Weg nach Neu-Arivor (Tag 3 - Tag 7 nKJ)
Der Pfad gen Neu-Arivor zog sich wie eine staubige Narbe durch das Land, während die Gefährten unermüdlich gen Westen marschierten. Die Luft wurde kühler, dichter – und schließlich erhoben sich vor ihnen die ersten Schatten der Baumgrenze, wo der Wald wie ein uraltes Wesen lauerte.
Spieler: Christian (GM), Christoph, Holger, Sascha (Berichterstatter)
Gerald, der Wissensdurstige unter ihnen, ließ seine Augen wachsam über den Boden gleiten. Mit geübter Hand und sicherem Blick entdeckte er bald manch nützliche Pflanze: Schlangentang, Ilmenblatt, Margolasch und das stets hilfreiche Nothilf. Sorgsam sammelte er sie, denn niemand wusste, welche Prüfungen der Wald noch bereithalten würde.
Die Quelle des süßen Wassers
Als der Abend sich wie ein purpurner Schleier über das Land legte, fanden die Gefährten eine Quelle von ungewöhnlicher Reinheit. Ihr Wasser schmeckte süß wie ein Segen Travias selbst – fast zu gut, um wahr zu sein.Gerald, misstrauisch ob solcher Perfektion prüfte das Wasser mit magischer Analyse. Doch keine Zauberei offenbarte sich – nur reines, klares Nass.Dennoch füllte er drei Probengefäße sowie seinen Schlauch, als wolle er das Geheimnis konservieren. Aus Ilmenblatt bereitete er einen duftenden Tee, der die Sinne beruhigte.Währenddessen errichtete Gamrik mit kräftigen Händen das Lager, und Gieselhold, vom Jagdfieber gepackt, zog los und kehrte mit einem erlegten Murmeltier zurück.Gerald verwandelte das Tier in einen dampfenden Eintopf – und so verbrachten sie eine ruhige Nacht, gestärkt und zufrieden.
Der ätzende Sumpf und das Geheimnis des Wagens
Am nächsten Tage führte ihr Weg sie an einem unheilvollen Sumpf vorbei. Nebelschwaden krochen über den Boden, und dort – halb versunken – stand ein verlassener Wagen.Neugier entflammte in Geralds Herz. Kaum setzte er einen Fuß in den schlammigen Grund, begann aus seinen Stiefeln Dampf aufzusteigen. Ein scharfer Zischlaut verriet sofort: Die Brühe war ätzend.Doch statt zurückzuweichen, trieb ihn sein Forschergeist voran. Mit Mühe fällte er einen Baum, ließ ihn als Brücke dienen und erreichte schließlich den Wagen.Darin fand er ein seltsames Artefakt:
Ein großes, in Tuch gewickeltes Brecheisen, ungewöhnlich groß, unversehrt – unberührt von Rost oder Säure. Auch das Holz des Wagens hatte der zerstörerischen Flüssigkeit getrotzt.Gerald nahm das Werkzeug an sich, ebenso zwei Bretter des Wagens.Am Abend prüfte er seine Funde eingehend – doch weder das Brecheisen noch das Holz zeigten Anzeichen von Magie. Ein Rätsel blieb zurück.
Der Baum der brummenden Wächter
Am folgenden Tag begegnete die Gruppe einem unheimlichen Anblick: ein scheinbar toter Baum, aus dessen Innerem ein tiefes Brummen drang.Diesmal konnte Gieselhold sich der Verlockung nicht entziehen. Durch sein Fernrohr erblickte er einen gewaltigen Bienenstock – und im Inneren ein golden schimmerndes Objekt.Gamrik schlug vor, die Bienen mit Rauch zu besänftigen, vermischt mit Ilmenblatt. Ein Feuer wurde entzündet, Rauch stieg auf…Doch die Natur ließ sich nicht täuschen.Mit wütendem Summen stürzten sich die Riesenbienen auf Gamrik. Während das Chaos ausbrach, nutzte Gerald die Gelegenheit, erklomm den Baum und setzte sein neu gefundenes Brecheisen ein.Mit einem knirschenden Laut löste sich das glänzende Objekt aus dem Holz.Dann blieb nur die Flucht.
Das rätselhafte Amulett
Erst in sicherer Entfernung betrachteten sie ihre Beute:Ein Amulett, golden im Schein, doch zu leicht für echtes Metall.
Darauf eingraviert: fremde Runen und stilisierte Bäume.Ein Zeichen alter Macht?
Oder das Erbe eines vergessenen Volkes?Gerald beschloss, die Untersuchung auf den nächsten Abend zu verschieben.
Die Lichtung des Todes
Nicht lange danach erreichten sie eine Lichtung, dominiert von einem gewaltigen, umgestürzten Baum – sechzig Schritt lang. Ringsum wucherten fremde Kräuter: Wierselkraut, Ilmenblatt…Doch auch etwas anderes: Braunschlinge – eine Pflanze, die sich an Lebendes heftet und es verschlingt.Auf Gieselholds Geheiß umging die Gruppe die Lichtung. Die Dämmerung drängte ohnehin zur Rast, und so schlugen sie ihr Lager am Rand des Waldes auf.
Der Kampf in der Nacht
In der Nachtwache wurde Gerald von wildem Getöse abgelenkt. Knurren. Kreischen. Flügelschläge.Sein Geistgefährte flüsterte ihm zu:
Ein Mantikor kämpfte gegen die Riesenbienen.Die Wälder tobten.Am Morgen offenbarte sich das Ergebnis:
Gamrik erspähte durch sein Fernrohr das Skelett eines Mantikors auf der Lichtung.Ein stilles Mahnmal der Wildnis.
Der Weg zur alten Straße
Die Gefährten hielten sich fern von diesem Ort und setzten ihren Weg fort. Schließlich erreichten sie eine alte, moosüberwachsene Steinbrücke, die still über ein vergessenes Gewässer führte.Jenseits davon lag der Rest dessen, was einst eine Straße gewesen war – nun überwuchert, verschlungen vom Wald.Doch sie wussten:
Dieser Pfad würde sie nach Neu-Arivor führen.Und mit jeder Meile wuchs das Gefühl, dass sie nicht nur durch die Wildnis reisten…sondern durch die Schatten vergangener Zeiten.