August 17, 2025

Zum ilmensteiner Schloss oder folgen wir dem Rittertross?  (10. Ingrimm, 19:00 Uhr – 11. Ingrimm, 09:00 Uhr)

Als die Dämmerung der siebten Stunde des 10. Ingrimm 1039 BF sich über das Land senkte und die Schatten länger wurden, machten sich vier Gefährten – Gamrik, Geron, Gieselhold und Gerald – auf gen Norden, das Ziel vor Augen: das geheimnisumwitterte Schloss Ilmenstein. Der Wind trug das Flüstern uralter Wälder, und das Schicksal hatte bereits seine kalte Hand nach ihnen ausgestreckt.

Spieler: Christian (GM), Christoph, Holger, Sascha (Berichterstatter)

Der Weg war kaum begonnen, da offenbarte sich bereits die erste Ablenkung: Am Rande der Straße, in der sterbenden Glut des Tages, standen fünf Gestalten – klein, zottelig, mit roten Augen - Goblins. Doch statt mit gezogenen Knüppeln zu begegnen, winkten sie... eine Einladung? Oder eine Falle?

Gerald stieg ab, trat mutig vor. Der Anführer der Goblins, mit verschlissener Weste und misstrauischem Blick, sprach nur wenige Worte: "Folgt uns."

Ohne weitere Erklärung führten sie die Helden in das dunkle Reich des Walds, wo Moos wie altes Blut an den Bäumen klebte und das Unterholz jeden Laut verschlang. Der Marsch führte sie auf einen stillen Hügel, auf dem die Goblins sie anhielten. Dann, wortlos, wies der Anführer mit krummer Klaue hinab ins Tal. Dort – ein Lichtschein. Ein Feuer. Durch das Fernglass kann Gerlad erkenne, dass dort Männer in dunklen Rüstungen mit dem Zeichen des Korsmal-Bundes saßen.

Die Helden zeigten den Goblins die Bärentatze und fragten nach ob die Männer eine ähnliche Insignie bei sich hatten.  Voller staunen betrachteten die Goblins die Bärentatze. Ihre "mit Händen und Füssen"-Antwort war eindeutig: Die Korsmal-Bündler trugen das Widderhorn bei sich.

Doch schon war es zu spät: Die Männer des Bundes waren im Aufbruch begriffen. Nun galt es zu wählen: Dem Pfad zum Schloss folgen und damit den kritischen Auftrag ihrer Auftraggeberin, Lehnsherrin und Oberbefehlshaberin befolgen oder den Spuren der Ritter nachjagen, um vielleicht ein weiteres Insignium, dessen Mehrwert für den Heerzug unklar ist, zu erbeuten? Die Entscheidung fiel schnell – die Jagd begann.

Kaum waren sie tiefer in den Forst gedrungen, da veränderte sich die Luft. Etwas war dort, im Dunkel, lauernd, atmend – ein Schatten unter Schatten. Doch weder Ruf noch Stahl forderte es – es schien, als wartete es...auf etwas. Die Helden beschlossen "auszuweichen" aus und nehmen dafür einen größeren Umweg in kauf, um den Lagerplatz der Korsmal-Bündler doch noch zu erreichen.

Als sie das unbekannte Wesen umgangen hatten, erkannte Gerald in seiner nähe plötzlich den Geist des Goblinkriegers. Der Krieger stieß einen zornigen Laut aus. „Feigheit! Du musst dich den Gefahren in der Dunkelheit stellen! Nur der Kampf bringt Ehre, warum lauft ihr weg?“

Gerald wandte sich ihm zu, das Gesicht von Wind und Überzeugung gezeichnet. „Weil du nicht verstehst, was Ehre ist“, sagte er ruhig. „Du willst kämpfen, weil du es gewohnt bist. Weil Blut und Stahl deine Sprache sind. Doch ist es ehrenhaft, auf etwas einzuschlagen, das nur jagt, um zu überleben?“ sagte er dem Goblin.

Der Krieger bleckte die Zähne. „Was jagt, stellt sich der Gefahr! Das ist der Weg des Kriegers – wer lebt, kämpft. Wer kämpft, stirbt. Und wer stirbt... lebt in Liedern!“

„Nicht jedes Wesen will in Liedern leben“, entgegnete Gerald. „Manche wollen nur einen weiteren Tag. Manche hungern, weil sie müssen. Und wir... wir sind nicht besser, wenn wir sie töten.“

„Du sprichst wie einer, der die Ehre des Kämpfers nicht zu schätzen weiß." sagte der Goblin.

Gerald schüttelte nur den Kopf und sagte „Ehre liegt nicht im Töten, sondern im Verstehen, wann man es nicht tut.“

Goblin: "Du hörst nicht zu."

Während der gesamten Unterhaltung sagten Gamrik, Gieselhold und Geron kein Wort, vor allem weil sie den Geist nicht sehen oder hören konnten. Eine Tatsache die Gerald viel zu spät klar wurde. Enttäuscht darüber, dass sich seine Gefährten gar nicht über sein Verhalten wunderten, vertagte Gerald die Diskussion auf einen anderen Tag und der Geist verschwand.

11. Ingerimm, 0:00 Uhr

Es war Mitternacht, als sie am verlassenen Lagerplatz ankamen – die Nacht still, der Himmel wolkenverhangen. Die frischen Spuren führend nach Norden. Wieder nahm Gieselhold die Fährte auf und die Verfolgung begann. Zwei Stunden vergingen, bis sie das Gehöft vor Schloss Ilmenstein erreichten, eine Ansammlung von wenigen Hütten und Ställen. Dort erkannte Gieselhold mit sicherem Blick: Die Spuren führten nicht zum Schloss. Die Helden zögern nicht und folgen die Spur der Straße weiter nach Norden.

Und tatsächlich – in der Morgendämmerung, kaum in einer Meile Entfernung, erblickten sie sie: Eine Gruppe von fünf Rittern, die das Korsmal-Zeichen trugen, die auf drei Reiter zuritten. Jene drei Reiter trugen das grüne Banner des Grünen Zuges. Heimlich schlichen drei der Gefährten durch das Dickicht am Wegesrand näher, während Geron bei den Pferden wartete. In geduckter Haltung lauschten sie der Begegnung: Die Reiter übergaben den Rittern ein Banner, das „organisiert“ worden war – eine Übergabe von großer Bedeutung, so viel stand fest.

Die Gruppen trennten sich. Gamrik, wachsam wie immer, erkannte das Wappen eines der Reiter, die davon zogen. Doch die Entscheidung war gefallen: Sie würden die Ritter verfolgen, welche sich auf den Weg zurück zum Schloss Ilmenstein machten, nicht die Reiter.

Auf dem Rückweg schlossen sie zu Geron auf, sattelten die Pferde, und setzten den stillen Ritt fort. Als sie sich dem Gehöft näherten, sahen sie, wie die Ritter am Brunnen abstiegen und ihre Pferde versorgten. Dann – als spürten sie die Nähe ihrer Verfolger – sehen die Ritter die Helden die Straße ins Gehöft reiten. Die fünf versammeln sich bei ihren Pferden mit festen Blicke auf die Gefährten gerichtet abwartend.

Gamrik, an der Spitze reitend, baut sich vor den fünf schwer gerüsteten Rittern auf und rief mit der Stimme der Gerechtigkeit: „Im Namen der Adelsmarschallin – ihr seid verhaftet!“

Lachen. Spott. Die Ritter nahmen die Worte wie ein Märchen aus Kindermund und amüsieren sich. Mit den Worten, "Dann kommt doch und nehmt uns fest.", machen sie sich Kampfbereit. Die Helden stiegen ab, blickten ihren Feinden in die Augen. Gieselhold und Gerald zogen ebenfalls die Waffe, Gerald und Gamrik (noch) nicht. Aus seinen Augenwinkeln konnte Gerald wieder den Goblingeist erkennen, der freudestrahlend seine Hände rieb. Gerald wannte leicht seinen Kopf zu ihm und sagte "Das hier ist ein Kampf den es zu Kämpfen lohnt. Der einem entweder Ehre bringt oder das Leben in Liedern sichert".

Gamrik trat mit seiner Waffe in der Scheide noch einmal vor, die Stimme nun tiefer, eindringlicher: „Überlegt euch gut, ob ihr wirklich einen Kampf wollt!“

Der Wind schwieg. Das Schicksal hielt den Atem an. Wie würden die Ritter, die Anhänger des Gottes des Kampfes, auf Gamriks Aussage reagieren?