Juni 2, 2026

Wahlkampf und Hinterlist

Für die Gefährten war es noch immer der Tag ihrer Ankunft – und doch hatte sich die Welt bereits in die Tiefe der Nacht gehüllt. Ein leiser Schleier von Magie lag über Schloss und Bewohnern, während sich alles auf die düsteren Stunden vorbereitete. Müde von den Erlebnissen zog sich Gieselhold früh zurück, während sich das Schicksal seiner Gefährten weiter entfaltete.Gamrik, der einstige Anwärter auf den Thron von Valsaha, wurde schließlich von seinen Gefährten überzeugt, seine Ambitionen niederzulegen. Gemeinsam mit Gieselhold und Gerald suchte er Jucho auf, um ihm von seinem Rückzug zu berichten. Doch dies war erst der Anfang: Nun lag es an ihnen, die mächtigen Flussfürsten des Landes für Jucho zu gewinnen. Ein Plan wurde gefasst – am nächsten Tag würde man jeden Einzelnen aufsuchen und um Stimmen und Vertrauen werben.Doch die Nacht barg mehr als bloße Ruhe.Auf dem Weg zu ihren Gemächern stolperten Gamrik und Gerald in eine geheimnisvolle Feier – eine illustre Gesellschaft, erfüllt von fremdartiger Musik, berauschenden Düften und unheimlicher Ausgelassenheit. Kurz darauf, von Hunger getrieben, verließ auch Gieselhold sein Zimmer – und fand sich, wie von unsichtbarer Hand gelenkt, in derselben Halle wieder.Dort empfing sie Baron Hursach – eine Gestalt von rätselhafter Macht, umgeben von Vilay und Levschije, Wesen zwischen Traum und Wirklichkeit. Inmitten opulenter Sinnesfreuden lud er die Helden ein, Teil seiner Nacht zu werden. Gerald erhob seine Stimme und sang ein uraltes Goblinlied, während Gieselhold standhaft blieb, Wasser trank und die Speisen genoss. Gamrik jedoch verstand es, den Baron mit Charme und Geschick zu umgarnen.Hursach stellte eine Bedingung: Wenn sie ihm Gesellschaft leisteten, ihn unterhielten und von seiner Traurigkeit ablenkten, würde er ihnen seine Stimme für Jucho gewähren. So feierten sie – und errangen einen ersten Sieg im Schatten der Nacht.Doch ihre Reise führte sie weiter – hinaus aus der Halle, über eine eisige Brücke, bis zu einer Kreuzung der Wege. Sie entschieden sich für den Pfad nach Brinna, und gelangten schließlich in einen märchenhaften Garten. Eine Blütenfee wies ihnen den Weg ins Zentrum, wo sie tatsächlich auf Gräfin Brinna trafen.Die Begegnung begann friedlich, bei Tee und höflichen Worten – doch wurde jäh unterbrochen, als die Gräfin verzweifelt aufschrie: „Meine Akelei!“ Eine unsichtbare Bedrohung hatte ihre geliebte Pflanze befallen. Während Gerald und die Gräfin gemeinsam alles daransetzten, die welkende Pflanze zu retten, jagte Gieselhold einer unsichtbaren Kreatur hinterher, überzeugt davon, dass die Schwarze Fee ihre Finger im Spiel hatte. Sein Wurfdolch verfehlte sein Ziel, doch sein Verdacht blieb bestehen.Dank Geralds meisterlicher Pflanzenkunde und Brinnas Magie wurde die Akelei gerettet. In Dankbarkeit versprach die Gräfin ihre Stimme für Jucho. Und mehr noch: Sie übergab Gieselhold eine geheimnisvolle Nuss – ein möglicher Schlüssel im Kampf gegen die unsichtbare Fee, auch wenn ihre Wirkung ungewiss blieb.Doch die Nacht war noch lange nicht vorüber.Ihr Weg führte sie zu einer schlichten Hütte, vor der eine silberne Rüstung Wache zu stehen schien. Im Inneren fanden sie eine Schmiede – und Junkerin Aue, vertieft in ihre Arbeit. Während sie warteten, erklang plötzlich eine Stimme aus dem Nichts: ein sprechendes Schwert namens Alwaseljo, dessen Bergkristall im Heft geheimnisvoll leuchtete.Kaum hatten sie begonnen, mit der Junkerin zu sprechen und Gamriks Rückzug zu erklären, geschah das Unheil. Verwirrt, als hätte etwas ihren Geist ergriffen, verlor sie die Kontrolle. Die Luft knisterte vor Magie – und plötzlich erhoben sich die Waffen der Schmiede, schwebten wie von unsichtbarer Macht geführt… und wandten sich gegen die Helden.So endete die Nacht nicht in Ruhe, sondern im Sturm aus Stahl und Zauber – und die wachsende Bedrohung der Schwarzen Fee.