der anderen Seite Grütze, koffeinhaltige Heißgetränke und Selbstbedienung. Sigurne und ihre Schlägerbande sitzen ebenfalls bei den Bronnjaren, selbst die Gemeinen unter ihnen und pöbeln – wie gewohnt – alle Niederrangigen und Bediensteten an und treiben ihre bösen Scherze mit ihnen..
Gerald und Gamrik besuchen derweil das Norbardenlager. Sie beobachten beim Näherkommen Nadja, wie diese wiederum Alriksej dabei beobachtet, wie dieser ins Lager zurück schleicht. Wo er wieder mal war…? Nadja läuft kurz darauf in Richtung Daschas Zelt und stolbert eher zufällig den Helden mehr oder weniger in die Arme. Sie ist offensichtlich überrascht als Gerald sie mit “Ihro Majestät” anspricht. Freimütig gibt sie an, das man Alriksej überwacht, weil es aufgefallen ist, dass er seine Mannespflichten vernachlässige. Und sie ist auf dem Weg ihr Frauenpflicht zu erfüllen und Dascha zu informieren… zu Belohnung erhalte sie Süsses. Nunja, davon hat Gamrik ebenfalls genug dabei, und besticht Nadja damit den Mund zu halten, was sie auch verspricht zu tun.
Dannach besuchen die beiden Fetanka, die aber gerade in Aufbruchsstimmung ist. Bis auf eine freundliche Begrüßung ist nicht viel Zeit, da Fetanka sich fast schon auf dem Weg ins Heerlager ist um sich mit Grafen Grafen von Ask zu treffen. Als sie aufbrechen will, macht sie nochmals kurz kehrt, kurz zurück um ihr Seffer Manchi einzupacken und mitzunehmen.
Gerald erhandelt im Auftrag Gamriks Lederstiefel, ein Kettenhemd und ein Schwert. Dummerweise schaltet sich Dascha in die Verhandlung ein … und gibt keinen Zentimeter nach. Sie hat ja schon angedroht, dass wir Unglücksbringer nicht mehr bei den Jantareffs willkommen sein. Aber Geschäft ist Geschäft und daher will sie mal nicht so sein. Um nicht unnötig zu provozieren und uns die halb geschlossene Tür nicht gänzlich selber zuzuschlagen, hinterfragen wir nicht, wen sie mit „den Jantareffs“ meint, denn alle scheint sie ja nicht damit meinen zu können...
Gieselhold und Geron beobachten im Lager wiederum, wie Fetanka im Lager ankommt, und von einem Knappen “angepöpelt” wird, worauf der Graf erscheint und Fetanka “errettet”…
Schulterzuckend gehen die Beiden wieder zur Schmiede um Gerons Kettenhemd abzuholen. Dort angekommen, macht Marja (die Schmiedegesellin) lauthals Gerons tolles magisches Schwert der Öffentlichkeit, d.h. den Anwesenden – also Geron, Gieselold, den Schmiedemeister, der gerade an der Esse ein Eisen für das Pferd das er beschlägt erhitze, den Gesellen, der den Huf des Pferde hochhebt, den beiden Pferden und Marja – bekannt.
Danach treffen sie die rothaarige Schönheit Ricarda am Feldscherer Zelt. Sie spricht die beiden verwunderten Helden an. Auf die Frage woher sie sie kenne, erklärt sie den beiden, dass die vier Helden als Blaue-Buch-Träger bekannt seien, wie bunte Hunde. Und Gerald, einer der „bunten Hunde“ ihr gestern bei einem „Problemchen“ geholfen habe. Und daher habe sie geschlussfolgert, dass die beiden bestimmt die Freunde von Gerald seinen müssen. Sie bittet Gieselhold, Gerald ein kleines Tiegelchen Wundsalbe als Dankeschön für seine Hilfe zu übergeben. Sie fragt die beiden Männer zudem um Rat, was sie Alriksej den schenken könnte. Sie habe nicht so viel Erfahrung mit den Wünschen von Männern und im speziellen von Norbardenmännern. Aber die beiden sind keine echte Hilfe dabei.
Gegen Mittag treffen die Helden wieder im Lager am Kantinenzelt zusammen.
Gieselhold übergibt Gerald den Tiegel, wobei Geron süffisant anmerkt: “Die is fei deine Pickel am Arsch!”. Gerald ist – freundlich ausgedrückt – mehr (!) als verwundert und findet einige „strenge“ Worte zu Gerons Scherz. Seine drei Freunde sind mehr als erstaunt. So kennen sie Gerald garnicht...
Gamrik schreibt einen kurzen Brief:
Werte Wohlgeborene Dame Schitze Janne von Büschelskoje
Euer Eifer und Zielstrebigkeit eurem Rang und Namen gerecht zu werden, ist nicht unbemwerkt geblieben. Ebenso, das ihr euch von eurer aktuellen persönlichen Lage nicht unterkriegen lasst, sondern eine gute Gelegenheit beim Schopfe packt.
So schreitet auf euren Weg fort, bewahrt eure Ehre und ihr werdet Erfolg haben.
Euer Freund
Dann steckt er diesen in die Stiefel, und Gieselhold frag dienstbeflissen wo er die Stiefel ablegen soll. Man kennt sich einfach viel zu lange… .
Auf dem Weg dorthin, beobachtet Gieselhold, wie Sigurne Gamrik bei Jeterine von Salderkeim schlecht macht: Er prahle im Lager damit, wie er Jeterine rumgekriegt hat, und was er für unanständige Dinge mit ihr gemacht habe. Sie, Sigurne, könne das nicht glauben. Auch wolle sie die schmutzigen Details, die gerade in den Quartieren der Gemeinen nicht einmal hinter vorgehaltener Hand weitergesagt werden, wiederholen. Er beschmutzt einfach ihre Ehre mit seinen Lügen.
Nichts desto trotz, platziert Gieselhold die Stiefel. Dabei sieht er sich im Zelt von Janne von Büschelkoje um. Alles sehr spärlich. Ein Rucksack. Eine Decke. Ein Sack mit frischem Stroh. Eine Brotbeutel mit etwas hartem Brot, einem Holzbecher und ein Holzbrett. Die Laterne ist ohne Öl. Vor dem – wir nennen es mal – Bett sind nur ein paar Steine hingelegt, damit man nicht direkt in den Matsch treten würde. Kein Schrank, keine Kiste, kein Tisch, kein Stuhl, kein Wappen. Nichts was selbst bei einem armen Schitzen Gieselhold erwarten würde. Unter dem Bett, gut versteckt „findet“ er dann eine prall gefüllte Geldkatze…gefüllt mit Steinen, damit man nicht – im Fall der Fälle – erkennen würde, dass Nichts drinnen ist. Gieselhold überlegt kurz, in den Stiefel noch ein paar Silberstücke zu verstauen. Aber Gieselhold wäre nicht Gieselhold wenn er Geld verschenken würde. Außerdem was würde ein Geldgeschenk für ein Signal an eine alleinstehende, arme Frau senden, deren einziger Stolz nur noch ihre Ehre ist.
Als Gieselhold den Vollzug des Bodengangs meldet, berichtet er Gamrik auf von den belauschen Gespräch zwischen Sigurne und Jeterine. Gamrik will vorbereitet sein und legt er sich schon mal seine Gegenargumentation zurecht, falls sich die Gelegenheit ergibt, dem Gerücht entgegentreten zu müssen.
Auf dem Weg zum Essenfassen sehen die Helden Fetanka wie sie aus dem Zelt des Grafen von Ask kommt, sich vom ihm sehr persönlich verabschiedet und dann das Lager verlässt.
Der Graf macht sich auch auf dem Weg zum Speisezelt. Dort gesellt er sich unmittelbar zu Swnatej Jantareff, bestellt ein Bier für ihn und sich, um dann fröhlich mit ihm zu plaudern.
Geron nutzt seine Erfahrung und besorgt den Helden das Mittagsmahl auf die “richtige” Art, sprich große Portion mit den guten Fleischstücken. Mir gut mit den Koch stellen, denn ohne Mapf kein Kampf. Kaum am Tisch, mit dem Napf Essen in der Hand, kommt Sigurne mit ihrer Schlägertruppe an den Tisch der Helden und pöbelt alle vier Helden direkt an: Wie könnten wir als niederes Gesocks uns erdreisten, vor den wichtigen Personen im Lager zu Essen. Ihre Schläger schirmen den Tisch der Helden vom Rest der Truppe ab.
Gamrik schiebt sich provokant breit grinsend ein Stück Fleisch in den Mund, worauf hin Sigurne wutentbrannt Gamrik das Essen aus der Hand schlägt. Gamrik spring auf und ein kurzer einseitiger Kampf entbrennt zwischen ihm und Sigurne. Die Initiative liegt zwar bei Gamrik, aber im ist bewusst, wenn er als “Gemeiner” die Hand gegen eine Bronnjaren auch nur andeutet zu erheben – und sei der noch so ein Arsch – kriegt er im besten Fall berechtigt eine Tracht Prügel, im schlimmsten Fall berechtigt … Gamrik ist in seinem Kopf sein Rechtswissen noch nicht ganz durchgegangen, da erhält er schon eine Ohrfeige von Sigurne, zu spät zum Verteidigen.
Doch Gamrik wäre nicht Gamrik, wenn er seinen Gegner nicht weiter reizen würde: “Wenn einem die Argumente ausgehen, schlägt man halt zu…”.
Den nächsten Schlag kann Gamrik ausweichen, hält aber dann doch seine Klappe, den egal was passiert. Er wird hier so oder so verlieren. Und Rondra (oder Rahja) wird in diesem Fall sicherlich nicht zu seinem Gunsten eingreifen. Mit einer wegwerfenden Bewegung und einem “Du bist es eh nicht Wert”, wendet sich Sigurne unter dem Gejohle ihrer Schläger von Gamrik ab.
Die ganze Szene wurde akribisch vom Grafen von Ask und der Rondrageweihten beobachtet.
Die Geweihte gibt den Helden zu verstehen, dass sie sie sprechen möchte. Warum auch immer.
Gamrik macht sich auf den nächsten Rüffel gefasst.
Scheiß Heldendasein!
Scheiß Bornland!
Scheiß Kälte!
Scheiß Politik...aber Politik, bzw. das Wissen dahinter ist wohl die einzige Möglichkeit hier der Sache Herr zu werden.
Das Gespräch mit der Rondrageweihten läuft ganz anders als Befürchtet. Kein Rüffler, sondern Ideen, Hinweise und Ratschläge, welche Aspekte vielleicht Licht ins Dunkel der für die Helden wirren Situation bringen könnte:
- Welchen Zweck verfolgt Sigurne mit ihrem Verhalten? Ist es wirklich so „plump“? Und was ist der Grund für Sigurnes Verhalten? Gibt es etwas, dass sich hinter dem offensichtlich gemachten verbirgt?
- Wer schütze Sigurne hier im Lager so, dass sie sich ihr „ruppiges Verhalten“ leisten kann? Ist Sigurne der „bad boss“ oder nur „der Bauer“ im Rampenlicht? Wäre es eine Idee sie aus der Reserve zu locken? Oder dafür zu sorgen, dass sie als Bauer geopfert wird bzw. werden muss?
- Wie steht Graf von Ask, der Onkel und das Familienoberhaupt der von Ask, zu seiner Nichte Sigurne? Wie passt diese „Intermezzo“ des Graf mit der Zibilja der Norbarden dazu?
- Gibt es einen „big bad boss“?
Die Geweihte ist schon fast ungewöhnlich direkt mit der Art und Weiße wie Helden vorgehen könnten. Genaugenommen ist es ihr fast egal, Hauptsache die Helden kommen zum Ziel und bleiben dabei Ehrenhaft ihn ihrem Handeln. Denn ehrenhaftes Verhalten ist ein Wohlgefallen in den Augen Rondras. Und sie ist davon überzeugt, dass wir alle ehrenhafte Helden sind und unsere Ehre – im Fall der Fälle – auch verteidigen können und würden.
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Vitae: Alriksej Jantareff
27 Jahre alt, wurde vor 10 Jahren in die Jantareff-Sippe eingeheiratet. Er ist mir Barina Jantareff verheiratet...die Ehe gilt als zerrüttet und belastet...er solle sich endlich zusammenreißen und seine Rolle in der Sippe akzeptieren und sich einfügen. Das gemeinsame Kind von Berina und Alriksej ist bei der Geburt verstorben. Beide haben keine Kinder – noch keine zurzeit.